Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

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Fruchtweinkeller
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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von Fruchtweinkeller » 17 September 2018 18:56

Grundsätzlich kannst du natürlich verdünnen. Du verdünnst auch den Geschmack und den Alkohol, sprich: Nachgärungen könnten gefördert werden. Was kein Problem ist wenn du sterilfiltern kannst und wenn du dabei sauber arbeitest.
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derDaniel
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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von derDaniel » 17 September 2018 19:14

Grml.
Wenn ich bei 5l wein mit 9.5g/l säure
Jetzt 750ml wasser zugebe (15%) sollte ich auf 8,075g/l kommen. Stimmt das oder habe ich da einen denkfehler?

Und falls das passt: ob der geschmack das verträgt?
Vielleicht doch lieber nur 500ml? Dann wären es ca 8,55g/l (Sofern ich wirklich korrekt gemessen habe. Ist im johannisbeer nicht ganz so toll.)

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420
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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von 420 » 17 September 2018 21:55

Nicht ganz. Das wird einfach mit dem Dreisatz gerechnet.

5 Liter haben 9,6 g Säure pro LIter
5,75 Liter

5*9,6/5,75=8,26 g Säure pro Liter

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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von Fruchtweinkeller » 17 September 2018 22:47

Oder so: in deinen 5 L Wein hast du insgesamt 5 l x 9,6 g/l = 47,5 g Gesamtsäure.
Um auf Beispielsweise 8 g/l zu kommen brauchst du ein Endvolumen von 47,5 g /8 g/l = 5,94 l.
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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von derDaniel » 21 September 2018 10:11

Und weitere fragen.....

Aktuell warte ich bis mein wein entsprechend fertig ist + 2wochen stabil..... bevor es weitergeht.
Wie schon angemerkt kann vorher sterilgefiltert werden und der wein ist damit fertig. Daher folgende fragen:
Was ändert sich beim vorher filtern?
Klar ist:
- der wein hat weniger %
- es ist schneller

Was mir nicht ganz klar ist:
- größerer aufwand beim filtern (wein ist nicht geklärt)?
- ändert sich dabei etwas am geschmack?

Gibt es weitere Punkte?

Bahnwein
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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von Bahnwein » 21 September 2018 10:57

Vor dem Filtern lässt man die Hefe um Regelfall verhungern. Damit ist die Gärung beendet, es kann geschwefelt werden, dann abziehen, klären, filtern mit Restsüße einstellen, abfüllen. Der Filterplattenbedarf ist daher abhängig vom Selbstklärunfsverhalten und der Dauer der Klärphase. Nach meinen Erfahrungen klärt Johannisbeere prima.

Klar ändert sich der Geschmack. Da man die Restsüße passend zum Alkoholgehalt und Säure einstellt und auch der Alkohol die Geschmackswahrnehmung verändert.

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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von Chesten » 21 September 2018 13:03

Es gibt einen sogenannten Filterschock nach dem filtern. Dann schmeckt der Wein matt und etwas rau aber das legt sich wenn man geschwefelt hat in binnen ein paar Wochen wenn der Wein in der Flasche ist.

Trübstoffe können einen Einfluss auf dem Geschmack haben meist schmeckt völlig klarer Wein komplexer als trüber Wein.
Bei den meisten Weinen spielt auch die Lagerung eine entscheidene Rolle für dem Geschmack.
Etwas Lagerung tut den meisten Weinen gut, besonders beim Met. Einen Erdbeerwein sollte man nicht zu lange langern der schmeckt sobald der Filterschock weg ist am besten.

Bei deinen Johannisbeerwein ist das kein Problem eigentlich haben Johannisbeeren ein robustes Aroma.
Da du ja jetzt keinen Filter hast musst du auf die Selbstklärung warten und wenn du Maßnahmen gegen die Oxidation ergreifst solltest du deinen Wein trinken können sobald der schön klar ist.

Ich habe mir persönlich schnell einen Filter zugelegt aber ich gehe immer noch bis zu Toleranzgrenze der Hefe, Stichpunkt : doppelte Sicherheit gegen eine Nachgärung. Und ich würde auch schon mal von einer Nachgärung heimgesucht.
Mit einem Filter kann man seinen Wein schnell klar bekommen aber wirklich Zeit spart man dadurch nicht.
Da sich der Wein ein paar Wochen nach dem filtern erholen muss.

Wenn du alles richtig machst und ein bisschen Glück gehört wohl auch dazu kannst du stabile Weine mit weniger Prozenten herstellen die brillant im Glas aussehen.

Wenn du dir überlegst dein neues Hobby weiterzuführen und dir einen Filter zulegen willst dann direkt einen elektrischen Filter z.B. eine Pulcino oil anstelle eines Simplex zu kaufen. Ein Simplex ist nicht schlecht und filtert auch die Hefe raus und dein Wein wird schön klar. Ich filtere selbst mit einen Simplex aber eine Pulcino gibst fast für den selben Preis und damit ist es egal ab du 10 oder 50 Liter filterst es geht schneller und einfacher als mit einen Simplex da ein Simplex nur ein 5 Liter oder 11 Liter Druckfass hat und man bei größeren Ansätzen mehrere Durchgänge machen muss und das dauert !
Außderm ist der wieder Verkaufstwert einer Pulcino ungleich hoher als ein Simplex falls du doch mit dem Hobby aufhören willst.

