Einstellung Säure und mehr

suschi
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Einstellung Säure und mehr

Beitrag von suschi » 05 November 2017 16:59

Sooo liebe verdammt guten Weinberater,

mittlerweile muss ich mir die Frage stellen ob es auch eine Honigleber gibt nach viel MET Konsum :lol:
Nein ehrlich, durch euch habe ich mittlerweile die nächsten 60 Liter angesetzt, die 20 Liter davor waren top und es macht riesen Spaß.
Behälter, Filter und sonstiges dazu geholt und weiter in die Produktion zu gehen....

Für eine Frage muss ich ein wenig ausholen damit Ihr es nachvollziehen könnt :mrgreen:
Mein Schwiergervater ist ein Uritaliener und macht nach alter Tradition Rotwein selber.Dazu lässt er sich ca. 400Kg Trauben aus Süditalien kommen die er dann weiter nach Wein verarbeitet.Wenn alles gegärt hat bwt zu Ende ist wird es in Flaschen abgefüllt und verschenkt.Schwefel, klären etc macht man nicht und der wird nach Gärende in Flaschen abgefüllt.
Dieser Wein hat einen sehr sauren Geschmack, wenn man sich nicht dran gewöhnt hat ist das wirklich heftig.Geschmacklich sonst gut, aber die Säure.

Meine MET Ansätze hatten bisher immer so 4,2g/l. Ich habe gerade mal eine Flasche von diesem Rotwein genommen und gemessen. Ich komme da auch 6,4g/L und ca. 12% Alkohol.
Jetzt würde ich gerne mal versuchen die Säure runter zu drücken. Geht das nun einfach noch so ? Milchsäure hatte ich mir mal bestellt falls ich die brauche...aber bisher noch ungeöffnet.

Generell mal noch zur Säure :
Viel Säure = sauren Geschmack und auch nicht prickelnd für den Magen ( beim empfindlichen Magen) ?
Wenig Säure = weicher Geschmack ?

Ich würde meinem Schwiegervater mal seinen Wein in etwas gemilderter Säure zeigen wollen.

Ich danke euch schon mal wieder im voraus.
Gibt es eine Honigleber ?

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Chesten
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Re: Einstellung Säure und mehr

Beitrag von Chesten » 05 November 2017 18:12

Ein gewisser Säuregehalt wirkt sich positiv auf dem Geschmack aus. Weine mit wenig Säure schmecken meist fade und langweilig aber wie du schon richtig sagst sind Weine mit viel Säure ein Problem für schwache Mägen.

Die ca. 4 g/L Säure bei deinem Met ist etwas wenig und die ca. 6 g/L liegen eigentlich in einem guten Bereich.
Bei Traubenwein besteht die Möglichkeit die Weinsäure auszufällen mit speziellen Kalk als Weinstein.
Das Problem ist dabei das die Apfelsäure im Traubenwein verbleibt und die Weinsäure weicher schmeckt als die Apfelsäure.

Bei Fruchtweinen/Met ist ein ausfällen mittels Kalk nicht möglich da die Produkte allesamt löslich sind und somit im Wein verbleiben aber der Wein dann nach Seife schmeckt ! Für Frucht- und Honigweine bleibt daher nur das verdünnen vor der Gärung um die Säure zu reduzieren.

Hier zu diesem Thema die Homepage :
http://www.fruchtweinkeller.de/Wine/saeure.html
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Josef
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Re: Einstellung Säure und mehr

Beitrag von Josef » 05 November 2017 19:32

Dein Problem sind nicht Säure und Alkohol, das liegt nämlich alles noch im grünen Bereich. :engel:
Dein Problem wird der fehlende Zucker sein. :tsts:

Wenn dein Schwiegervater den Wein einfach so vergärt hat bis sich nichts mehr tut, und der Wein liegt bei 12% dann ist der Zucker komplett raus. Dann wundert mich der saure Geschmack überhaupt nicht. :pfeif:

suschi
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Re: Einstellung Säure und mehr

Beitrag von suschi » 05 November 2017 19:47

Okay......ausser jetzt ein wenig Zucker ins Glas schütten kann man nichts mehr machen ?!?!?

Während der Gärphase kann ich nicht eingreifen....es ist ein Italiener...der lässt sich nicht in Handwerk pfuschen wenn ihr wisst was ich meine.

Ich werde bei meinem MET mal versuchen die Säure etwas auf 5 oder 6 g/l Liter zu erhöhen und mal den GEschmack testen.

Wann stell ich die Säure ein ? Am Anfang / Mitte oder kurz vor Ende der Gärphase ?
Gibt es eine Honigleber ?

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Josef
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Re: Einstellung Säure und mehr

Beitrag von Josef » 05 November 2017 20:01

Die Säure stellst du am besten sehr früh ein, da sie den Wein auch vor Krankheiten schützt.

