Holunderwein gärt nicht

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Holunderwein gärt nicht

Beitrag von Er » 22 August 2008 10:52

Guten Morgen,

gestern Abend um ca 22Uhr habe ich nach folgendem Rezept ca 10L Holunderbeerwein in einem 20L Ballon angesetzt:
Saft aus 5kg Beeren,2.5kg Zucker,5.5l Wasser,Hefenährsalz,AntiGel,Milchsäure.
Zuerst habe ich nach Rezept die Beeren abgekocht und ausgepresst. Danach das Wasser und den Zucker und die restlichen Zutaten in den Gärballon gegeben
(Leider habe ich zu spät bemerkt, dass man nicht den gesamten Zucker schon am Anfang in den Ballon geben soll).
Jetzt nach 13 Stunden ist noch keine Gärung sichtbar und es steigen keine Blasen auf.

Jetzt zu meinen Fragen:
Wie lange dauert es normalerweise, bis es anfängt zu gären?
Soll ich eine Starterkultur ansetzen und wenn sie in einigen Tagen gärt, sie den Ballon geben?
Kann man die auf der FWK beschriebene Methode zur Herstellung einer Starterkultur auch für Holunderwein benutzen,also sie aus Apfelsaft herstellen?

Mit freundlichen Grüßen
Er

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 22 August 2008 12:51

Ich werde nervös wenn ein Ansatz nicht innerhalb weniger Stunden wenigstens verhalten blubbert.

Hast du Flüssighefe verwendet? Keinen Gärstarter gemacht? Dann sind hohe Zuckermengen besonders kritisch. Die Gärung kann durchaus noch einsetzen, das kann aber auf sich warten lassen. Setz sicherheitshalber einen Gärstarter mir neuer Hefe an, der wird schneller angären, sobald er gut ist: Hinein damit.
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Beitrag von Juergen » 25 August 2008 00:10

Ich gebe neuerdings bei allen Ansätzen etwas Vitamin B1 zu. Nach meiner Erfahrung ist das besser als jeder Gärstarter. Auch reine Saftgärungen sind nach ca. 12 Stunden am blubbern.

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 25 August 2008 08:34

Natürlich hilft VB1, wir empfehlen es ja auch. Wenn aber die Hefe im Fläschen tot oder massiv verseucht ist oder Zuckergehalt beim Gärstart hoch ist (wie hier vermutlich der Fall) hilft dir das auch nicht weiter.
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Beitrag von Juergen » 29 August 2008 22:18

Ich würde mir auch nach 3-4 Tagen "Ruhe" im Gärbehälter noch keine großen Gedanken machen; manchmal dauert es halt etwas länger bis zum Gärstart. Hast du das Startmostgewicht überprüft (mittels Öchslewaage oder Refraktometer)??
Unter 130 Öchsle sollten absolut keine Probleme auftreten; es sei denn (wie schon Fruchtweinkeller geschrieben hat) deine Hefe war mausetot!

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 29 August 2008 23:47

Bei 130°Oe mag ein Ansatz angären, wenn die Hefe fit ist, aber für eine vollständige Vergärung des Zuckers dürfte bei dem Zuckergehalt schon problematisch werden. Ich empfehle beim Gärstart einen Zuckergehalt im Bereich um 100°Oe.
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Beitrag von Juergen » 30 August 2008 00:11

Da gebe ich Dir vollkommen recht. Ich stelle meine Ansätze auch auf ca. 100 Öchsle ein. Ich wollte ja nur sagen daß auch bei 130 Öchsle normalerweise keine Probleme auftreten sollten!
Ein durchgären des Weines ist sicherlich dann nicht gegeben; wahrscheinlich bleibt eine höhere Restsüße.
Daß aber keine Gärung stattfindet (vorausgesetzt die Hefe ist nicht tot) halte ich für unwahrscheinlich.
Nichts für ungut Fruchtweinkeller, ich schreibe hier zwar sehr wenig im Forum, aber habe trotzdem 20 Jahre Hobbywinzererfahrung.

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 30 August 2008 00:30

Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit wird irgenwann irgendwas gären, das ist schon richtig. Das gilt selbst für eine Safttüte die du offen herumstehen lässt. Die Frage ist nur: Was gärt dann, und was hat sich vermehrt und sein Unwesen getrieben bevor die Gärung eingesetzt hat?
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Holunderwein gärt nicht

Beitrag von Bacchus86 » 31 August 2008 18:53

Guten Abend alle zusammen,

habe das ausgestanden. Am Freitag hat es richtig schön gegärt nach 2 Tagen (scheint ja bei Flüssighefe immer langsamer zu gehen als bei Trockenhefe) und ich habe dann alles in den Ansatz gegeben. Es gärt nun seit Samstag vor sich hin und blubbert schön. Habe noch 1 1/2 KG Äpfel reingerieben und somit eine noch stärkere Gärung ausgelöst :) ))
Geht echt gut ab. Das andere Fläschchen mit dem Rest Gärstarter habe ich noch mit ein wneig mehr Apfelsaft versorgt und in den Kühlschrank bei ca. 5C° gestellt. Es ist mit einem Wattebausch verstopft und zeigt keinerlei Aktivität. Hoffentlich kann ich nächste Woche dann meinen anderen Ansatz fertigstellen und den Gärstarter dann dazugeben.

Schönen Abend noch und Danke vielmals für den Tipp.
P.s. eine Oechslewaage habe ich nicht, nur Vinometer.
Der Met ist ein ganz posierliches Tierchen, der vor allem nachts und bei größeren Menschenmengen in Erscheinung tritt. Sein Paarungsverhalten ist ein großes, noch kaum erforschtes Phänomen...

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 31 August 2008 19:16

Der Gärstarter sollte eine Woche gut überstehen. Vor der Benutzung rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, damit die Temperatur langsam auf Raumtemperatur ansteigen kann, und kritisch am Gärstarter riechen. Vorsicht kann nicht schaden ;)
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