Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

derDaniel
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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von derDaniel » 17 Juli 2018 21:35

Jetzt bin ich perplex ?-?

Der 1. Ansatz ist kaputt - riecht man sofort.

Der 2. Ansatz riecht ca wie ein federweisser.
Geschmack hat die selbe richtung, sehr sauer.
Das vinometer meldet 11° :o

Wie kann das sein?
Der kann ja nicht seit donnerstag so durchgestartet sein?

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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von Fruchtweinkeller » 17 Juli 2018 21:38

Muss er wohl, die Zunge wird schon nicht lügen.

Korkstopfen sind notorisch mäßig dicht und auf mittlere Sicht unhygienisch, besorge dir besser Gärkappen oder Gummistopfen.
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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von derDaniel » 17 Juli 2018 22:02

:mrgreen:
Neues equipment ist bereits bestellt.
Da die korkkappen mit wachs übergossen wurden hab ich die jetzt gleich weggeworfen.
Heute sind die kappen für meine anderen 2 behälter gekommen - passen zufälligerweise. Hab gleich eine neue drauf.

@igzorn: denke das kann funktionieren, man muss aber höllisch aufpassen dass keine wachsstücke in den behälter fallen. Würde es aber nächstes mal eher vermeiden wollen :pfeif:

Dann gehts jetzt wohl gleich ans nachzuckern :mrgreen:

Hoffe mal folgendes ist korrekt:
Bin bei 11% - hefe geht ca bis 15%
1%alc sind ca 20.5g zucker pro liter.

Bei meiner restmenge von 5l würd ich jetzt mal 200g zugeben, sollte dann richtung 13% gehen

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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von Fruchtweinkeller » 17 Juli 2018 22:26

Wenn du auf Nummer Sicher gehen willst (und als Anfänger hat man ja noch nicht so ein Gefühl für die Chose), so nimm lieber kleinere Zuckermengen. Das Vinometer lügt öfters, und auch wenn die Messung aktuell stimmen könnte, so schadet die kleinere Dosage nicht ;)
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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von derDaniel » 17 Juli 2018 22:46

Ok, dann erstmal in 100g schritten.

Werde morgen noch einen maracuja wein ansetzen (da der mit saft gemacht wird hält sich der aufwand am anfang ja kn grenzen) - habe ja jetzt wieder einen freien behälter und passende gärkappen.

Habe mir heute auch eine pulcino oil bestellt (mag aktuell etwas übertrieben sein aber ich mag nicht jetzt einen simplex für 100€ kaufen und mich in einem jahr ärgern dass ich an den 50€ gespart habe).
Wenn ich glück habe passts auch zeitlich und ich kann den johannisbeeren und maracuja wein zusammen filtern.

Brombeer und traubenwein gibts dieses jahr auch noch wenn ich zur erntezeit freie behälter habe und met ist in Planung :-)

Edit: gerade nochmal nachgelesen dass der traubenwein schwieriger ist - werde den wohl nach hinten schieben

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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von Igzorn » 18 Juli 2018 08:02

Wie gesagt, das war eine Notreparatur. Steht auf einer Ebene mit den Luftballons. Schade, dass Du einen Ansatz verloren hast. Aber das gehört dazu. Auch das mit dem Traubenwein. Ich habe den ganzen genauso wie den Fruchtwein gemacht. Als Maische und dann irgendwann abpressen. Jetzt ist er zwei Jahre spundvoll im Ballon gelagert worden und was soll ich sagen, der ist gut geworden.
Ein Freund trinkt den mittlerweile lieber als seine "Hausmarke". :mrgreen:
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr. ... Rechtschreibfehler kommen alle durch dem Handy...

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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von Chesten » 18 Juli 2018 10:36

Der Maracujawein ist sehr robust im Geschmack und er verzeiht Fehler.
Wenn du das noch nicht gefunden hast in meiner Signatur steht ein Link wie man einen Maracujawein macht mit Bildern.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von derDaniel » 19 Juli 2018 19:17

Das hatte ich schon entdeckt aber noch nicht fertig gelesen.
Ist super, danke!

Mein wein blubbert noch, allerdings ist die gärung wie bereits vorher kaum sichtbar.
Werde mir da zum beobachten immer etwas mehr zeit nehmen müssen.

Kurze verständnisfrage:
Solange die gärung noch halbwegs aktiv ist brauche ich mir keine sorgen zu machen falls es lange dauert.
Wenn ich dann irgendwann geschwefelt habe muss ich aber schauen dass der wein nicht zu lange auf der hefe liegt? (1-2 wochen)
Soweit korrekt?

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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von Chesten » 19 Juli 2018 20:49

Also so lange es nocht gärt und wenn es noch schwach ist wird nicht geschwefelt.
Erst wenn die Restsüße mindestens 2 Wochen stabil ist wird geschwefelt vorher nicht.
Wenn du während der Gärung täglich mindestens einmal kräftig schüttelst passiert da auch nichts.

Wenn dann die Restsüße stabil ist und danach geschwefelt wurde sollte der Wein relativ zügig von der Hefe runter aber zwei Wochen ohne das geschüttelt wurde sollten es schon sein damit sich der grobe "Schlonz" absetzen kann.
So schnell wie immer im Internet die Hefe gammeln so bei den ganzen Horrorgeschichen die man so liest passiert das bei einem gesunden Ansatz nicht.

Also kurze Antwort in der Regel nach 2 Wochen sollte man den Wein von der Hefe abziehen das ist eine gute Zeit da sich schon schon der Großteil der Hefe abgesetzt hat.
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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von derDaniel » 20 Juli 2018 06:53

Ok.

Vielleicht könnt Ihr mir noch einen Tipp zu den Hefen geben:
Ich möchte nach und nach folgende Weine machen:
Johannis, Maracuja, Brombeere, Met
später noch Trauben und Apfelwein sowie einige Mischungen...