Versuch doch mal bei der nächsten Lieferung von deinem Schwiegervater ein paar Kilo Trauben zu bekommen. Dann machst du mal deinen eigenen Wein daraus. :mrgreen:

suschi
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Re: Einstellung Säure und mehr

Beitrag von suschi » 05 November 2017 21:17

Trau ich mich nicht dran.....MET scheint noch der einfachere zusein, oder ?
Gibt es eine Honigleber ?

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Re: Einstellung Säure und mehr

Beitrag von 420 » 05 November 2017 21:20

Chesten hat geschrieben:
05 November 2017 18:12
... Bei Fruchtweinen/Met ist ein ausfällen mittels Kalk nicht möglich da die Produkte allesamt löslich sind und somit im Wein verbleiben aber der Wein dann nach Seife schmeckt ! Für Frucht- und Honigweine bleibt daher nur das verdünnen vor der Gärung um die Säure zu reduzieren.

Hier zu diesem Thema die Homepage :
http://www.fruchtweinkeller.de/Wine/saeure.html
Auf der HP-Seite steht ja, dass man mit Calciumcarbonat die Weinsäure fällen kann. Da in Fruchtweinen häufig Zitronen-, Milch- und Apfelsäure vorhanden ist, hilft Calciumcarbonat da nicht.

Es bleibt, wie es im Kapitel darunter auf der HP-Seite auch steht, die Doppelsalzfällung. Zwar nicht direkt erwähnt, dass es auch bei Apfelwein funktionieren wird, aber indirekt, weil dort ja steht...."Mit der Doppelsalzfällung kann nicht nur die Weinsäure, sondern auch die Äpfelsäure ausgefällt werden (daher kommt auch der Name)".

Dies habe ich nun auch bei meinem Apfelgrundwein für Sekt erfolgreich praktiziert. Kontrolle war heute und der Weinling, der vorher bei 11,5 g/l Säure lag, hat nun etwas über 9,5 g/l.

Und den Tipp von Josef kann ich nur unterstützen. Und wenn dann der Wein zu viel Säure hat, kannst Du zur Not Säure fällen, eine Hefe nehmen, die etwas Säure verzehrt oder auch eine BSA anstoßen.

Warum traust Du Dich da nicht dran, einfach machen und vorher hier ein paar Tipps holen.

VG
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Re: Einstellung Säure und mehr

Beitrag von Igzorn » 06 November 2017 07:35

Ja, auch meine Meinung:
Der Wein ist von den Zahlen gut. Der wird nur flacher ohne Säure. Nimm sonst 4 Flaschen, füll sie in einen 5 Liter Behälter und gib Zucker hinzu.
Wird die Gärung wieder aktiv, kannst Du ihn auf 16% ausbauen und dann ohne filtern stabil mit Restsüsse einstellen. Und im nächsten Jahr sagst Du ihm, dass Du das Hobby so toll findest, dass Du es mit 10 Litern auch probieren möchtest. Dann gibt er Dir was ab.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr. ... Rechtschreibfehler kommen alle durch dem Handy...

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Re: Einstellung Säure und mehr

Beitrag von Fruchtwasser » 06 November 2017 13:55

Als Stichwort fällt mir da Harmoniedreieck ein.
Alkoholgehalt, Säure und Restzucker müssen in einem ausgewogenen, zueinander passenden Verhältnis stehen, damit der Wein harmonisch schmeckt.
(Homepage: Die Analytik).
Wenn Säure und Alkohol von den Werten her gut sind, fehlt halt der Zucker.

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Re: Einstellung Säure und mehr

Beitrag von Fruchtweinkeller » 06 November 2017 17:44

Harmoniedreieck, das ist ein guter Hinweis. 6,4 g/L Säure sind im grünen Bereich, mit genügend Zucker und Alkohol als "Gegenstücke" kann der Wein harmonisch, rund und voll schmecken, ohne dass sich eine Komponente geschmacklich unangenehm in den Vordergrund drängt.
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: Einstellung Säure und mehr

Beitrag von Igzorn » 06 November 2017 17:59

Und da Du den Wein zuckern möchtest, brauchst Du mehr Alkohol. Mehr Säure wäre auch gut, aber das ist hinterher eher schwierig.
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Re: Einstellung Säure und mehr

Beitrag von suschi » 08 November 2017 23:31

Mal schauen was ich mache....

Vergesst nicht der is Italiener....die lassen sich nicht einfach in die Karten gucken :tsts:

Ne Spaß beiseite....ich schau mal was ich mache.....Trauben gibt er mir auf keinen Fall welche. Das ist sicher.
Gibt es eine Honigleber ?

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