Säuregehalt falsch gemessen. Met für den Abfluss?

mawi1512
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Säuregehalt falsch gemessen. Met für den Abfluss?

Beitrag von mawi1512 » 07 Dezember 2013 12:45

Hallo Leutz,
ich wollte mich einmal kurz vorstellen. Ich bin der Mario 38 aus NRW, Heinsberg.
Ich bin gerade ein meinem ersten Met. Ich habe aber einen schwerwiegenden Fehler gemacht.

Angesetzt am 30.11.13
Ich habe 10L angesetzt wie hier aus dem Forum nach Anleitung beschrieben.
Leider hatte ich etwas missverstanden. (Dazu sh. 07.12.13)
Alkohol Gehalt war bei 10% laut Öchselwaage

Am 06.12.13 also heute (1Woche später nach dem Ansatz)
Machte ich einen Geschmackstest.
Der Ansatz riecht streng nach Alkohol und schmeckt extrem Säurig.
Alkohol Gehalt gemessen. 8,5%
Ich hatte gelesen, es wäre das Verhältnis von Säure und Rest süße die nicht stimmt.
Mit genügend Zucker Ausgleich würde sich das beheben.
Also habe ich den Alkohol Gehalt gemessen (8,5%), gelesen dass dieser zw 13-15% sein muss.
Also 320gr Zucker direkt ins das Fass hinzugefügt und kräftig geschüttelt.

07.12.13
Durch Zufall hatte ich heute etwas gelesen, wodurch sich ein fataler Fehler bei mir erleuchtete.
Ich hatte am 30.11.13 beim Ansatz den Säuregehalt gemessen, aber ich dachte jeder Strich wäre ein 1g/l, und nicht wie tatsächlich 0,1g/l.
Somit hatte ich tatsächlich 0,7g/L und nicht 7g/L.
Da der Wert also wie ich dachte korrekt gewesen war, habe ich an den Säuregehalt somit am 30.11.13 nichts mehr gemacht.

Heute Säuregehalt gemessen: 4,9g/L.
Heute Alkohol gemessen: 8,5%
Also habe ich den Säurewert an den korrekten Wert angepasst, also auf 6,5g/L.
Ich habe 24ml 80% Milchsäure hinzufügen müssen, um auf meinem Wert von 6,5g/L zu kommen.
Geschmack immer noch total Säurehaltig.

Meine Frage:
Ist mein Met etwas für den Abfluss, oder kann ich noch was retten?

Es wäre nett wenn mir jemand helfen könnte.
Gruss
Mawi

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Josef
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Re: Säuregehalt falsch gemessen. Met für den Abfluss?

Beitrag von Josef » 07 Dezember 2013 16:43

Hallo und Willkommen bei uns. :)

Warum willst du den Met in den Abfluss kippen? wenn ich das richtig verstanden habe, hattest du am Anfang zu wenig Säure und hast die im Nachhinein erst ausgeglichen. Wenn der Wein bis dahin keinen Schaden genommen hat, kannst du ihn doch problemlos weiter gären lassen.

Nur eins ist mir bei der Sache noch unklar: Du hast 0,7g/l Säure gemessen, aber gedacht es seien 7g/l. Deswegen hast du auch keine weitere Säure zugefügt.
Heute hast du noch mal gemessen und kommst auf 4,9g/l.
Wo kommen die 4,1g her? :hmm:

Und womit hast du die Säure gemessen, das du auf 1/10g genau messen kannst?

Latemar
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Re: Säuregehalt falsch gemessen. Met für den Abfluss?

Beitrag von Latemar » 07 Dezember 2013 16:59

Hallo und auch von mir noch ein herzliches Willkommen hier bei uns im Forum :clap:

Mir ist aus deinen Schilderungen auch einiges unklar.

Du schreibst: Alkohol Gehalt war bei 10% laut Öchselwaage
Alkohol kann man nicht wirklich mit der Öchsleware messen. Damit kannst du allenfalls die Dichte der Flüssigkeit messen.
Hast du ein Vinometer? Da kommen zumindest annähernde Werte bezüglich Alkohol raus.

Wenn du schreibst, dass der Met sauer schmeckt, dann könnte es sein, dass kein Zucker/Honig mehr vorhanden ist. Die Hefe hat schon ganze Arbeit geleistet.
Wenn du mit dem Vinometer einen Wert bekommst, kann man sogar ungefähr nachrechnen ob dem so ist.

Was die Säure betrifft: Wie misst du diese?
Ansonsten kann ich Josef nur zustimmen ;-)

Latemar
Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren; Joh.2,10

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Josef
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Re: Säuregehalt falsch gemessen. Met für den Abfluss?

