Hefe für Met

Antworten
KUCKFATHA
10 Liter Wein
10 Liter Wein
Beiträge: 41
Registriert: 20 Juli 2019 19:47

Hefe für Met

Beitrag von KUCKFATHA » 21 Januar 2020 06:57

Hallo Leute, ich bin auf der Suche nach einer Heferasse für meinen Met. Der Met soll aber nicht so hochprozentig werden weil er soll auf einem Mittelalterfest im Sommer getrunken werden . Ich dachte max 12% ist gut. Ich habe eine Bordeaux Hefe gefunden auf der 10-12% draufsteht als Toleranz. Kommt mir aber komisch vor. Steinberg würde ja 10 % bringen. Ich habe auch überlegt ob es gehen würde einfach irgendeine zu verwenden und bei 12% einfach steril zu filtern.
Was meint ihr so? Könnt ihr etwas empfehlen?

Benutzeravatar
wickie
500 Liter Wein
500 Liter Wein
Beiträge: 568
Registriert: 08 Februar 2018 14:37

Re: Hefe für Met

Beitrag von wickie » 21 Januar 2020 09:18

Jedem Wein seine eigene Hefe sage ich immer. :lol:

Zu erst kann ich mal von der Steinberg abraten, nicht das sie Schlecht ist, aber es ist eigentlich eine Weisweinhefe und nicht unbedingt fur so etwas wie Met geeeignet. Sie eignet sich fur leichte geschmacksarme Weine sehr gut. Vor allem für einen leichten Sommerlichen Apfelwein gut zu empfehlen.
Am besten benutzt man Portweinhefe, aber die hat das Problem, dass sie bis 17% kommen kann. Hier wurde ich die Hefe bei 10% verhungern lassen.
Gut geeignet ist auch die Bordeaux Hefe, sie ist fur kräftige und schwere Weine absolut traumhaft. Auch für Süße und Deserweine gut zu empfehlen.

Ich persönlich verwende fur meinen reinen Waldhonigmet immer die Weinhefe Aromatic von BIOFERM. Empfehlen kann ich aber auch die Weinhefe Rouge, auch von BIOFERM, die nehme ich immer fur meine Fruchtmets. Beide gibt es beim üblichen grosen Onlineriesen. :D

Benutzeravatar
JasonOgg
5000 Liter Wein
5000 Liter Wein
Beiträge: 7478
Registriert: 13 August 2007 00:00

Re: Hefe für Met

Beitrag von JasonOgg » 21 Januar 2020 11:03

Meine Erfahrung lehrt mich, dass es keine Hefe gibt, die sicher bei 12-13% abbricht. In der Regel verlangsamen sie dann nur ihre Gärung und man findet nicht immer ein sauberes Ende mit der Nachzuckermethode. Wenn Du ihn nur bis 12% haben möchtest, dann empfehle ich auf jeden Fall eine Sterilfilterung bzw. Stabilisierung. Auf Mittelalterfesten im Sommer geht es sicher auch von der Temperatur hoch her, dass erleichtert Nachgärungen in der Flasche. Als Möglichkeiten bleiben dir dann Aushungern und staubtrocken abfüllen oder stabilisieren. Aushungern ist wahrscheinlich eh nicht schlecht, dann kann man besser klären und filtern, bevor man vor dem Sterilfiltern die Süße einstellt.

Die Hefen kannst Du grob in zwei Gruppen aufteilen, wobei die Übergänge manchmal fließend sind. (Brennerei-Hefen lasse ich mal außen vor):
  • Rotweinhefen (oder auch Südweinhefen)
    Die mögen eher Temperaturen ab 20°C, hören erst über 15% auf zu gären wenn der Zucker reicht, bilden meist viel Glycerin für die Schlieren im Glas. Normalerweise findet hier ein sauber erkennbares Ende der Gärung statt.
  • Weißweinhefen
    Sie gären normalerweise problemlos im Bereich von 15-20°C, sind mit einer niedrigeren Alkoholtoleranzgrenze versehen, die sie gegen Ende der Gärung aber oft relativ schleppend erreichen und sich eher PI*Daumen danach richten. Es wird weniger Glyzerin erzeugt.
Unter Bordeaux erwarte ich eher eine Rotweinhefe, daher halte ich "Abbruch bei 10-12%" für ein Gerücht. Und zu Steinberg steht auf der Homepage:
Homepage - Kapitel 'Die Hefe' hat geschrieben:Die Hefe „Steinberg“ soll beispielsweise eine Alkoholtoleranz von 10% besitzen. In meinen Händen produziert sie regelmäßig 13%, der Rekord lag bei knapp 15% Alkohol.
'And what would humans be without love?' - 'RARE', said Death.
T.Pratchett - Sourcery (1988)

