2 identische Ansätze, 2 unterschiedliche Messwerte

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2 identische Ansätze, 2 unterschiedliche Messwerte

Beitrag von Metdruidenlehrling » 01 Oktober 2013 21:45

Hey Leute, ich muss erneut etwas fragen...
Es geht mal wieder um meine 2 Pflaumenwein-Zwillinge. Einer im Glasballon, einer im Gärfass. (Ich stellte bereits die Frage, warum der Ansatz im Glas besser gärt)

Nun stehe ich wie der Ochse vom Berg und verstehe folgendes nicht: Die Maische wurde nach 1 1/2 Wochen Gärung abgepresst, beide Weine mit einander vermischt (aus logistischen/Platzgründen) und gemessen wurde ein Wert von 12% Vol.Alk. bei beiden. Gab also weiter Zucker zu und wartete wieder eine Woche. Heute wollte ich die Säure einstellen, maß den Weinling im Fass und aha, 7g/l, perfekt!
Nun wirds kurios: Der Weinling im Glasballon, der identisch mit dem Pflaumenwein ist, hinzu noch mit dem anderen vermischt wurde, weist nur ca. 4g/l auf laut Acidometer... :schlecht:

Was kann da passiert sein?! Sie sind in jeder hinsicht identisch, sei es Zutaten wie auch Behandlung. Nun 2 unterschiedliche Werte, die nach 2 korrekten Messungen unterschiedlich sind?! Ist ja nicht der erste Met, den ich produziere aber diese Zwillinge sind wirklich seltsam, Boing... ?-|

Gruß
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Re: 2 identische Ansätze, 2 unterschiedliche Messwerte

Beitrag von Fruchtweinkeller » 01 Oktober 2013 22:15

Das ist ein gutes Rätsel :hmm: Den Säuegehalt hast du vor dem Splitten nicht zufällig gemessen? Könnte da etwas ungleich gemischt gewesen sein?

Behalte den Säuregehalt im Auge. Wenn der noch weiter abfällt könnten sich unliebsame Mikroben eingenistet haben.
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Re: 2 identische Ansätze, 2 unterschiedliche Messwerte

Beitrag von Metdruidenlehrling » 02 Oktober 2013 15:10

Mach mir bitte keine Angst... 8-! 8-! 8-! ich arbeite immer unter hohen Sauberkeitsansprüchen. Alles wird vorher quasi in Kadifit "eingelegt", um absolut sicher zu gehen, so auch bei allen verwendeten Gerätschaften und Behältnissen. :tsts:
vor dem Splitting
War in dem Sinne kein Splitting. Beide Ansätze waren identisch, wurden mit einander vermischt und dann erst wieder geteilt. Ergo müssten beide Weinlinge die selben Startvorraussetzungen gehabt haben, also selben Säuregehalt. Dass einer nun so absäuft besorgt mich dennoch.

Leider habe ich vorher keine Messungen zur Säure gemacht.. woraus ich wohl nur eine Lehre ziehen kann.
Hättest du mir noch eine Erklärung für die Mikro-Organismen, wie sie in der Lage sein können, den Säuregehalt zu verringern? Bin Biologiestudent im 1.Semester und Mikrobiologie interessierte mich schon im Leistungskurs in der Schule brennend :hmm:

Frage noch: Soll ich jetzt weiter nachzuckern? Denn es ist eine Woche seit der letzten Zuckerung vergangen, der Alk ist von ca. 12% auf 14% gestiegen und die Gärung verläuft noch weiter. Und sind besagte Mikroben gefährlich für den Erfolg des Weines? (Angst!)

Gruß
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Re: 2 identische Ansätze, 2 unterschiedliche Messwerte

Beitrag von Fruchtweinkeller » 02 Oktober 2013 19:34

Ein künftiger Kollege :) Milchsäurebakterien können unterm Strich Säure abbauen, was allerdings nicht unbedingt wahrscheinlich ist solange noch Zucker vorhanden ist. Aber eine bessere Erklärung fällt mir leider auch nicht ein. Dir bleibt leider nur eines: Weitermachen und den Säuregehalt im Auge behalten. Wenn die Werte von nun an stabil bleiben würde ich ignorieren was ich nicht verstehe :mrgreen:

Es kann schon mal sein dass man ein paar Eimer Früchte sammelt und in Eimer A nur die mit "Südlage" hat und in Eimer B die Säuerlinge. Aber du alles vermischt hast ist das ja auszuschließen.
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Re: 2 identische Ansätze, 2 unterschiedliche Messwerte

Beitrag von Metdruidenlehrling » 02 Oktober 2013 21:06

Waaaooow... dass der große Dr. Andreas Kranz mal nicht weiss, was in einem Wein vorgeht.. Der Weinflüsterer ist sprachlos :-D :-D

Kleiner Spaß. Nagut, dann schau ich mal, was in einer Woche so passiert... Aber wieso..? Wie kann das nur passiert sein :cry:
Fruchtweinkeller hat geschrieben:Ein künftiger Kollege :)
Mich hat ja eh schon immer interessiert, in WAS du deinen Doktor gemacht hast :engel:
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Re: 2 identische Ansätze, 2 unterschiedliche Messwerte

Beitrag von Fruchtweinkeller » 02 Oktober 2013 21:14

Steht doch alles auf der HP ;)
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Re: 2 identische Ansätze, 2 unterschiedliche Messwerte

Beitrag von Metdruidenlehrling » 06 Oktober 2013 12:52

Nöööö, nur, dass du gern Bilder schießt und für eine mysteriöse Firma arbeitest, die Proteine oder so herstellt um die Weltherrschaft an sich zu reißen, mehr nicht :mrgreen:
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Re: 2 identische Ansätze, 2 unterschiedliche Messwerte

Beitrag von Fruchtweinkeller » 06 Oktober 2013 13:48

Irgendwo ist sogar ein Link auf meine Arbeit :engel: Es ging dabei um den intrazellulären Transport von Membranproteinen.

Und nix gegen meinen Broetchengeber 8-)
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Re: 2 identische Ansätze, 2 unterschiedliche Messwerte

Beitrag von Metdruidenlehrling » 09 Oktober 2013 22:14

Kleines Update Herr Kranz...

Die Säure ist nun anscheinend bei 4g/l stehen geblieben. Nach einer Woche (dem Mischen) ist er um 3g/l abgestürzt, jetzt nach einer weiteren Woche stabil...

Krise überstanden? Oder kann nach dem Abfüllen nochmal was ausbrechen und mir die Säure wegessen..? Und soll ich jetzt Säure einstellen?
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Re: 2 identische Ansätze, 2 unterschiedliche Messwerte

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 Oktober 2013 09:55

Klingt ja erst einmal positiv.

Säure einstellen oder nicht? Schwierig, wir wissen ja nicht was da drin ist und was die noch anstellen. Andererseits könnte ein niedriger Säuregehalt Milchsäurebakkis fördern.

Vielleicht erst einmal auf gut 5 g/L aufsäuern?
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Re: 2 identische Ansätze, 2 unterschiedliche Messwerte

Beitrag von Metdruidenlehrling » 10 Oktober 2013 18:43

Okay mach ich. Schmeckt auf jeden fall ca. so: ?-? -> ?-| -> 8-! -> :oops: -> würg... Säurelose Pflaumenplörre...

Auf jeden fall auch nachzuckern, nicht wahr?
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Re: 2 identische Ansätze, 2 unterschiedliche Messwerte

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 Oktober 2013 21:32

Erst nachsüßen wenn der Zucker verbraucht ist.
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