Erfahrungsaustausch Bioferm Killer

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BlackWine
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Erfahrungsaustausch Bioferm Killer

Beitrag von BlackWine » 23 März 2006 16:05

Bei meiner ersten Bestellung bei Brouwland habe ich mir 200g Bioferm Killer mitbestellt. Schlechte Erfahrungen hatte ich hier im Board bis auf die Sache, dass die Hefe wenig Glycerin und relativ wenig Eigengeschmack entwickelt, nicht gefunden also dachte ich mir, versuchs doch einfach mal.

Als so richtige Weinhefe scheint sie aber von den meisten hier nicht angesehen zu werden. Wer hat mit dieser Hefe gute oder schlechte Erfahrungen gesammelt?

Im Moment gären bei mir 4 unterschiedliche Ansätze mit dieser Hefe. Bis auf den Wein aus schwarzem Johannisbeernektar verlaufen alle Gärungen recht zügig und unproblematisch. Beim Johannisbeer hatte ich ein Gärstockung. Jetzt gärt er, wenn auch recht langsam, weiter.

Gestern war mal wieder Verkosten und Nachzuckern angesagt. Die Hefe hat einen sehr charakteristischen leicht rauhen, malzartigen Geschmack, der sehr harmonisch zum Honig passt. Gut das ist Geschmackssache aber als Federweiser schmeckt mir der Wein wesentlich besser als mit Portwein. Jedenfalls beim Apfel-Met. Bei den anderen Weinen habe ich keinen Vergleich.

Mal sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Wie gesagt, mit dem Honig harmoniert meiner Meinung nach der charakteristische Geschmack der Hefe. Mit einem normalen Fruchtwein könnte ich mir vorstellen, dass er den Wein wie schon von Birgit irgendwo beschrieben recht flach schmecken lässt.
Auf jeden Fall steht für mich fest, Apfel- oder Birnenfederweißer wird nur noch mit Bioferm Killer und Honig angesetzt. Schmeckt mir jedenfalls wesentlich besser wie mit Portweinhefe und Zucker.

MfG
BlackWine

PS: Die 200g werde ich eh nie aufbrauchen. Wer die Hefe mal ausprobieren möchte, dem kann ich gern mal 2g (reicht dicke für 10l) eintüten und in einen Brief stecken. Geht natürlich nur in gewissen Grenzen, alle Forennutzer werden ich nicht befriedigen können. Also wer Interesse hat, einfach PN an mich.

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Fruchtweinkeller
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 23 März 2006 16:59

Wir haben sie schon öfters benutzt. Ich hatte halt den Eindruck das sie weniger Glycerin produziert als z.B. Port, aber das muß ja nicht schlecht sein. Ist halt die Frage wie man seinen Wein haben möchte bzw. wozu viel Glycerin geschmacklich passt und wozu nicht. Ist ja alles Geschmackssache. Wir haben sie bevorzugt für Weine eingestzt bei denen die Früchte nicht mehr so ganz OK waren, nach dem Motto: Gib den Wildhefen keine Chance, schmeiß eine Killer-Hefe dazu. Im Vereinzelungsausstrich sah B. Killer wie alle Trockenhefen gut aus und hat auch zügig gegoren, also von daher alles im grünen Bereich.
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Beitrag von BlackWine » 18 Mai 2006 10:11

So, die ersten Ansätze sind so gut wie fertig und ich muss sagen, die Bioferm Killer ist eine Zickenhefe.