KUCKFATHA
10 Liter Wein
10 Liter Wein
Beiträge: 41
Registriert: 20 Juli 2019 19:47

Re: Hefe für Met

Beitrag von KUCKFATHA » 21 Januar 2020 14:00

Okay danke. Dann wäre Steinberg doch gar nicht schlecht.auf den Alkoholgehalt bezogen. Aber wenn es steril gefiltert ist kann es dann noch nachgären?

Benutzeravatar
Chesten
2500 Liter Wein
2500 Liter Wein
Beiträge: 2825
Registriert: 22 Mai 2012 00:00
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Hefe für Met

Beitrag von Chesten » 21 Januar 2020 17:32

Wenn du nicht sauber arbeitest, ja .
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

KUCKFATHA
10 Liter Wein
10 Liter Wein
Beiträge: 41
Registriert: 20 Juli 2019 19:47

Re: Hefe für Met

Beitrag von KUCKFATHA » 21 Januar 2020 20:55

Es gibt ja steril und sehr steril Filter . Wenn ich den sehr steril verwende was kann da noch nachgären?

Benutzeravatar
420
2500 Liter Wein
2500 Liter Wein
Beiträge: 3613
Registriert: 27 September 2011 00:00

Re: Hefe für Met

Beitrag von 420 » 21 Januar 2020 21:06

KUCKFATHA hat geschrieben:
21 Januar 2020 20:55
Es gibt ja steril und sehr steril Filter . Wenn ich den sehr steril verwende was kann da noch nachgären?
Das Umfeld:
Anlage nicht sauber sterilisiert, nicht sterile Flaschen, Korken, Hände, Schläuche usw.. Weiterer Aspekt könnte sein, wenn man nach der Filterung die Trinkstärke mit Zucker einstellt. Zusätzliche Gefahr besteht, wenn der Wein zu lange nach der Filterung an der frischen Luft steht (in der Luft schweben auch Hefepilze).

VG
„Nicht alles, was zählt, ist zählbar!“ „Nicht alles, was zählbar ist, zählt!“ Albert Einstein
Filme Wein, Gerätschaften, Projekte und mehr

Benutzeravatar
Fruchtweinkeller
Administrator
Administrator
Beiträge: 27981
Registriert: 29 März 2004 00:00
Kontaktdaten:

Re: Hefe für Met

Beitrag von Fruchtweinkeller » 21 Januar 2020 23:28

Was man zu beachten hat steht ja auch auf der HP am Beispiel des Simplex erklärt ;)
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

KUCKFATHA
10 Liter Wein
10 Liter Wein
Beiträge: 41
Registriert: 20 Juli 2019 19:47

Re: Hefe für Met

Beitrag von KUCKFATHA » 22 Januar 2020 06:28

Danke euch. Also aushungern lassen heißt doch : wenn bei ca 12% die Gärintensität nachlässt Schwefel dazu damit die Hefe ausfällt. Dann abfilteriern und steril filtern. Oder was meint ihr mit aushungern?

Bahnwein
500 Liter Wein
500 Liter Wein
Beiträge: 617
Registriert: 27 September 2014 21:52
Wohnort: Radolfzell

Re: Hefe für Met

Beitrag von Bahnwein » 22 Januar 2020 09:22

Aushungern heißt, das bei Erreichen des gewünschten Alkoholgehaltes kein Restzucker mehr im Ansatz sein soll. Dann gibt es keine Gärung mehr.
Schwefelung während der Gärung erhöht das Risiko eines Böcksers, also erst nach dem Gärende. Außerdem setzen sich die Trübstoffe, wenn noch CO2 produziert wird, schlecht ab. Und die Schwefelung stoppt die Gärung nicht, sie hemmt nur.

Antworten

Zurück zu „sonstige Fragen zur Hefe“