Grüße von der polnischen Tabak-Hefe

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Korra
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Grüße von der polnischen Tabak-Hefe

Beitrag von Korra » 17 Mai 2020 21:03

Hallo!
Komplett ausgerüstet möchten wir unseren ersten Met herstellen. Das Trockenhefe-Päckchen aufgerissen und sofort gedacht: so sieht Hefe doch nicht aus? Nach etwas googeln dann hier die zwei, drei Threads gefunden von Leuten, die selbige Hefe auch genutzt haben: "Zamojscy Sherry".
Wir haben nun Kitzinger Portwein-Hefe geholt, aber den "Tabak" trotzdem wie geplant in Apfelsaft und mit Nährsalz und etwas Zucker angesetzt.
Nach nun 20 Stunden sieht das ganze so aus:
Bild von oben: https://imgur.com/a/dvaY9pG
und das sollte ein Gif sein: https://imgur.com/a/iUn1LBI

Es schäumt halt nicht, man sieht aber neben den getrockneten Stückchen sehr viele Luftbläschen an der Oberfläche, das ganze riecht sehr nach Apfelsaft, keine eklige Note oder so. Geht man mit dem Ohr nah ran hört man es sehr munter britzeln. Der Wasserstand im Gärröhrchen hat sich verschoben, aber blubbern tut es nicht.

Falls sich die Hefe positiv entwickelt, wollten wir sie trotz ihres Rufes für den Met nutzen. Wie sehen die Bilder für euch aus, könnte das was werden?
Beste Grüße!

Dorsch97
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Re: Grüße von der polnischen Tabak-Hefe

Beitrag von Dorsch97 » 17 Mai 2020 22:41

Ich habe meinen ersten Met auch mit dieser Hefe hergestellt. Rausgekommen ist ein sehr starker (Vinometer war jenseits der eingezeichneten 15%) Met, der einen kantigen Abgang hatte. Mir hat er noch geschmeckt, aber mein Bruder hat ihn lieber mit Kirschsaft gemischt.
Also zusammenfassend kann ich sagen, dass mir ein genießbarer Met gelungen ist, aber ob der Met jetzt gut war, ist dahingestellt :hmm:
Gruß Sören

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Re: Grüße von der polnischen Tabak-Hefe

Beitrag von wickie » 18 Mai 2020 09:06

Natürlich "kann" man diesen Tabak verwenden, wenn der Gäransatz angärt, aber zu empfehlen ist es nicht.

Es könnten noch wärend der Gärung Probleme auftreten mit denen man nicht rechnet und da ist ein geschmacklicher fehler das geringste Problem. Schlimmer sieht die sache bei einer Gärstockung aus. Das Problem bei dieser Hefe ist ja, das es im eigentlichem Sinne nicht um Hefe handelt, sondern um Eichenchips aus alten Fässern auf denen die Weinhefe haftet. Man weis aber nicht was da sonnst noch so drauf ist und wieviel hefe da drauf ist. Auch der Zustand der Hefe ist unklar.

Bei Reinzuchthefe umgeht man die meisten Probleme dieser art, da sie nicht verunreinigt ist und hochkonzentriert ist. Auserdem hat man da auch ein Ablaufdatum dabei, waraus man schließen kann wie alt diese eigentlich ist.

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Re: Grüße von der polnischen Tabak-Hefe

Beitrag von Fruchtweinkeller » 18 Mai 2020 21:25

Es ist ja auch nicht so dass mit Flüssighefe nie ein Wein gelingt. Immerhin haben wir jetzt den ersten Bericht dass mit dieser so genannten "Hefe" überhaupt eine Gärung einsetzt, was das mal keine positive Tendenz ist... :mrgreen: Ich würde sie trotzdem nicht kaufen :pfeif:
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Re: Grüße von der polnischen Tabak-Hefe

Beitrag von Moneysac » 18 Mai 2020 21:53

Blöde Frage aber hast du die Hefe mal probiert? Hat sie einen außergewöhnlichen Geschmack? Persönlich bleibe ich auch lieber bei meiner bekannten Reinzuchthefe :lol:

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Re: Grüße von der polnischen Tabak-Hefe

Beitrag von Fruchtweinkeller » 18 Mai 2020 23:17

Ich hatte noch nie das Verlangen, dafür Geld auszugeben :mrgreen: Es gibt ja einige Berichte von Forenmitgliedern wo sich mit der dieser Hefe im Wein absolut nichts geregt hat :? Wer mag darf diese selbst suchen :engel:
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Re: Grüße von der polnischen Tabak-Hefe

