Steinberghefe zuviel Zucker?

frathobo
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Steinberghefe zuviel Zucker?

Beitrag von frathobo » 29 Dezember 2012 13:27

Hallo,
nun hab ich meinen ersten Apfelwein angesetzt nach dem Apfelcidrerezept Apfeldessertwein.
Allerdings habe ich Steinberghefe genommen.
Ich habe 18 Liter (gekauften) Apfelsaft genommen, 2 kg Zucker dazu. Erst habe ich einen Hefestarter angesetzt, nach 4 Tagen den Wein angesetzt. Heute sind 14 Tage (plus die 4 vom Hefestarter) um. Habe den Zuckergehalt (bei 0) und den Säuregehalt (8,8) gemessen. Panik! zuwenig Zucker! Vinometer verbasselt. Also 500gr. Zucker in 1 l Wasser aufgelöst - dazugetan. Nebenbei die 250 ml Weinprobe verköstigt :schlecht: :shock: Vinometer gefunden - gemessen - 13%. Nun meine Frage: Ich hab im Nachhinein gelesen, dass man mit dem Nachzuckern vorsichtig sein soll. Offensichtlich hab ich nun zuviel Zucker drin - was machen? Erstmal abziehen und kühl in den Keller stellen? (Ansatz ist z.Zt. im Gärbehälter in der Wohnung).
Muß ich die Hefen abtöten?
Ist wohl doch alles komplizierter als ich dachte.
Vielleicht kann mir jemand helfen und sagen wie's weiter geht.
Schon mal vielen Dank dafür.

[Dieser Beitrag wurde am 29.12.2012 - 16:10 von frathobo aktualisiert]
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 29 Dezember 2012 14:04

Wenn du eine Gärstockung durch zu viel Zucker hast kannst du nicht viel tun außer den Ansatz zu verdünnen. Ob du nun verdünnst oder nicht ist aber für das letzlich egal: Steinberg wird wahrscheinlich auf niedrigem Niveau weiter gären bzw. die Nachgärungsgefahr ist hoch. Du wirst den Wein also stabilisieren müssen per Filtration, Pasteurisation oder per Konservierungsmittel.

[Dieser Beitrag wurde am 29.12.2012 - 14:05 von Fruchtweinkeller aktualisiert]
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Steinberghefe zuviel Zucker?

Beitrag von Metinchen » 29 Dezember 2012 14:09

Hallo frathobo,
erstmal entspannt bleiben. :P
Abziehen würde ich auf keinen Fall, ich verstehe deinen Beitrag so das die Hefchen noch am arbeiten sind, somit "verschwindet" noch ein Teil, vielleicht sogar die ganze Süße. Die Steini hört auch meist nicht bei 12 oder 13% mit der Arbeit auf, sondern zickt sich noch eine ganze Weile durch den Ballon. Du hast für ca. weitere 2% Alk. hinzugegeben. Mit ein bißchen Glück hat die Hefe keinen Zuckerschock bekommen und verputzt den Zucker noch, wenn auch wahrscheinlich langsamer, als wenn Du die 500g in 100g Schritten hinzugegeben hättest.
13% in 14 Tagen im Winter, das spricht für eine recht vitale Hefe.
Wundere Dich bitte nicht über die vielen Vielleicht´s/könntest/wahrscheinlich´s ect., jeder Ansatz verhält sich anders. Was bei dem einen jedes Mal so läuft, kann bei einem anderen noch nie geklappt haben.
Und warum hast Du den Zucker in Wasser aufgelöst? Wegen der Säure? Damit senkst du automatisch auch den Alkoholgehalt... . ich kippe den Zucker immer trocken rein und schwenke dann so lange, alle paar Stunden, bis er aufgelöst ist.
Mein konkreter Ratschlag: 1. Auf der Hefe lassen. 2.Den Gärbehälter im warmen stehen lassen. 3. Regelmäßig 1-2 mal täglich den Gärbehälter umschwenken.
Viel Erfolg noch und lies Dich ruhig mal durch das Forum und Homepage, da stehen jede Menge Tipp´s drin

Grüße Metinchen
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Steinberghefe zuviel Zucker?

Beitrag von frathobo » 29 Dezember 2012 16:16

Erstmal vielen Dank für die Antworten.
Also es gärt schön langsam weiter. Alle paar Sekunden blubbert es. Den Zucker hab ich im Wasser aufgelöst, weil ich es nicht besser wusste, außerdem dachte ich, dass 8,8% Säure ziemlich hoch sind.
Ich dachte, man soll nach 14 Tagen sowieso Abziehen?
Na ja, ich befolge euren Rat und sehe mal weiter.
Vielen Dank nochmal.
:D
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 29 Dezember 2012 16:19

Du machst doch eine Saftgärung, da wird gar nichts abgezogen?
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Beitrag von frathobo » 29 Dezember 2012 18:02

Na ja, bin halt Neuling.
Bin einfach nach diesem Rezept gegangen (Link im ersten Beitrag)Zitat:


Apfel-Cider bzw. Apfeldessertwein
Ansatzmenge: 20 l
Ansatzart: Saftgärung
Weinart: Fruchtwein
Hefe: Sherry
optimaler Säuregehalt: 7,5 g/l
Zutaten: 18 l Apfelsaft naturtrüb
Zucker nach Bedarf (Gärstart: 2 kg)
20 ml Antigel
8 g Hefenährsalz
Milchsäure nach Bedarf
Kaliumpyrosulfit
Vitamin C
Schönung: 20 ml 15%iges Kieselsol, 2 g Gelatine
Filtration: Filtration mit Filterschicht grob, mittel, fein, EK

Hier ist das Rezept für einen hochprozentigen Apfelwein. Über die allgemeine Verwendbarkeit von Apfel zur Weinherstellung siehe auch das Rezept für den Apfel-Cidre.

Mischen Sie den Apfelsaft mit dem Zucker, dem Hefenährsalz, dem Antigel und geben Sie alles in einen Ballon. Füllen Sie mit Wasser oder Apfelsaft auf das Endvolumen auf. Kontrollieren und stellen Sie den Säuregehalt ein. Starten Sie die Gärung durch Zugabe der Hefe. Lässt die Gärungsintensität nach, so messen Sie in regelmäßigen Abständen den Alkoholgehalt und zuckern Sie bis zum Endpunkt der Gärung nach. Ist dieser erreicht, Restsüße einstellen, mit 2 g Pyrosulfit schwefeln und von nun an möglichst kühl und ruhig lagern. Nach spätestens zwei Wochen muss der Wein vom Bodensatz abgezogen werden in einen neuen Ballon. Nun weiterhin kühl lagern und die Selbstklärung abwarten, alternativ kann der Wein geschönt oder gefiltert werden. Vor der Flaschenabfüllung nochmals mit 2 g Pyrosulfit schwefeln und mit 2 g Vitamin C versetzen.

Je robuster und aromatischer die verwendeten Äpfel, desto länger kann der Wein gelagert werden. Ein bis zwei Jahre sind dann kein Problem.

Zitat ende
und mit dem Konservieren muß ich auch erst mal schauen - wie das geht - womit - und wo man die Zutat herbekommt.
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Beitrag von Josef » 29 Dezember 2012 18:36

Zwei Wochen nach Ende der Gärung, nicht nach Beginn der Gärung

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 29 Dezember 2012 20:34

That's it, danke Josef ;)
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Steinberghefe zuviel Zucker?

Beitrag von frathobo » 30 Dezember 2012 15:27

Tja danke - wer lesen kann ist eindeutig im Vorteil.
Nochmal ne Frage. Diese Feinfiltration und auch die Sterilisation kommt für mich nicht in Frage. Wenn mir nun der Alkoholgehalt egal ist, kann ich dann mit der Nachzuckermethode solange weiter machen bis die (Steinberg)-Hefe inaktiv ist. Oder muß ich sie in jedem Fall abtöten?
Kaliumsorbat (e202) hab ich im Net nur als 1kg od 25kg-Packungen gefunden. Viel zu viel, wenn man nur ein paar Gramm benötigt.
Hoffe ich nerve nicht mit den Fragen - aber der Stoff ist hier auch so Umfangreich, dass man Probleme hat die richtige Antwort zu finden.
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 30 Dezember 2012 16:07

frathobo hat geschrieben: Wenn mir nun der Alkoholgehalt egal ist, kann ich dann mit der Nachzuckermethode solange weiter machen bis die (Steinberg)-Hefe inaktiv ist. Oder muß ich sie in jedem Fall abtöten?
Das habe ich bei Steini mal durchgezogen, hat mit dem fraglichen Wein über ein Jahr gedauert und der fertige Wein hat nicht mehr geschmeckt. Gefiltert habe ich am Schluss trotzdem...

Kaliumsorbat gibt es bei den üblichen Verdächtigen auch in 10 g Tütchen zu 95 Cent :-x
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Beitrag von Teac » 30 Dezember 2012 18:19

@frathobo,
melde dich mal bei mir, nachbar! :D
Es gibt Leute die duerften gar kein Rechner besitzen!

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Beitrag von frathobo » 02 Januar 2013 13:12

Heute hab ich den Wein vom Gäreimer in einen Ballon umgefüllt.
Die 500gr Zucker vom Samstag sind schon wieder vergärt. Habe heute nochmal 250gr. dazugetan.
Leider ist mir bei der Aktion meine Oechslewaage (20 €uronen inkl. Porto) zersprungen :( . Naja, wo gehobelt wird ...
Hab inzwischen bei Brouwland.com auch das Kaliumsorbat (25gr., 100gr.) gefunden. In der Beschreibung steht Zitat:
Stabilisator. Verhütet Wiedergärung von Weinen und Säften. Auch verwendet in Molkereiprodukten. Einfach auflösbares Granulat. Für Wein : immer mit der gleichen Dosierung Sulfit (CAMPDEN) verwenden !

Dosierung : 1 - 2 g / 10 l.
Zitat ende.

Was mit dem Sulfit gemeint ist weiß ich auch noch nicht.
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