Apfelsekt - Restsüße und Lagerung

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Weinkammer
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Apfelsekt - Restsüße und Lagerung

Beitrag von Weinkammer »

Hallo zusammen,

Durch stilles Mitlesen könnte ich bereits erfolgreich Weine und Sekte erschaffen, danke dafür!

Aktuell steht eine Versuchsreihe mit der "Methode rurale" an. Also keine Zweit Flaschengärung sondern direkt alles in die Endflasche.

Zucker verliert ja während der Weinlagerung ca. 1/3 seiner Süßkraft.
Wenn ich also sage ich möchte einen halbtrockenen Sekt mit 15g Restzucker/Liter, schmecke ich dann immer nur 10g Restzucker nach mehrjähriger Lagerung?

Oder zuckere ich den Grundwein/Saft so auf, dass dieser auch nach Verlust von 1/3 Süßkraft bei "geschmeckten" 15g/Liter liegt? In diesem Beispiel also auf 20 g/Liter aufzuckern?

Ich hoffe meine Frage ist verständlich, über die Forensuche hab ich nix passendes gefunden. Ansonsten freue ich mich über den Link.

Besten Dank vorab!
Klette
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Re: Apfelsekt - Restsüße und Lagerung

Beitrag von Klette »

"Die objektive Süßkraft beider Monosaccharide zusammen beträgt nur etwa 2/3 der ursprünglichen Saccharose. Dies hat zur Folge, dass junge Weine rund 1/3 ihrer Süßkraft bei Lagerung verlieren. Deshalb soll der Wein bei der Nachzuckermethode rund 1/3 süßer eingestellt werden, da die Süßkraft bei der Lagerung zurück gehen wird."
– Fruchtweinkeller.der, Dr Andreas Kranz / https://fruchtweinkeller.de/anleitungen/6-der-zucker/

Klärt das die Frage?
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Re: Apfelsekt - Restsüße und Lagerung

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Erstens scheint die geschmeckte Restsüße subjektiv zu sein; jeder scheint die Süßkraft der verschiedenen Zucker etwas unterschiedlich zu beurteilen. Zweitens spielt ja auch der Säuregehalt eine Rolle bei der Empfindung. Drittens: Ist so ein Ansatz mit Resthefe überhaupt jahrelang haltbar? Viertens: Wenn aktive Hefe im Spiel ist, so dürfte auch das für die Saccharosespaltung verantwortliche Enzym vorhanden und aktiv sein, sodass die Zuckerspaltung womöglich sehr viel schneller vonstatten geht. Pragmatisch würde ich daher sagen: Das ist keine exakte Wissenschaft. Stell die Süße so ein dass es dir schmeckt, pack etwas mehr drauf (wegen der Kohlensäure) und noch etwas mehr (wegen der Zuckerspaltung), dann wird das schon irgendwie passen ;) Wenn du es systematisch angehen willst: Mach Flaschen mit verschiedenen Zuckermengen und schau hinterher, was dir am besten schmeckt. Dann hast du einen guten Anhaltspunkt fürs nächste Mal.
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(Too much coffee man)

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(Brandolini's law)

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