Hier mal eine kleine Übersicht:

Schwarzer Johannisbeernektar mit Honig
- Gärstockung bei rund 10%, konnte behoben werden
- gärt momentan mit 15% vol noch recht zügig

Wikingerblut (Sauerkirschnektar + Honig)
- gärte recht zügig bis 16,5% vol
- langsame Weitergärung ohne Alkoholzunahme
- zunehmende :?: Gärung nach grob und Feinfiltration
- sterilgefiltert

Met
- Gärungsende mit 14,5% Vol nach gut einem Monat
- danach langsame Weitergärung ohne Alkoholzunahme
- Gefiltert und abgefüllt

Jungfernblut (Met mit Hagebuttentee)
- normale zügige Gärung
- aktuell bei gut 15% vol

Orangenfederweisser
- Turbo-Gärung, nach 12 Tagen 16,5% vol

Bei allen Ansätzen startete die Gärung recht zügig innerhalb weniger Stunden bei Zugabe von ca. 2,5g rehydrierter Trockenhefe auf 10l. Danach legt sich die Hefe richtig ins Zeug, bis irgendwann die Gärung zum stocken kommt. Allerdings wird sie nicht beendet, sondern geht langsam und schleichend weiter. Gut, dass ich mir einen Filter zugelegt habe.

Geschmacklich kann ich nur über den Met etwas sagen. Der ist sehr gut geworden, jedenfalls noch wesentlich besser als mein erster Ansatz. Das liegt aber wohl eher am besseren Honig. Der malzige Hefegeschmack ist nach der Filtration völlig verschwunden, was ja auch anzunehmen war.

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Beitrag von BlackWine » 23 Mai 2006 07:47

Mal ein kleines Update. Nach dem Filtern habe ich noch einmal den Alkoholgehalt gemessen. Beim Met hat die Hefe bei 13,5% vol den Löffel abgegeben :| . Die anderen Ansätze hatten die vorher gemessenen 15%.

Macht aber auch nichts, es muss ja nicht immer ein Wein mit über 15% sein.

Gestern Abend habe ich wieder 20l mit 5g Hefe angesetzt. Nach deren Zugabe blubberte der Ballon erst ein paar mal rückwärts (Balloninhalt war noch etwas wärmer wie Umgebung) aber bereits gut eine Stunde später schon alle 5 Minuten vorwärts. Jetzt Blobbt es schon gut im Sekundentakt.

Von der Angährung her ist die Hefe auf jeden Fall unschlagbar. Meine Kitzinger Portweinhefe braucht wesentlich länger.

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Pompf
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Beitrag von Pompf » 23 Mai 2006 09:43

Das ist aber bei Trockenhefe normal.
Bei mir hat bis jetzt jede Trockenhefe (wenn direkt zugegeben) nach ca. 1 Stunde angefangen zu gären.
Wenn nicht, würde ich mir schon Sorgen machen.

Gruß
Pompf

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Beitrag von steve » 23 Mai 2006 09:50

Hallo,
mangels Vergleichsmöglichkeiten und Erfahrung kann ich keine Fakten aufzählen, aber zumindest so ein paar Gedanken.
Ich habe einen Himbeer- und einen Ingwerwein mit der Killerhefe hergestellt.
Beide Weine streng nach Rezept auf der HP bis auf die Hefe eben.
Bei der Gärung zickte keiner der beiden nenneswert rum, weiterblubbern ohne Alkzunahme habe ich allerdings auch beobachtet - egal Filter 8-)
Der Himbeerwein ist ganz okay, süß aber noch zu ertragen, geschmacklich insgesamt aber etwas mau.
Ein leichter Rotwein sozusagen.
Alk: irgendwo zwischen 13 und 15% (Schätzeisen eben)
Säure liegt bei 8g/l.
Liegt der sehr milde Geschmack vielleicht am scheinbar fehlendem Glycerin? Keine Ahnung.
Der Ingwer ist, unterstützt durch Aussagen diverser Bekannter, mein bisher bester Wein geworden.
Alk ähnlich Himbeer, Säure 6,5g/l.
Der Ingwergeschmack kommt zwar sehr verhalten durch, aber insgesamt schmeckt er nach einem süßen und gehaltvollem Weißwein.
Beim nächsten Ansatz werde ich da mal Rosinen zutun.
Fazit: Habe ich keins.
Für nen schnellen Federweissen finde ich sie recht gut, gärt flott an und geschmacklich konnte ich dabei bis her keine Unterschiede zu Port oder Sherry feststellen. Ob sie später zickt ist dabei ja auch unwichtig, das Gebräu, äh Gekellert ist dann ja schon längst vernichtet. 8-)

steve

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Beitrag von BlackWine » 23 Mai 2006 11:41