Beitrag von Josef » 07 Dezember 2013 20:26

Stimmt, die Frage mit der Alkoholmessung hatte ich auch noch, aber da die Frage sich auf die Säure bezog, hatte ich das ganz vergessen. :schlecht:

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Re: Säuregehalt falsch gemessen. Met für den Abfluss?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 07 Dezember 2013 21:03

Wenn der Wein den gemessenen Säuregehalt hat ist der Säuregehalt nicht zu hoch. Wenn du die Kohlensäure nicht gründlich ausgeschüttelt haben solltest vor der Messung und du daher einen Fehler hast ist der Säuregehalt sogar eher zu niedrig.

Wenn der Wein sauer schmeckt stimmt die Balance zur Restsüße nicht. Wie man das einstellt ist hier beschrieben:

http://www.fruchtweinkeller.de/Wine/zucker.html
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mawi1512
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Re: Säuregehalt falsch gemessen. Met für den Abfluss?

Beitrag von mawi1512 » 07 Dezember 2013 21:20

Hallo Leutz,
vielen Dank schon einmal für eure Antworten.
Hier die Antworten zu eueren Fragen.

@Josef
Ja du hast das richtig verstanden mit den Zitat„Nur eins ist mir bei der Sache noch unklar: Du hast 0,7g/l Säure gemessen, aber gedacht es seien 7g/l. Deswegen hast du auch keine weitere Säure zugefügt.
Heute hast du noch mal gemessen und kommst auf 4,9g/l.“
Zu deiner Frage „Wo kommen die 4,1g her?“

Die gleiche Frage stelle ich mich auch.

@ Latemar
Säure gemessen habe ich mit dem Acidometer (es können auch 5g/l) gewesen sein.
Den Alkohol Gehalt beim ansetzen habe ich mit der Drei Skalen Sensimeter gemessen.
Gestern und heute habe ich mit dem Vinometer gemessen.
Der Gärspund gibt auch keine Geräusche mehr von sich. Hat die tatsächlich ihre Arbeit tatsächlich schon beendet?

@Josef
Ja du hast das richtig verstanden mit den „Nur eins ist mir bei der Sache noch unklar: Du hast 0,7g/l Säure gemessen, aber gedacht es seien 7g/l. Deswegen hast du auch keine weitere Säure zugefügt.
Heute hast du noch mal gemessen und kommst auf 4,9g/l.“
Zu deiner Frage „Wo kommen die 4,1g her?“
Die gleiche Frage stelle ich mich auch.
@ Latemar
Säure gemessen habe ich mit dem Acidometer (es können auch 5g/l) gewesen sein.
Den Alkohol Gehalt beim ansetzen habe ich mit der Drei Skalen Sensimeter gemessen.
Gestern und heute habe ich mit dem Vinometer gemessen.
Der Gärspund gibt auch keine Geräusche mehr von sich. Hat die Hefe ihre Arbeit tatsächlich schon beendet?
Gruss
Mawi

@ fruchtweinkeller
Du hast mit deiner Aussage vollkommen Recht.
Zitat“ Wenn der Wein den gemessenen Säuregehalt hat ist der Säuregehalt nicht zu hoch. Wenn du die Kohlensäure nicht gründlich ausgeschüttelt haben solltest vor der Messung und du daher einen Fehler hast ist der Säuregehalt sogar eher zu niedrig.“

Denn wenn die Umstände der Messung richtig gewesen wären, hätte mir de Acidometer bei 0,7g/L nicht den richtigen Farbumschlag angeben dürfen.
Somit hätte ja der Farbwechsel auf Dunkel Grün bzw. Blau viel später umschlagen müssen.
Wodurch ich weit über die 0,7g/L kommen hätte müssen.
Damit wäre mir mein Fehler bereits während der Messung auffallen müssen.

Das bedeutet ich muss jetzt schauen das ich mit Nachzuckern den Geschmack in den Griff bekomme.
heute 07.12.13 21:30 Uhr
Alkohol noch einmal gemessen mit Vinometer: 11%
Die Hefe hat also vom 06.12 – 07.12.2013 noch einmal fleißig gearbeitet.
Wenn ich das mal an den Werten sehe.


Gruss
Mawi

vladdi78
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Re: Säuregehalt falsch gemessen. Met für den Abfluss?

Beitrag von vladdi78 » 09 Dezember 2013 11:37

Ich versuche mal, paar Sachen zusammenzufassen:

- Bei 10ml Weinprobe entspricht 1 ml zugegebener Titrierlösung 1g Säure / Liter. Sicherlich kann man auch in 0,1ml-Stufen die Säure messen, aber ich hab schon Probleme, den genauen Farbumschlag bei 0,5ml-Schritten zu erkennen.