Beitrag von Martinve7 » 18 Mai 2020 23:24

Ich möchte keinen Honig verschwenden an solche Substanzen, aber ich wette mal, mit Backhefe wird das Ergebnis besser. :lol:
Da schwören ja auch so einige Youtuber drauf. :pfeif:

Oder anders gesagt:
Da fülle ich meinen Wein lieber in 8Cent Bierflaschen ab, und verzichte auf das Weinfeeling einer Weinflasche. Dafür kauf ich mir dann lieber die dekadenten Kitziger Hefetütchen. :mrgreen:
Gruß
Martin

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Re: Grüße von der polnischen Tabak-Hefe

Beitrag von Moneysac » 19 Mai 2020 20:24

naja, die Kitzinger Hefetütchen sind leider auch nicht optimal. An professionelle Weinhefen kommt die nach meiner Erfahrung nach nicht dran.

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Re: Grüße von der polnischen Tabak-Hefe

Beitrag von wickie » 20 Mai 2020 07:13

@Moneysac, selber Probiert habe ich sie nie, aber so wie es der Chef schon gesagt hat:
Fruchtweinkeller hat geschrieben:
18 Mai 2020 23:17
... Es gibt ja einige Berichte von Forenmitgliedern ...
Daraus kann man schon einiges erschließen. Genauso weis ich, das unterschiedliche Heferassen auch unterschiedliche Geschmacksnuancen haben und unterschiedliche Probleme bereiten. Wer weis, was auf dem Tabak so alles drauf ist. Man müsste eigegentlich, nur so zum Spass so eine Hefe kaufen und ins Labor schicken. :lol:

Das wegen der "Professionellen Weinhefe" ist ja auch relativ. Was verstehst du darunter den? Ich habe keine Probleme nach etwas suche im Internetz fündig zu werden. Im Notfall, wenn ich wirklich nichts finde, frage ich einfach hier im Forum ob mir jemand was abgeben kann. Ich weis ja, dass viele hier große mengen kaufen. Oder frage einfach mal nach einer Seite nach.

Erst kürzlich (im Februar) bin ich günstig an 100g Portweinhefe gekommen und habe damit meine Samlung vergrößert.
Damit befinden sich folgende Weinhefen in meinem Besitz:
  • Blanc
  • Rouge
  • Aromatic
  • Reinhefe
  • Portwein
  • Siha (steht nur so drauf)
  • Steinberg
  • N96
  • Killerhefe (steht nur so drauf)
Mehr Hefe als ich jemals verarbeoten kann. :lol:
Mit welcher Hefe hast du den Probleme @Moneysac? Vielleicht kann man sie ja aus dem Ausland importieren?

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Re: Grüße von der polnischen Tabak-Hefe

Beitrag von Moneysac » 20 Mai 2020 18:06

Die Kitzinger Hefetütchen sind leider in der Regel nicht vakuumverpackt. Da hatte ich in meiner Anfangszeit ein paar mal Probleme. Aus dem Ausland brauche ich eig. nicht importieren. Ich wohne ja in der Pfalz und bekomme daher alles was ich benötige ein paar Kilometer weiter. ;)

Gute Erfahrungen habe ich mit den Hefen von Erbslöh und Eaton gemacht. Da die Mengen mittlerweile recht groß sind verbrauche ich auch 1-2 Packungen pro Jahr. Daher wird sie nach dem Kauf direkt verwendet. Wenn du die frisch aufmachst und das Päckchen in einen Eimer mit 50:50 Most-Wassermischung gibst, schäumt dir ein 10 Liter Eimer nach 30 Minuten über. Auch der Geruch war stets einwandfrei. Zugegeben liegt es vllt. auch an der Lagerung. Bei meinem Händler werden die Hefen vor Ort im Kühlschrank gelagert. So eine Kitzinger Hefe hat mich im Hochsommer schon mal in einem Briefumschlag erreicht.

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Re: Grüße von der polnischen Tabak-Hefe

Beitrag von Martinve7 » 20 Mai 2020 20:51

Ich nutze in letzter Zeit ausschließlich Kitzinger Portweinhefe. Da hatte ich es bisher nur einmal, dass die aufgehobene Hälfte gar nicht wollte. Die war aus einer Charge aus der Bucht, aus der 2 Päckchen auch ein wenig Anlaufschwierigkeiten hatten. Die Tüten von den üblichen Verdächtigen waren alle einwandfrei.
Gruß
Martin

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