Hefenwahl / Met

Veska
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Hefenwahl / Met

Beitrag von Veska » 24 Januar 2018 16:36

Aktuell probiere ich ja 4 verschiedene Hefen aus (siehe Metthread) und bin sehr auf das Ergebnis gespannt, möchte aber zwischenzeitlich gerne auch Eure Erfahrungen mal erfragen. Viel Interessantes ist ja schon im Forum gesammelt, aber vielleicht können wir hier doch noch einmal einiges zusammentragen.
Bisher habe ich immer die bekannten gelben Tütchen genommen, ärgerlich hieran ist aber die teilweise schlechte Beschaffungsmöglichkeit einzelner Sorten (aktuell z.B. Haut Sauternes in Trockenform nicht zu bekommen) und das hier öfter schon angesprochene Preis- / Mengenverhältnis. Bei den anderen Herstellern ist aber die Beschreibung dürftiger.
Eigentlich möchte ich mich später für 2 Sorten Hefen entscheiden, ich möchte 1x trocken/halbtrockenen Met und 1x lieblichen Met / Dessertwein herstellen. Welche Hersteller sind hier noch zu empfehlen?
Erstaunlich finde ich bei meinem aktuellen Versuch die jetzt schon stark unterschiedlichen Geschmäcker beim Restzucker-Geschmackstest:
Sherry schmeckt nach fast nichts, Haut-Sauternes schmeckt von Anfang an richtig lecker, Portwein schmeckt unreif absolut grauenvoll, Malaga steht noch aus.

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Chesten
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Re: Hefenwahl / Met

Beitrag von Chesten » 24 Januar 2018 18:33

Eigentlich möchte ich mich später für 2 Sorten Hefen entscheiden, ich möchte 1x trocken/halbtrockenen Met und 1x lieblichen Met / Dessertwein herstellen. Welche Hersteller sind hier noch zu empfehlen?
Die Restsüße kannst du wenn du die Nachzuckermethode verwendest ja selbst einstellen auch beim filtern hast du diese Möglichkeit.

Was das Süßeempfinden von beeinflusst ist das Glycerin was selbst süß schmeckt und für das Mundgefühl von z.B. schweren Rotweinen die so schöne Schlieren im Glas ziehen verantwortlich ist.

Ich habe nur 2 verschiedene Heferassen öfters verwendet und habe damit Erfahrungen gesammelt: Portwein und SIHA Aktivhefe 3.
Außerdem habe ich mir die SHIA 10 Red Roman gekauft aber noch nicht benutzt.

Deine Erfahrungen mit der Portweinhefe kann ich bnicht teilen ich war mit der immer sehr zufrieden da die immer schön bis ca. 16 vol% durchgegärt ist und richtig viel Glycerin gebildet hat was super zur Dessertweinen passt.
Ich verwende dir nur nicht mehr weil es dir nur in diesen kleinen Tütchen gibt.
Aus dem Grund habe ich mich auch fürt die SHIA 10 Red Roman enschieden da da eine Rotweinheferasse ist.

Die SIHA Aktivhefe 3 kannst du eigentlich gut für fast alles verwenden. Bei mir gärte sie sicher fast immer zur ihren maximalen laut Hersteller 14 vol% zügig durch auch vom Geschmacksbild keine negativen Auffälligkeiten. Nur diese bildet wohl weniger Glycerin wodurch die Weine ein etwas "wässriges" Mundgefühl haben.

Die SIHA Aktivhefe 3 gibt es für kleines Geld auch in 125 g Packungen. Bei der SHIA 10 Red Roman ist das schon schwierger da ich bisher nur einen Onlinehändler gefunden habe der nur ein Geschäftskunden verkauft und dann auch nur 500 g Packungen.

http://www.eaton.de/EatonDE/Produkteund ... /index.htm

Hier findest du die Produktpalette der SIHA Hefen am besten einfach mal den Namen + Datenblatt in deine Suchmaschine eingeben und dann bekommst du auch die Datenblätter als PDF.

Grundsätzlich ist zu sagen das Heferassen mit einer hohen Alkoholtoleranzgrenze zum Ende hin wohl mehr Glycerin bilden und dabei das Rotweinhefen das mehr machen als Weißweinhefen.

Wenn im Datenblatt steht das die Heferasse besonders viele Ester bildet kann das geschmacklich komplexerer Wein werden aber ich wäre da vorsichtig da Gärnebenprodukte meist einen dicken Kopf am nächsten Morgen machen !
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Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
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Re: Hefenwahl / Met

Beitrag von Fruchtweinkeller » 24 Januar 2018 21:23

Haut Sauternes, Sherry, Portwein, Malaga und auch andere Südweinhefen aus ähnlicher Quelle haben bei mir alle ähnlich (gut) performt. Gären deine Weine denn noch, als du deinem "Restzucker-Geschmackstest" durchgeführt hast? Wenn ja: Dann sagt das gar nichts aus. Wenn nein: Dann hast du die Weine wahrscheinlich nicht gleich behandelt bzw. nicht dieselbe Restsüße eingestellt.
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Re: Hefenwahl / Met

Beitrag von Flocki » 24 Januar 2018 22:45

Ich verwende überwiegend die VIN13 und EC1118.

VIN13 gärt stabil, aber nicht zu zügig, daher verwende ich die, wenn es gilt, Aromen zu erhalten. Dafür ist sie etwas anspruchsvoller, was das Nährstoffmanagement angeht.

