Hefe-Tagebuch: Vergleich Siha 8, Siha 10 und Portwein

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Chesten
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Re: Hefe-Tagebuch: Vergleich Siha 8, Siha 10 und Portwein

Beitrag von Chesten » 14 Mai 2019 16:48

NeoArmageddon hat geschrieben:So, alle drei sind in der Flasche.
Dem Siha 10 Ansatz scheint die 2 Wochen Klärphase nicht gefallen zu haben. Der hat nen fiesen Böxer bekommen.
Siha 8 und Portwein sind beide trinkbar.
Mit der SIHA 10 hatte ich nie Probleme mit einen Böckser.
Bisher steht mein aktueller Wein ca. 10 Tage ohne nachgezuckert da und da ich auch nicht zu Hause bin, wird auch nicht geschüttelt.
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NeoArmageddon
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Re: Hefe-Tagebuch: Vergleich Siha 8, Siha 10 und Portwein

Beitrag von NeoArmageddon » 17 Juni 2019 13:14

So, ich denke auf der Tagung konnten sich die meisten am Samstag Abend selbst ein Bild von den drei Testansätzen machen. Ich fasse mal so grob zusammen, was das allgemeine Fazit war:

Trotz der hohen Prozente, kleiner Ansatzmenge, etc waren alle drei trinkbar und würden als durchschnittlicher Apfelwein durchgehen. Alle hatten die selbe Farbe und waren optisch nicht zu unterscheiden (die erhöhte Farbausbeute von Siha 10 scheint also nur was für dunkle Früchte zu bringen, Beweis folgt).

Siha 8:
Recht apfelig, angenehme und passende Säure.

Siha 10:
Eher scharf im Geschmack. Apfelnote kommt nicht so stark durch. Hat allerdings einigen Leuten auch gefallen.

Portwein:
Gute Apfelnote und durch den hohen Glyceringehalt (schönste Schieren im Glas) auch weniger sauer als die anderen Beiden.

Ich werde also erstmal bei Portwein bleiben und ggf. noch Siha 8 verwenden.

Natürlich muss ich noch anmerken: Die eigentlichen Vorteile der Siha 10 wurden hier nicht getestet. Darunter die Gärfähigkeit bei kälteren Temperaturen und die höhere Farbausbeute. Aber als reine Substitution zu Siha 8 langt es bei der 10er nicht.

Was meint ihr?

P.S. Vom Hefeböckser war übrigens aus der Flasche nichts mehr zu schmecken.

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wickie
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Re: Hefe-Tagebuch: Vergleich Siha 8, Siha 10 und Portwein

Beitrag von wickie » 17 Juni 2019 13:58

Ich bin da auch genau deiner Meinung. Die Portweinhefe ist hier am angenehmsten gewesen, aber ich sage mal, dass die anderen auch ihre Berechtigung haben. Jedem Wein seine Hefe. Die Siha 8 ist sicher was für trockene und leichte Weine oder Seckt. Die Portwein ist eher für Weine die viel Volumen mitbringen.

Mit der Siha 10, habe ich jetzt geschmacklich nicht so viel anfangen können.

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Re: Hefe-Tagebuch: Vergleich Siha 8, Siha 10 und Portwein

Beitrag von Fruchtweinkeller » 17 Juni 2019 22:33

Ich muss gestehen dass der Vergleich völlig an mir vorüber gegangen ist. Erst jetzt realisiere ich dass die Siha 10 = Red Roman ist die ich sogar schon in meiner Sammlung habe. Meine Erfahrungswerte decken sich mit den hier gemachten Beobachtungen, der "Glycerin-Wumms" beispielsweise einer Portweinhefe ist größer. Letztlich natürlich alles Geschmackssache.
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Re: Hefe-Tagebuch: Vergleich Siha 8, Siha 10 und Portwein

Beitrag von Chesten » 18 Juni 2019 06:19

Ich mache es kurz weil schon ich finde alles gesagt wurde.

Die Portweinheferasse macht das beste Mundgefühl, gärt sauber und sicher bis zum Ende durch.
Wenn es die Portweinhefe in größeren Packungsgrößen geben würde, würde ich keine andere Heferasse verwenden !

Die SIHA 10 Red Roman ist keine schlechte Heferasse aber sie hält nicht was sie verspricht und dafür das man da so schlecht dran kommt lohnt sich der Aufwand nicht !

Im punkto Verfügbarkeit ( leicht zu bestellen und Packungsgrößen ) über zeugt die SIHA 8 einfach auch wenn, die wohl nicht ganz an die Portweinhefe ran kommt, ist die SIHA 8 wenn man Südhefen haben möchte eine sehr gute Wahl !
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Re: Hefe-Tagebuch: Vergleich Siha 8, Siha 10 und Portwein

Beitrag von JasonOgg » 18 Juni 2019 09:46

Meine Meinung deckt sich im großen und ganzen mit eurer, allerdings fand ich die Portweinhefe etwas flach, die SIHA 8 brachte mehr Komplexität - um mal ein Buzzword zu verwenden.

Da ich die Red Roman für meine Quitte Ansatz verwendet habe kann ich ihr ein gutes Gärverhalten bei niedrigen Temperaturen bescheinigen. Gerdae in der Startphase bei 15°C und später drunter brachte sie noch ordentliche Leistung. Allerdings habe ich das Gefühl, dass sie etwas Schwierigkeiten beim Ende findet. Anscheinend neigt alles, was bei tieferen Temperaturen noch vernünftig arbeitet zum Zickern.
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Re: Hefe-Tagebuch: Vergleich Siha 8, Siha 10 und Portwein

Beitrag von Insel_Andy » 23 Juni 2019 10:46

Vielleicht kommt es auch ein wenig auf die Trinkreihenfolge an. Ich habe Siha 10, 8 und dann die Portwein probiert. Da ich die ersten beiden als säuerlicher empfand (vielleicht eher passend zu helleren Weinen), kam mir die Portwein im direkten Anschluss zwar rund vor, aber sehr flach. Säure hebt halt den Geschmack. Als Ergebnis fand ich die 8er am besten in der Kombination. Sollte die Trinkreihenfolge anders sein, andere Frucht und andere Temperatur, mag es wieder anders sein...

Gibt es die Portweinhefe eigentlich auch als Trockenhefe?

VG
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JasonOgg
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Re: Hefe-Tagebuch: Vergleich Siha 8, Siha 10 und Portwein

Beitrag von JasonOgg » 23 Juni 2019 11:15

Meine Reihenfolge war auch so.

Portwein Hefe gibt's als Tütchen
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