Säuregehalt Aprikosenwein

Diago
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Säuregehalt Aprikosenwein

Beitrag von Diago » 29 Juli 2014 15:23

Hallo,
ich bins schon wieder mit meinem Lieblingsthema Aprikosenwein ;) Als Anfänger kommen mir da einige Fragen.

Ich habe heute mein Acidometer bekommen und natürlich meinen am Sonntag abgepressten Aprikosenwein getestet, er kam mir ziemlich sauer vor.

War er dann auch ... meine erste Messung ergab 11 g/L Säure. Die zweite Messung bestätigte das ebenfalls.
Zuerst schockiert dachte ich, haste wohl was falsch gemacht. Also eine 5 g/L Zitronensäure hergestellt ... Ergebnis stimmt exakt!

So was tun: wenn ich die Säure auf 8 g/L runterbringen will müsste ich rein rechnerisch (20 L Ansatz) ja 7,5L Wasser zusetzen... kann ich das einfach tun? Oder ist es jetzt nach dem Abmaischen zu Spät? Platz im Behälter hätte ich sogar. Testhalber hatte ich den Rest den ich abgezogen hatte mal 1:1 mit Wasser verdünnt war viel angenehmer zu trinken ... geschmacklich aber auch noch nicht total verwässert.


Vielen Dank für Ratschläge schon mal im voraus ;)



Ps. gibt es ein passendes Forum wo mein "Projekt" reinpasst ... habe offensichtlich immer wieder Fragen zu verschiedenen Themen und würde nicht immer nen neuen Thread erstellen wollen ;) Wo würde das Thematisch hingehören?

tiga
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Re: Säuregehalt Aprikosenwein

Beitrag von tiga » 29 Juli 2014 16:14

Wenn du platz hast, dann würde ich verdünnen.
Dabei aber auch noch Raum fürs Nachzuckern lassen.
Es mischt sich deutlich besser, wenn man Zucker oder Honig vorher mit ein wenig Wasser verrührt
Gruss
Jan

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Diago
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Re: Säuregehalt Aprikosenwein

Beitrag von Diago » 29 Juli 2014 16:42

Ich würde dann (laut Fruchtweinrechner app) erstmal 6,82 L Wasser und nochmal Zuckr für 2 vol.% Alkohol zufügen (1,13 Kg) und dann muss ich wohl aufs beste hoffen das der Geschmack ausreicht.

tiga
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Re: Säuregehalt Aprikosenwein

Beitrag von tiga » 29 Juli 2014 17:23

Gerade wenn man etwas öfter nachzuckern muss, weil die Hefe kein Ende findet, wird der Platz oft knapp.
Lieber erst mal nur 5 l zugeben und wenn alles fertig ist, sehen wo die Säure steht.

Verdünnen kannst du auch noch kurz vor der Abfüllung
Gruss
Jan

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Diago
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Re: Säuregehalt Aprikosenwein

Beitrag von Diago » 29 Juli 2014 17:51

Naja dann sind immernoch knapp 4 L Luft im Eimer... hat doch ein gutes ;) und mein Problem mit dem zu großem Klärballon löst sich dadurch auch irgendwie ;)

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Re: Säuregehalt Aprikosenwein

Beitrag von CJD » 29 Juli 2014 17:57

Ist eine blöde Frage.. .Aber hast du vorher die Kohlensäure von dem noch gärenden Wein entfernt?
"Sie schnitten eine Weinrebe ab, die so schwer war, dass zwei Männer sie an einer Stange tragen mussten." 4.Mose 13,23

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Re: Säuregehalt Aprikosenwein

Beitrag von Diago » 29 Juli 2014 18:08

CJD hat geschrieben:Ist eine blöde Frage.. .Aber hast du vorher die Kohlensäure von dem noch gärenden Wein entfernt?
Ordentlich ausgeschüttelt. Und beim titrieren selbst wird ja auch nochmal geschüttelt.

Hab jetzt verdünnt, der Wein erscheint deutlich Trinkbarer hat jetzt 8 g/L Säure - geschmacklich auch noch voll da kein Stück wässrig, hoffentlich bleibts so.

