Kaltgärhefe Tipps und Tricks gesucht ;-)

Lysias
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Kaltgärhefe Tipps und Tricks gesucht ;-)

Beitrag von Lysias » 14 November 2013 19:56

Hallo wehrte Leute, =)

einer meiner beiden fast fertigen 25l Honigwein-Ansätze zerbrach vorherige Woche in meiner Küche und der gute Wein hinterließ einen großen Wasserschaden auf meinem Parkettboden.
Nun wurde ich in den Keller verbannt......... ......... .........

Ich bin am überlegen und recherchieren ob ich nicht künftig meinen Wein im Keller machen kann. Dazu messe ich momentan die min max Themperatur.

Habt ihr erfahrung mit Kaltgärhefe für Apfel, Pflaumen und Honigwein Ansätze gemacht und könntet mir einen heißen Tipp geben?

Ich vermute im Keller herrschen min 13° - max 18° aber wie gesagt begann ich heute erst mit der Messung.

Schon einmal vielen herzlichen Dank für eure Ratschläge ;-)

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Re: Kaltgärhefe Tipps und Tricks gesucht ;-)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 14 November 2013 20:48

Oh je, das natürlich übel. Hoffentlich gab es wegen dem Schaden nicht zu viel Ärger.

Der Keller ist reichlich kühl. Kaltgärhefe verkraftet das zwar besser, man darf aber nicht erwarten dass die Gärung schnell verlaufen würde. Es kann auch Probleme das Gärende zu finden (relevant wenn du über den Alkoholgehalt stabilisieren willst).

Für solche Fälle gibt es spezielle Wärmeplatten auf die man die Ballons stellen kann, die sind aber beim Hobbywinzerfachhandel nicht billig. Alternativ könntest du mit Terrarien-Heizmatten experimentieren; die verbrauchen nur ein paar Watt und sind gebraucht immer mal wieder günstig in der Bucht zu bekommen. Du müsstest halt mal ausprobieren ob du die Ballons damit warm genug bekommst. In der Bastelecke wurde ein Gärschrank vorgestellt:

http://forum.fruchtweinkeller.de/viewto ... 21&p=24457&
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Re: Kaltgärhefe Tipps und Tricks gesucht ;-)

Beitrag von Latemar » 14 November 2013 20:58

Hallo Lysias,

Schade um den guten Wein und die daraus folgende "Verbannung" :cry: :cry:

Ich habe auch schon mal mit Kaltgärhefe einen Versuch gemacht.
Besser sind schon die "anderen" Hefen.
Ich habe bei mir im Keller auch diese niedrigen Temperaturen.
Ich helfe mir im Moment mit Heizquellen für die Ballons.
Einen Ballon habe ich auf eine Art Brücke aus Klinkern und Fliesen gestellt und darunter liegt eine 60W Handlampe.
Den Ballon habe ich dann noch mit Putzlappen gegen Wärmeverlust "isoliert".
Andere Ballons werden im Moment durch anstrahlen mit einem Deckenfluter (mit Dimmer) auf Temperatur gehalten.
Mittel - Langfristig denke ich über einen Gärschrank nach in dem ich dann die Temperatur besser halten kann.

Vielleicht hilft dir das ja Weiter.

Gruß
Latemar
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Re: Kaltgärhefe Tipps und Tricks gesucht ;-)

Beitrag von 420 » 14 November 2013 21:36

Auch von mir ohhh schaaaade. Hoffentlich konntest Du den Wasserschaden noch ohne Folgeschäden beheben.

Eine mögliche Abhilfe wäre, dass man den Ballon immer in eine Kunststoffwanne packt. Dann kann bei Bruch auch nicht so viel passieren.

Kaltgärhefe habe ich auch noch keine Erfahrungen gesammelt. Habe sie zwar im Kühlschrank, aber ich bin noch nicht dazu gekommen damit einen Ansatz zu machen. Ansonsten, wie Fruchtweinkeller schon schrieb, gibt es Wärmeplatten, Wärmeschränke und auch den Heizungskeller.

Grüße
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Re: Kaltgärhefe Tipps und Tricks gesucht ;-)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 14 November 2013 21:42

Hach, blöd. Ich habe zwar Gäransätze und eine Heizmatte und ein kaltes Zimmer, aber ich habe keine Möglichkeit die Temperatur im Ballon zu messen :hmm: Ich muss mal im Schrank wühlen, eigentlich müsste ich irgendwo ein Infrarot-Thermometer haben...
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Re: Kaltgärhefe Tipps und Tricks gesucht ;-)

Beitrag von StSDijle » 15 November 2013 07:11

Hallo,

Für die Reifung von Honig habe ich meinem Großvater mal einen Wärmeschrank aus einem alten Kühlschrank gebaut. Thermostatbausatz aus dem Conrad und 25W Glühbirnen reicht für knapp 40 grad und 20l honigvolumen.