EC1118 gärt alles bis knochentrocken durch und das auch sehr flott. Die verwende ich daher bei "schwierigeren" Ansätzen, wie Orangenblüte, die auch mal rumzickt, oder wenn ich mit Sonnenblumen- oder Rapshonig einen "neutralen" Basis-Met haben will, der später noch mit Frucht gemischt oder anderweitig weiterverarbeitet wird.

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Re: Hefenwahl / Met

Beitrag von Veska » 25 Januar 2018 14:23

Ja die Ansätze gären alle noch, ich meinte das regelmässige Abschmecken ob der Zucker schon komplett vergärt ist (von Anfang an bis zum Ende der Gärung). Dabei ist der Portweinansatz wirklich gruselig, aber nach filtern, Restsüsse einstellen und Lagerung wird ja trotzdem ein toller Met draus. Ist mir eben nur aufgefallen, dass man den Haut Sauternes eigentlich schon fast so trinken könnte :D
Alle Ansätze sind bis auf die Hefen exakt gleich erstellt worden.
Flocki kannst Du mit bitte etwas zum Nährstoffmanagement der VIN13 erzählen?

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Re: Hefenwahl / Met

Beitrag von Metinchen » 25 Januar 2018 17:58

Die Haute Sauternes ist auch meine Lieblingshefe beim Met. Da hatte ich mal einen 1 zu 1 Vergleichsansatz mit Burgunderhefe gemacht. Gleicher Honig, gleiche Zutaten, gleicher Standort, alles auf das Gramm genau abgewogen. Beides sind tolle Mete geworden, aber der mit der Haute Sauternes schmeckte etwas besser. Damit ich nicht ständig die gelben Tütchen bestellen muß, teile ich die Hefe daraus auf und arbeite mit Gärstarter :pfeif: . Ansonsten habe ich ich ein ehemals 100g Päckchen der Siha 8 (Burgunderhefe) als Allround -Hefe im Kühlschrank liegen.
Unterschiede ob ich den Met eher halbtrocken oder lieblich ausbaue mache ich bei der Wahl der Hefe nicht.
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Re: Hefenwahl / Met

Beitrag von Fruchtweinkeller » 25 Januar 2018 21:06

habe zufällig vor kurzem selbst noch einen Metansatz mit EC1118 gestartet. Das war keine Planung, die dümpelte mehr oder weniger zufällig noch auf einer Petrischale herum, da habe ich sie halt genommen. So viele Ansätze habe ich mit der noch nicht gemacht, aber ich habe auch den subjektiven Eindruck, dass die den Honig sehr brav futtert, obwohl ich viele eher dünnflüssige Honigreste verwertet habe und von daher eher mit einem schleppenden Verlauf gerechnet hatte. Mal sehen wie sich das noch entwickelt.
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Re: Hefenwahl / Met

Beitrag von MetNewbi » 27 Januar 2018 11:55

Was richtig heftig gärt und einen hohen Alkoholgehalt erzeugt, ist die BIOFERM KILLER von Brouwland. Die habe ich für angegorenen Honig genommen, weil die die Wildhefen plattmanchen soll. Die Killer gärt auch noch zügig bei Temperaturen, wo die Portweinhefe sich schon ziert.
Die Killer spielt in der selben Liga, wie die berüchtigte N96 und Turbohefen. Der Geschmackstest folgt bald.
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Re: Hefenwahl / Met

Beitrag von Chesten » 27 Januar 2018 13:06

Ich hatte mir jetzt noch mal das Datenblatt der SHIA 10 Red Roman geladen.
Diese Heferasse ist auch eine Killerhefe :o !
Ja schaden tut das ja nicht aber gut zu wissen ;) .
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Re: Hefenwahl / Met

Beitrag von Igzorn » 27 Januar 2018 19:31

Llalvin c1108 ist eine Sekthefe, die wenig Geschmack einträgt und mit der ich für meine Apfelweine sehr zufrieden war. Met kann ich nicht sagen.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr. ... Rechtschreibfehler kommen alle durch dem Handy...

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Re: Hefenwahl / Met

Beitrag von Fruchtweinkeller » 27 Januar 2018 21:33

Die Bioferm Killer habe ich drei, vier mal benutzt. Vom Gärverhalten her war ich zufrieden, aber ich hatte den subjektiven Eindruck, dass das "Mundgefühl" etwas mau ausfiel. Ob es jetzt an der Hefe oder an mir lag...
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Re: Hefenwahl / Met

Beitrag von 420 » 28 Januar 2018 22:41

So nehme ich gerne die Bioferm Aromatic.

Zitat aus dem Datenblatt von brouwland.com
"Trockenhefe für die Herstellung von Weinen mit mehr Aroma, da diese Hefe mehr Ester, Aromakomponenten und Glyzerin produziert als andere Hefestämme. Alkoholtoleranz bis 15 % vol. Großer Temperaturbereich: 10-30 °C. Fördert die Apfel-/ Milchsäuregärung durch schnelle Autolyse der Hefezellen am Ende der Vergärung. Ist darum auch ideal für die Vergärung von Obst/Trauben mit viel Apfelsäure."

Damit habe ich nur gute Erfahrungen gesammelt. Mundet mir besser als die Shia 3.

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