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Re: Säuregehalt Aprikosenwein

Beitrag von Diago » 05 August 2014 13:38

So jetzt habe ich offiziell ein Problem:

Der Säuregehalt ist wieder rauf auf 11g/L.
Kohlensäure habe ich auch diesmal ordentlich ausgeschüttelt.

Der Wein hat ein kratziges Aroma im Abgang. Ich befürchte, dass ich mir einen Milchsäurestich eingehandelt habe (oder etwas ähnliches). Einen "buttrigen" Geschmack oder ähnliches konnte ich nicht feststellen. Ich habe jetzt erstmal mit 1g/10L geschwefelt. Besorge nachher mal Aktivkohle aus der Apotheke (falls die sowas haben) und werde ihn dann in einen neuen Ballon umziehen heute Abend.
Alkoholgehalt bei 9,5%.
Gibt es noch hilfreiche Tipps oder ist da nicht mehr viel zu retten?

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Re: Säuregehalt Aprikosenwein

Beitrag von Fruchtweinkeller » 05 August 2014 21:46

So eine Säurezunahme ist definitiv nicht normal. Üblicher weise würde ich jetzt fragen: Bist du dir sicher dass die Messungen stimmen und die Kohlensäure vor der Messung entfernt wurde? Wahrscheinlich antwortest du 2x mit "ja". Wie ist deine Angärung verlaufen, was für eine Hefe hast du verwendet? Von Aktivkohle würde ich erst einmal die Finger lassen; solange du keinen Fehlgeschmack erkennst wird die Kohle eher schaden als nutzen.
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Re: Säuregehalt Aprikosenwein

Beitrag von Diago » 05 August 2014 23:09

Fruchtweinkeller hat geschrieben:So eine Säurezunahme ist definitiv nicht normal. Üblicher weise würde ich jetzt fragen: Bist du dir sicher dass die Messungen stimmen und die Kohlensäure vor der Messung entfernt wurde? Wahrscheinlich antwortest du 2x mit "ja". Wie ist deine Angärung verlaufen, was für eine Hefe hast du verwendet? Von Aktivkohle würde ich erst einmal die Finger lassen; solange du keinen Fehlgeschmack erkennst wird die Kohle eher schaden als nutzen.
Zum Verfahren: Ich habe eine Weinprobe gezogen, kurz mit einem Teefilter gefiltert, dann in einem (leeren und sauberen) Marmeladenglas die Kohlensäure gründlich ausgeschüttelt (mit zwischenzeitlichem Druckablass) ca 1-2 Minuten. Titrieren als solches stellt mich nicht vor größere Probleme, habe das im Anorganische Chemie Praktikum und später der Hydrometallurgie in etlichen Laborstunden geübt, will aber nicht ausschließen da evtl. dennoch Fehler gemacht zu haben.

Zur Hefe: Ich habe eine Sherry Flüssighefe (Asche auf mein Haupt). Diese habe ich in einem Gärstarter angesetzt hat auch gut gegärt nach 3 Tagen ging der dann in den Wein. Die Hälfte vom Gärstarter landete im Aprikosenwein, die andere Hälfte in einem Johannisbeerwein (dieser zeigt keine solchen Probleme und schmeckt ausgesprochen gut bislang).

Die Gärung lief zügig an, habe Abends gegen 22 Uhr angesetzt und morgens um 6 war es schon fleißig am blubben. Nach 9 Tagen die Maische abgepresst da waren es ca 6% Alkohol. 2 Tage später war mein Acidometer da und ich habe gemessen 11 g/L - dann verdünnt auf 8 g/L - heute wieder gemessen 11 g/L.

Hatte vor dem ernten und ansetzen hier viel gelesen und extra nur die Früchte direkt vom Baum und kein Fallobst oder ähnliches verwendet.

Ich habe wie gesagt erstmal mit 1 g/L geschwefelt und hoffe das die Hefe das mitmacht (wenn nicht wäre mit 9,5% zur Not auch genug Alkohol vorhanden), habe jetzt einmal in einen neuen Ballon abgezogen falls doch im Bodensatz Milchsäurebakterien ihr Unwesen treiben. Hoffe, dass das erstmal kein größerer Fehler war.