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Re: Kaltgärhefe Tipps und Tricks gesucht ;-)

Beitrag von JasonOgg » 15 November 2013 11:07

Ich habe inzwischen auch meine Gärungen in den Keller verlagert. Im Sommer kann es schon mal 20°C und mehr werden, im Winter hatte ich noch nie weniger als 12-13°C. Jetzt sind es 18°C.

Bei den Temperaturen geht es halt deutlich langsamer ab, egal ob Kaltgärhefe oder nicht. Nur die Südweinhefen stehen fast still.

Letztes Jahr hatte ich die Anchor NT 45(pdf), dieses Jahr ist es SIHA 3 (PDF). Beide blubbern recht ordentlich, tun sich aber gegen Ende schwerer. Ob das allerdings an der Hefe oder den Temperaturen liegt, das wage ich nicht zu sagen.
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Re: Kaltgärhefe Tipps und Tricks gesucht ;-)

Beitrag von Lysias » 15 November 2013 12:32

Danke für die raschen antworten :) . Ich denke ich probiere mal einen 5liter Versuch mit der siha kaltgärhefe. Heizmatten und andere elektr. Heizmittel ziehen meiner Meinung nach zu viel Strom auf das Jahr gesehen. Ich versu he mein Keller soweit kältesicher zu isolieren und schau dann nochmal auf das thermostat :) . Sind den deutliche Geschmacks Unterschiede von kaltgärhefen und anderen helfen zu erwarten?

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Re: Kaltgärhefe Tipps und Tricks gesucht ;-)

Beitrag von JasonOgg » 15 November 2013 13:31

Lysias hat geschrieben:Sind den deutliche Geschmacks Unterschiede von kaltgärhefen und anderen helfen zu erwarten?
Das es Unterschiede gibt haben wir in Hausen deutlich schmecken können.

Da ich aber nie den gleichen Ansatz mit zwei verschiedenen Hefen durchgeführt habe, kann ich nichts dazu sagen.
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Re: Kaltgärhefe Tipps und Tricks gesucht ;-)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 16 November 2013 00:47

Die Gärtemperatur beeinflusst die Bildung von Gärnebenprodukten und Aromen, und zwischen den Hefen gibt es auch Unterschiede. Ich würde deshalb schon erwarten dass der Ansatz anders schmecken wird... Ob besser oder nicht wage ich aber nicht vorherzusagen ;)


edit: Habe einen kleinen Versuch durchgeführt: Zum Einsatz kamen eine Heizmatte (11,5x55 cm, 10 W Leistung), zwei 25er Glasballons, jeweils befüllt mit rund 14 Liter Met in der Gärphase >13%, meine ehemalige Lieblingsstrickjacke (Zipper kapott) sowie ein kaltes Zimmer und ein Infrarot-Thermometer.

Gestern habe ich beide Ballons (samt Kunststoffkorb) in das Zimmer gestellt, unter Ballon A kam die Heizmatte. Zusätzlich habe ich den Ballon mit der Strickjacke bedeckt (passt gut, offenbar bin ich dem Ballon nicht unähnlich). Da die Heizmatte recht lang ist steht sie links und recht weit über, da wird ein Großteil der Wärme ungenutzt abgegeben. Ballon B steht daneben, also nicht auf der Heizmatte.

Heute Abend habe ich die Temperatur gemessen: Der Raum hat rund 19,5°, diese Temperatur hat auch Ballon B. Die Heizmatte hat eine Oberflächentemperatur von 29°, Ballon A hat unterhalb des Flüssigkeitspegels 22,5°. Oben am Gärröhrchen messe ich Umgebungstemperatur.

Fazit: Heizmatten heizen :mrgreen: Die 10 W Matte hat einen erträglichen Stromverbrauch, mit einer günstiger geformten Heizmatte würde man den Ballon bei gleicher Leistung sicher noch wärmer bekommen. Und dabei stand der Ballon bei meinem Versuch ja sogar noch im Kunststoffkorb, hatte also keinen direkten Kontakt mit der Wärmequelle.
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Re: Kaltgärhefe Tipps und Tricks gesucht ;-)

Beitrag von StSDijle » 16 November 2013 11:07

Ich würde wirklich erstmal mit guter Isolation anfangen. Der gärprozess macht ja an sich schonmal Wärme, und zwar nicht zu knapp. Anekdote dazu, vor einigen Jahren hatte es die belgische Brauerei 3 Fonteinen beinah in den Ruin getrieben, weil die Kühltechnik im Gärkeller ausgefallen war. Die Biere werden in Flaschengärung bereitet, ohne Kühlung hat der Keller aber plötzlich fast 60 grad erreicht. Mit den entsprechenden folgen fürs Bier. Totalausfall des Jahrgangs.

Also ich würde eine gut isolierende Kiste bauen und mal messen. Ich wäre nicht überrascht, wenn du dir eher Gedanken über kontrolliertes kühlen machen müsstest.

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Re: Kaltgärhefe Tipps und Tricks gesucht ;-)

Beitrag von Fruchtweinkeller » 16 November 2013 11:17

Bei einem 20 L Ballon braucht man sich um Kühlung erst mal weniger Gedanken zu machen.
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