Mensch da habe ich wieder ein mal einen ganzen Roman geschrieben 8-! !
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von derDaniel » 28 September 2018 17:24

Dank euch beiden.
Eine pulcino steht bereits im regal und wartet darauf dass der wein endlich soweit ist.


Habe den johannis verdünnt, denke aber dass ich schon einen weinfehler habe. Zumindest schmeckt er nicht wie er schmecken sollte... (sofern er in diesem zustand schon wie ein wein schmecken sollte).

Eine weitere Frage hat sich kurzfristig aufgetan...
Ich habe bei kleinanzeigen sehr günstig leere weinflaschen geschossen und kann mir damit das sammeln, spülen und ent-etikettieren von gebrauchten flaschen sparen...
Hatte bis dato einige schraubflaschen gekauft und gesammelt...

Einziger punkt: es sind flaschen für korken.
Beim kauf habe ich auch einiges an kunststoffkorken mitbekommen. Der verkäufer macht mehrere hundert liter wein im jahr und lässt mittlererweile alles fertig abfüllen.

Da ich hier schon gelesen habe dass Kunststoffkorken nicht zu empfehlen sind habe ich ihn gefragt. Er meinte er füllt schon seit jahren damit ab und hatte nie Probleme...
Dazu dachte ich mir: es wird ja auch viel wein mit Kunststoffkorken verkauft.... hat da noch jemand Erfahrungen zu?
Wäre doof neue zu kaufen aber ich will ja auch nicht dass mein wein nix wird....

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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von Fruchtweinkeller » 28 September 2018 23:06

Kunststoffkorken sind keinesfalls schlechter als günstige "echte" Korken. Die entscheidende Frage ist, ob wir Hobbywinzer die Korken in die Flasche bekommen; bei meinem alten Standverkorker, der schon etwas abgenudelt und verzogen war, wurde der Kunstoff immer zwischen den Backen festgeklemmt, weshalb ich die Korken nie vernünftig in die Flaschen bekommen hatte. Seitdem sind die Dinger für mich kein Thema mehr.
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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von Chesten » 29 September 2018 13:27

Ich hatte eine Zeitlang auch Kunststoffkorken benutzt. Wenn man einen guten Standverkorker hat ist das kein Problem aber ohne wirst du wenig Spaß haben.
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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von derDaniel » 06 November 2018 12:50

Hallo zusammen,
ich glaube mein Wein ist soweit durch, am Vinometer sehe ich keine Veränderung mehr und ich schmecke eine süße raus (stabil über ca. 1 Woche).
Ich werde entsprechend heute schwefeln.
Kann ich den Wein dann gleich von der Hefe abziehen oder sollte ich wegen dem schwefeln noch einige Tage warten?

Aktuell bin ich noch etwas unschlüssig zum Thema "wann ist die Gärung beendet".
Aktuell schmecke ich die süße im Wein, ich war aber bereits die letzten beiden Male unsicher....
Da ich sowohl lieblichen als auch trockenen Wein trinke bin ich jetzt einfach auf Nummer sicher gegangen und habe noch 2 mal wenig nachgezuckert. Zukünftig würde ich das aber eher vermeiden wollen da der Wein ja nicht zu lange auf der Hefe liegen soll und
ich gerne möglichst gut die Restsüße einstellen möchte. Habt Ihr dazu Tipp? Wie findet Ihr den richtigen Zeitpunkt?

PS: Ich bekomme die Tage noch Kiwis. Da ich gelesen habe dass der Wein nicht so toll ist überlege ich da zu mischen (angelehnt an das Kiwi Erdbeerrezept). Erdbeeren habe ich keine da, aber noch einiges an Johannisbeeren und Brombeeren.
Muss ich da etwas besonderes beachten? Das Mischungsverhältnis würde ich einfach an dem kiwi-Erdbeerrezept anlehnen.

Danke & Grüße,
Daniel

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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von Chesten » 06 November 2018 15:43

Vor der Flaschenabfüllung ist ein guter Zeitpunkt die Restsüße einzustellen.
Wenn du einen richtigen Weinfilter hast vor dem sterilfiltern und wenn du auf die Selbstklärung warten musst nach dem der Wein klar ist und du von Trüb abgezogen hast.

Zu Not kannst du auch Tiefkühlerdbeeren nehmen da hatte ich letztes Jahr einen Wein draus gemacht klappte ohne Problem.
Wenn du Johannis- und oder Brombeeren nehmen willst musst du umdingt nach dem abmachen die Säure messen und ggf. verdünnen dan Johannis- und Brombeeren Säurebomben sein können !

Ausserdem enthalten Brombeeren viel Gerbstoffe und daher braucht ein Brombeerwein eine längere Lagerung und Kiwi ist nicht besonders geschmacksintensiv also könnte es sein dass das Kiwiaroma bei der Lagerung verloren geht und von den Brombeeren überdeckt wird.

Wir haben es immer gerne wenn jemand hier neue Rezepte ausprobiert und die mit uns teilt aber einfach Früchte austauschen und die Mengen ca. beibehalten kann zum Erfolg führen muss aber nicht und es wäre schade wenn du enttäuscht werden würdest !
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