Aktivkohle gibt es hier nicht in der Apotheke (zur Verwendung im Wein), hätte ich aber sowieso erst genutzt nachdem hier jemand gesagt hätte das das sicher keine schlechte Idee ist ;)

Jetzt bin ich etwas ratlos - gerade als Anfänger bin ich da natürlich massiv verunsichert was ich da falsch gemacht haben könnte.

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Re: Säuregehalt Aprikosenwein

Beitrag von Fruchtweinkeller » 05 August 2014 23:24

Aus der Entfernung ist eine Diagnose ja leider nie einfach. Eine Angärung nach 3d ist nicht gerade schnell, aber nicht auch nicht dramatisch langsam. Je länger es dauert, desto unsicherer muss man freilich sein was da vor sich hin blubbert oder was nicht. Nach 9d 6% Alkohol ist aber sehr wenig, da würde ich deutlich über 10% erwarten. Zucker war genug vorhanden?

Abziehen vom Bodensatz bringt akut wenig, Milchsäurebakkis bilden im Wein keinen Bodensatz. Damit ist hast du "nur" Hefe entfernt... Was nicht günstig ist weil dir jetzt die Gärpower fehlt, was noch erschwert wird durch die Schwefelung.

Die Gärung in Gang bringen ist ja auch nicht immer einfach, und es ist ja immer eine Gewissensentscheidung wie viel Arbeit man in einen verkorksten Ansatz investieren will. Vielleicht ist nicht verkehrt wenn du die Gärung einfach beendest, also Hefe komplett absetzen lassen, abziehen, nochmal schwefeln und mit Sorbat stabilisieren, dann fix wegtrinken. Und der nächste Ansatz wird dann hoffentlich problemlos vergären.
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Re: Säuregehalt Aprikosenwein

Beitrag von Diago » 06 August 2014 09:00

Fruchtweinkeller hat geschrieben:Aus der Entfernung ist eine Diagnose ja leider nie einfach. Eine Angärung nach 3d ist nicht gerade schnell, aber nicht auch nicht dramatisch langsam. Je länger es dauert, desto unsicherer muss man freilich sein was da vor sich hin blubbert oder was nicht. Nach 9d 6% Alkohol ist aber sehr wenig, da würde ich deutlich über 10% erwarten. Zucker war genug vorhanden?

Abziehen vom Bodensatz bringt akut wenig, Milchsäurebakkis bilden im Wein keinen Bodensatz. Damit ist hast du "nur" Hefe entfernt... Was nicht günstig ist weil dir jetzt die Gärpower fehlt, was noch erschwert wird durch die Schwefelung.

Die Gärung in Gang bringen ist ja auch nicht immer einfach, und es ist ja immer eine Gewissensentscheidung wie viel Arbeit man in einen verkorksten Ansatz investieren will. Vielleicht ist nicht verkehrt wenn du die Gärung einfach beendest, also Hefe komplett absetzen lassen, abziehen, nochmal schwefeln und mit Sorbat stabilisieren, dann fix wegtrinken. Und der nächste Ansatz wird dann hoffentlich problemlos vergären.
Das mit der Gärung hab ich falsch beschrieben bzw. ein Detail vergessen - ich habe den Gärstarter nach 3 Tagen zugegeben. Da hat der aber heftig geschäumt, der Gärstarter fing nach gut 2 Stunden nach Hefe zugabe an zu blubbern und den ersten Schaum zu bilden. Die Hefe hat also sehr gut gegärt.

Zu den 6 % Alkohol - mein Vinometer scheint in der tat mehr ein Ratometer zu sein. Es kann sein das die erste Messung da stark fehlerbehaftet war (mangels Erfahrung). Mittlerweile weiss ich wie ich da besser an reproduzierbare Ergebnisse komme. Hatte den Wein aber ja mit knapp 7 Liter verdünnt, daher jetzt der Alkoholgehalt von "nur" 9,5 %

Aktueller Status:
Es scheint noch weiter zu gären zumindest blubbt es wieder mehrfach pro Minute. Ich beobachte den nach wie vor sehr kritisch.

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