- Die stürmische Gärphase, in der die ersten 8 - 10 Vil-% Alc erzeugt werden, kann schon in weniger als einer Woche komplett abgeschlossen sein! Deshalb gerade zu Beginn immer ein Auge auf den Ansatz haben und zeitig nachfüttern

- wenn der Zucker komplett weg ist schmecken selbst 4,5g Säure / Liter wie eine Zitrone (übertrieben formuliert)

- vor der Säuremessung immer das CO2 rausschütteln, sonst verfälscht es das Ergebnis

- das Lügom... äh - Vinometer kann - je nach CO2-Gehalt des Weins - ein (stark) verfälschtes Ergebnis liefern, solange der Gärprozess noch im Gange ist. Schütteln kann helfen, aber wenn der Zucker nicht gerade in einem hefe-eigenen, Schwarzen Loch verschwindet, würde ich mich eher an den zugegebenen Zuckermengen orientieren; das Vinometer kann dann die Schätzung zumindest bestätigen

- am besten Met immer mit Honig nachfüttern, nicht mit Zucker. Zucker sorgt zwar für Alkohol, aber Honig für den Geschmack. Und mich haben so einige Honigsorten im Nachhinein geschmacklich enttäuscht (da zu zurückhaltend)

- sollte der Ansatz doch mal übersäuert sein: Wasser dazu, Honig rein, Problem gelöst! Bei keinem anderen Wein kann man eine Übersäuerung so einfach in den Griff kriegen wie beim Met!
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Re: Säuregehalt falsch gemessen. Met für den Abfluss?

Beitrag von mawi1512 » 09 Dezember 2013 20:34

@ vladdi78
vielen Dank für deine Antwort.
Ich habe jetzt mit Zucker und Honig nachgezuckert.
Für 4% Alkohol mehr zu erreichen (11%->15%) habe ich 356gr Zucker und zk 700gr Honig hinzugefügt.
Danach gut geschüttelt und Probe gezogen.
Mein Met schmeckt jetzt schon ganz anders :)
Nicht mehr übersäuert.
Wegen des vielen Zuckers ist er jetzt natürlich noch zu süß.

Mal die Tage abwarten wie er sich entwickelt.

Gruss
Mario

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Re: Säuregehalt falsch gemessen. Met für den Abfluss?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 09 Dezember 2013 20:42

Das war mutig. Was machst du wenn dein Ansatz nun eine Gärstockung durch zu viel Zucker bekommt oder wenn die Vinometermessung und damit deine Rechnung total daneben ist? Na, da kann man nur die Daumen drücken.

Wie man richtig nachzuckert siehe auch:

http://www.honigweinkeller.de/Met/met1.html

Abschnitt "Gärungsverlauf".
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Re: Säuregehalt falsch gemessen. Met für den Abfluss?

Beitrag von mawi1512 » 07 Februar 2014 21:13

Hallo Leutz,
nach langer Zeit wollte ich euch mein Ergebnis einmal mitteilen.
Also mein MET hat es überlebt. Alkohol Gehalt 16% laut Vinometer.
Das Zeug haut mir die Birne weg.
Zwei Gläser, und meine Rolladen machen dicht 
Die Klärung ist gut verlaufen. Ich habe einen schönen klaren MET.
Leider habe ich mit dem Nachzuckern etwas mit dem Honig übertrieben.
Er ist mir doch ein wenig zu Süß geworden, wodurch mit der Schädel am anderen Tag mächtig brummt.
Aber ich bin zufrieden.
Meine Frage jetzt an euch:
Kann ich den MET nicht verdünnen?
So das er weniger Süß schmeckt und weniger Alkohol Gehalt bekommt?
Gruß
Mawi

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Re: Säuregehalt falsch gemessen. Met für den Abfluss?

Beitrag von Latemar » 07 Februar 2014 21:36

Also ich hätte da kein Problem.

Beim Verdünnen solltest du aber wieder die Säure anheben, damit der Met nicht zu flach wird.
Wenn der Alkoholgehalt sinkt, kann die Hefe wieder aktiv werden. Wie willst du dann den gegen Nachgärungen stabilisieren?
mawi1512 hat geschrieben:Er ist mir doch ein wenig zu Süß geworden, wodurch mir der Schädel am anderen Tag mächtig brummt.
Ich glaube nicht, dass der Brummschädel von zu viel Süße kommt. Da sind andere Dinge Schuld.

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Re: Säuregehalt falsch gemessen. Met für den Abfluss?

Beitrag von mawi1512 » 07 Februar 2014 21:51

Hallo Latemar,
was meinst du, da sind ander Dinge schuld?
Der zu hohe Alkohol Gehalt, oder andere Substanzen?
Gruss
Mawi

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