Pompf hat geschrieben: Das ist aber bei Trockenhefe normal.
Bei mir hat bis jetzt jede Trockenhefe (wenn direkt zugegeben) nach ca. 1 Stunde angefangen zu gären.
Wenn nicht, würde ich mir schon Sorgen machen.
Ja, normal schon aber die Bioferm Killer enthält entweder wesentlich mehr lebensfähige Zellen als die Portweinhefe oder sie vermehrt sich wesentlich schneller. Die Gärung startet auch mit der gleichen menge Portwein sehr schnell aber es dauert bis zur richtigen stürmischen Gärung bis zu 36h (Birnen-Federweisser Ansatz vom WE). Bei der Bioferm Killer sind es maximal 8h wenn überhaupt.

War oben etwas schlecht ausgedrückt.

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Beitrag von BlackWine » 31 Mai 2006 11:04

Ich kann meine Anfangsaussage nur noch mal untermauern. Das ist eine absolute Zickenhefe.

Meinen Früchteteeansatz habe ich oben ganz unterschlagen. Gärte auch prima bis ca. 13..14%, dann Gärstopp bzw. sehr langsame Weitergärung. Also habe ich den Ansatz mal stehengelassen um das vollständige Gärende abzuwarten.

Was passiert ca. einen Monat später?

Der Ansatz gärt jetzt wieder recht munter weiter ?-| :schlecht: .
Ist mir aber auch Recht, da er mir momentan noch zu süß ist. War wohl doch eine Ganze Menge Zucker in den getrockneten Früchten drin.

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 04 Juni 2006 22:53

Anno 2004 haben wir zwei Pflaumenansätze (eine Charge Früchte) parallel mit Bioferm Killer und Bioferm Rouge vergoren. Damals hatten wir beide Hefen neu und wollten sie mal ausprobieren. Gegoren hatte beides gut.
Der Pflaumenwein an sich war nicht so mein Ding. Vielleicht waren die Pflaumen einfach nicht erste Wahl. Egal, das soll hier aber nicht das Thema sein.
Bislang hatte ich immer mit der Killer vergorenen Wein getrunken. Gerade eben habe ich eine der "Rouge"-Flaschen und bin ganz angetan, der Wein ist besser! Er schmeckt süffiger und runder. Vielleicht produziert die Rouge mehr Glycerin als die Killer-Hefe? Das wäre eine Erklärung, ich mag auch die schweren Südweinhefen lieber als ausgeprägte Weißweinhefen mit geringer Glycerinproduktion.
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Beitrag von BlackWine » 15 Juni 2006 10:31

Wie soll es denn auch anders sein, mein Wintermet hatte auch schon langsam begonnen sich zu klären und nun, nach ca. einem Monat Pause schwimmen die Apfelstückchen wieder schön oben auf.

Bis auf den Jungfernblut-Ansatz immer das gleiche Verhalten. Gärung bis ca. 13..14%, dann Gärstockung und irgendwann geht es dann wieder recht zügig weiter. Man könnte fast denken die Hefe killt sich selbst und es dauert ne Weile, bis sich robustere Individuen durchsetzen.

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Beitrag von Tompson » 15 Juni 2006 14:54

Ich teile eigentlich nicht die Meinung der ängstlichen unter uns, die meinen der Wein darf um Gottes Willen nicht über 25°C bekommen. :|

Ich kann es nicht belegen aber mir scheint, das die Hefe bei derzeit herrschenden Hitze viel motivierter ist :twisted:
Könnte sein, daran liegt es auch bei Dir :?:
Oak ne jechn!

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Beitrag von BlackWine » 15 Juni 2006 15:23

Nee, eher im Gegenteil. Die Ballons stehen im Keller neben meinem Heizungsraum. Da ist es momentan (ca. 20°C) noch kälter als im Winter (ca. 22-24°C).

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