Brombeerwein - Wie Lackmuspapier interpretieren? (Foto)

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Brombeerwein - Wie Lackmuspapier interpretieren? (Foto)

Beitrag von Raufbold » 06 August 2014 15:57

Hallo zusammen,
mein letzter Beitrag ist zwar etwas her, aber meine Freude am Weinmachen ist ungebrochen und mittlerweile habe ich schon einige Weine in der Flasche :) Bis auf einen brutal schmeckenden Bananenwein ist alles andere (Maracuja, Süß/Sauerkirsche, Himbeere, Erdbeere) lecker geworden.

Aktuell gärt allerdings im Keller ein Brombeerwein aus Waldbeeren. Leider komme ich bei der Säurebestimmung nicht ganz zurecht. Erstmalig muss ich hier Lackmuspapier einsetzen und ich schätze, mir fehlt da das geübte Auge.

Hier ein Scan der Teststreifen. Vielleicht kann mir jemand helfen den neutralen Wert zu erkennen. Ich würde ihn zwischen J und K einordnen.
Bild

Gruß und Dank!
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Re: Brombeerwein - Wie Lackmuspapier interpretieren? (Foto)

Beitrag von Chesten » 06 August 2014 17:49

Das Lackmuspapier hab ich bisher sehr selten genutzt. Ich bin immer nach dem Farbumschlag von Indikator der Blaulauge gegangen. Wenn der saftig grün bei mir war habe ich den Wert aufgeschrieben und noch einen Schuss dazugegeben wenn dann blau wurde wusste das der Wert den ich mir notiert hab richtig war.

Wenn du dir beim Indikatorpapier nicht sicher bist ob das den pH-Wert anzeigt den du haben willst beim Neutralpunkt gibt es einen kleinen trick. Da wenn das Indikatorpapier nass wird auch dunkel wird einfach ein Stück Indikatorpapier mit dest. Wasser nass machen und dann mit den Anderen vergleichen.

Nass müssen die beide ja gleich aussehen.
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Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Brombeerwein - Wie Lackmuspapier interpretieren? (Foto)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 06 August 2014 19:56

Lackmusmapier ist eine Krücke, und ich würde so einer Messung nicht trauen. Vom Augenmaß her würde ich sagen dass irgendwo bei i/j der Farbumschlag ist... ohne jede Gewähr. Wäre interessant andere pH-Teststreifen zu testen.
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Re: Brombeerwein - Wie Lackmuspapier interpretieren? (Foto)

Beitrag von tiga » 06 August 2014 22:21

Entweder titrieren und dabei den pH-Wert elektronisch messen oder aber man schenkt sich die ganze Messung und wartet bis der Wein fertig ist, bzw. verdünnt nach Geschmack
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Re: Brombeerwein - Wie Lackmuspapier interpretieren? (Foto)

Beitrag von 420 » 06 August 2014 22:52

tiga hat geschrieben:.........oder aber man schenkt sich die ganze Messung und wartet bis der Wein fertig ist, bzw. verdünnt nach Geschmack
Dann aber aufpassen. Verdünnen bedeutet Verringerung des Alkoholgehaltes und wenn dann noch eine Zuckerzugabe hinzukommt, könnten ohne Filterung oder Hitzebehandlung schnell Flaschenbomben produziert werden.

Grüße
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Re: Brombeerwein - Wie Lackmuspapier interpretieren? (Foto)

Beitrag von tiga » 07 August 2014 08:35

stimmt, ich hätte fast fertig schreiben sollen.
Nach dem Verdünnen sollte man ihm wieder etwas Zeit geben.

Ich habe zwar einen Filter den ich auch verwende, aber ich bin trotz dem dafür die Weine bis zum Ende auszubauen.
Wenn da dann viel Alkohol drin ist, macht das nichts.
Man kann ja weniger trinken :D
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Re: Brombeerwein - Wie Lackmuspapier interpretieren? (Foto)

Beitrag von Raufbold » 13 September 2014 14:49

Danke euch für die Tipps. Lackmus ist wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Wenn mal bisschen Geld da ist, besorge ich mir ein pH-Messer, schon rein aus Interesse wie gut ich den Farbumschlag früher abgeschätzt habe :D
Die Idee mit dem dest. Wasser ist so einfach wie gut. Das habe ich mal gemacht und es passt ganz gut irgendwo bei i und j rein, so wie Fruchtweinkeller schon meinte.
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Re: Brombeerwein - Wie Lackmuspapier interpretieren? (Foto)

Beitrag von Vinifikator » 13 September 2014 20:39

Also schlagt mich wenn ich irre, aber kann man nicht einfach eine kleine Menge des dunklen Brombeerweins nehmen und diese mit der selben Menge Wasser verdünnen. Anschließend wird das Gemisch ganz normal titriert und der gemessene Säurewert mal zwei genommen... Wenn das Gemisch dann immer noch zu dunkel ist wird einfach die doppelte Menge Wasser genommen und der Säurewert entsprechend multipliziert.

Müsste doch funktionieren... Ich meine sogar das schon mal hier im Forum so gelesen zu haben...
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Re: Brombeerwein - Wie Lackmuspapier interpretieren? (Foto)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 13 September 2014 21:02

Man kann das so machen wie auf der HP: Weinprobe mit dest. Wasser verdünnen (in der Hoffnung dass die Farbe verdünnt wird) und dann titrieren. Wenn man 10 mL Wein einsetzt ist die Säuremenge in der Probe wie gewünscht, da muss man nichts berechnen.
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Re: Brombeerwein - Wie Lackmuspapier interpretieren? (Foto)

Beitrag von Vinifikator » 13 September 2014 21:12

Ich glaube ich stehe gerade auf der Leitung. Wenn ich eine Menge X des Weines nehme ist in diesem ja eine bestimmte Menge Säure enthalten. Wenn ich den Wein jetzt 1:1 mit destilliertem Wasser verdünne , ist die Säuremenge doch halbiert.... Oder nicht? Beim titrieren muss ich doch dann zwangsläufig umrechnen um auf den richtigen Wert zu kommen. Sorry für dir blöde Frage :) Klär mich mal bitte auf Fruchtweinkeller....
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Re: Brombeerwein - Wie Lackmuspapier interpretieren? (Foto)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 13 September 2014 21:14

Nein. Die Säuremenge ist gleich, die Konzentration ist halbiert. Mit der Titration bestimmt du aber die Säuremenge in der Probe.

Solange du also 10 mL Wein einsetzt ist es egal wie stark du verdünnst.
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Re: Brombeerwein - Wie Lackmuspapier interpretieren? (Foto)

Beitrag von Vinifikator » 13 September 2014 22:36

Ich glaube ich kann dir immer noch nicht ganz folgen.... Wenn ich, wie oben beschrieben, eine x-beliebige Menge sehr dunklen Weines nehme und diese dann mit der gleichen Menge Wasser verdünne, anschließend gebe ich diese Mischung bis zur Nullmarkierung in den Messzylinder. Nun wird solange Blaulauge hinzugeben bis ein Farbumschlag zu sehen ist. Nach meiner Logik muss ich jetzt den Säurewert mal zwei nehmen um auf den richtigen Säurewert des Weines zu kommen. Kann ich hier wirklich einfach ohne umrechnen den Säurewert annehmen als wäre der Wein nicht verdünnt? Oder reden wir gerade an aneinander vorbei? Erklär mir das mal so als wäre ich fünf Jahre alt ;)
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