In den Rezepten sind viele verschiedene Hefen angegeben, für die kleinen Mengen die ich machen werde möchte ich
aber nicht so viele verschiedene Hefen kaufen.

Ich hatte jetzt folgenden Ansatz:
Kitzinger Reinzuchthefe trocken (habe ich schon da; für z.B. Johannis, Apfel und Trauben) und dazu noch Portwein oder Burgunderhefe für die "schweren" Weine wie Maracuja, Met oder Brombeere.

Passt das so? Oder kommt da auch etwas vernünftiges raus wenn ich erstmal nur mit der Kitzinger arbeite?

Portwein und Burgunder Hefe habe ich bisher nur in den (sehr teuren) 5g Beuteln gefunden. Weiß jemand wo ich die in einer vernünftigen Größe bekomme? Oder eine alternative Hefe für die o.g. Weine?

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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von Chesten » 20 Juli 2018 09:43

Ja leider gibt es diese Heferassen nur flüssig oder in den teueren kleinen Tütchen :( !

Ich hatte bisher nur Portwein, SIHA 3 und SIHA 10 ausprobiert.

Ich kann es nur wiederholen Portwein ist eine Klasse Heferasse!
SIHA 3 gärte bei mir immer sicher auf 14 vol% durch was auch vom Hersteller angegeben wurde.
Was mir bei der SIHA 3 nicht so gefiel war das schwache Mundgefühl. Wenn du Gyicerin haltige Weine magst ist die dann wohl nix für dich.
Jetzt verwende ich SIHA 10 die macht eine besonders satte Farbe und das Mundgefühl ist OK diese gärt bei mir bisher auch immer sicher auf 16 vol%. Aber diese Heferasse gibt es nur bei Großhändlern und fällt für dich wohl flach da du wahrscheinlich keinen Gewerbeschein hast.

Ich hatte letzten ein paar Weine von Metinchen sie ihre Weine mit SIHA 8 vergärt und da muss ich sagen das mir das Mundgefühl bei diesen Weinen sehr gut gefallen hat ! Vielleicht wäre das eine Heferasse für dich.
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Re: Mein erster Wein (Johannisbeere), Schritt für Schritt

Beitrag von Igzorn » 20 Juli 2018 09:51

Das Rumspielen mit den Hefen ist nicht das Wichtigste. Alles ausser Backhefe ist gut. Wenn Du mehr Erfahrung in der Herstellung hast, dann spielt es irgendwann eine Rolle.

Es gibt ein paar Hefen, die besondere Eigenschaften haben. Das ist zuerst für die Auswahl wichtig. Es gibt kältetolerante Hefen. Die Arbeiten auch noch im Bereich von 8 bis 12 Grad. zB. Steinberg.
Hier gilt es eine Hefe zu nehmen, die Deinen baulichen Gegebenheiten entgegen kommt.
Hast Du nur einen Schuppen, der im Sommer warm und im Winter kalt ist, dann solltest Du eine Hefe nehmen, die damit klar kommt.
Ansätze im Winter mit Steinberg und im Sommer zb. Malaga.

Die Alkoholtoleranz ist das zweite Merkmal. Soll Dein Wein per Nachzuckermethode fertig gestellt werden, dann ist eine Hefe mit geringerer Alkoholtoleranz Dein Freund. Sonst schädelt Dein Wein richtig. 17 - 18 Prozent ist ne Menge. Kann aber auch gut sein. Für Sherry zB, den man toll aus Hagebutten herstellen kann.
Prinzipiell ist es so, dass alle Hefen auf 17 - 18 Prozent kommen können. Aber meistens ist bei 14 - 15 Schluss und das reicht dann auch.

Du solltest Dir auch keine Hefe aussuchen, die eine hohe Nachfrage an Nährstoffen haben. Die zicken dann herum oder entwickeln Fehlgerüche, die zwar verschwinden, aber ja nicht notwendig sind. Such Dir was einfaches.

Deswegen sind die Hefen von K*tzinger okay. Sie sind für Hobby Weinmacher wie uns. Da gibt es dann Steinberg, Malaga, Burgund etc.

Tatsächlich sind das aber nicht die richtigen Namen der Hefe Stämme, sondern nur ein Vermarktungsname, der eine Anwendung suggerieren soll.

Die Profis im Weinsegment nehmen Standardhefen der Sorte gut und billig. Die heissen dann XBV oder BVE. Sehr klanglos, aber wirksam.

Ich habe gute Erfahrungen mit Lalvin C1108 bzw. Markenname RedStar gemacht. Im letzten Jahr habe ich Maxithiol als Vergleich angesetzt und kann quasi keinen Unterschied im Ergebnis ausmachen, obwohl C1108 eine Sekthefe mit geringen Fruchtnoten ist und die Maxithiol eine tiefe Struktur mit intensiven Fruchtnoten erzeugen soll.

Ist zu 90% Marketing Blabla

Abschließend noch die Brennhefen. Auch daraus kann man schmackhaften Wein machen. Ihre Stärke ist aber nicht der Geschmack, sondern dass sie sicher auf 18 % und mehr kommen. Ein einfacher Geselle für einen geradlinigen Auftrag.

Viel Spaß bei der Auswahl

Ach Update:
1. Kauf Dir eine der Standardhefen vom Winzerlabor. Das sind 500 g für 20 bis 39€
Laminieren, kühl und trocken lagern. Die halten so mindestens 3 Jahre (erprobt), ich vermute sogar deutlich länger.
2.
Manchmal gibt es hier im Forum Angebote zum Hefetausch. Da kommen dann immer spannende Sorten zu Dir. Einfach mitmachen.
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