Was kann ich alles vergären?

Verwendung der nötigen Zutaten
Thorwaler
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Was kann ich alles vergären?

Beitrag von Thorwaler » 07 Oktober 2009 21:45

In den letzten Tagen kamen mir ein paar komische Ideen. Kann man Milch/Kakao/Eiscreem vergären? Anfürsich ist ja Alles drin was ein Wein braucht, bis auf das Wasser, das wird dann halt durch Milch ersetzt. Ein bisschen Zucker noch dazu...wobei mir hier noch eine Frage aus dem Kopf geschossen kam: Ist es egal ob man Puderzucker oder normalen Zucker nimmt? Kann ich Mohn auch vergären? Also vorher aufquellen lassen. Vieleicht sogar Pudding mit einem Antibindemittel. Ein Rosienenwein ist mir auch noch eingefallen der noch nicht auf dieser Homepage steht, aber schon im Forum besprochen wurde.
Die Frage ist natürlich ob das schmeckt, aber erstmal wollte ich fragen ob das überaupt geht oder hat jemand vieleicht Erfahrungen damit?

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Beitrag von Tompson » 07 Oktober 2009 21:58

Weißt Du, da fällt mir eine Begebenheit ein.

Ich saß im Urlaub mit meinem Kumpel in der Knödelalm und es brauchte was zum Zerteilen. Ich entschied mich für einen "Lärchel", den nahm mein Kumpel dann auch. Es mundete - fremd aber interessant, ziemlich harzig - und zerteilte, wie gewünscht. Naja, dem wurde ja auch noch nachgeholfen ...
Dann kam die Frage meines Kumpels, woraus der Nagesetzte denn ist: Lärchenwipfelspitzen, sprich frische Lärchennadeln.
Kommentar (8ung, jetzt kommt's) meines sehr trocken veranlagten Kumpels:
"Der Mensch hat gelernt, aus Schei*e Alkohol zu machen"

In diesem Sinne, vieles ist noch nicht probiert worden ;)
Oak ne jechn!

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 07 Oktober 2009 22:04

Siehe auch:

Forum-Link … 679-0.html

Milch enthält keinen durch Hefe vergärbaren Zucker, da muss nachgeholfen werden. Zu viel Eiweiß im Weinansatz kann Weinfehler fördern.

Rosinenwein schmeckt wie ein Traubenwein mit leicht oxidativer Note. Für die die das mögen ergibt das einen sehr guten Wein.

Mohn enthält wenig freien Zucker und dafür Stärke, ebenfalls nicht ohne weiteres vergärbar.

Pudding enthält Stärke und eventuell Eiweiß, kann problematisch sein (siehe oben). Für die Aromen braucht man "Ballast" nicht.
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Beitrag von Thorwaler » 07 Oktober 2009 22:22

Klinkt interessant mit den Lärchennadeln. Hast du das Rezept nocht?


ja das mit dem Zucker dachte ich mir schon. (Wasser enthält ja auch keinen Zucker)

Und das mit dem Mohn ist ja wie mit dem ingwerwein. Der Mohn bildet nur die Grundlage, der Zucker und das Wasser/Milch die Basis. Für die Gärung sorgt der Zucker. Ein wenig Säure aus einer Zitrone und/oder Rosinen + restliche Zutaten wie Hefe und Nährsalz und wir haben einen hervorragenden Wein. Okay ich lese gerade das mit dem Milchzucker wegen der Spaltung und so. Im normalen Weingeschäft bekomme ich das Enzym zum spalten ja leider nicht und in meinen Dünndarm möchte ich auch gerade nicht rum wuseln. Um es auf den Punkt zubringen, letzte woche in Bio noch mal verinnnerlicht: Wir müssen die Laktose spalten also brauchen wir Laktase. (Das Enzym endet meistens auf ase und nur die letzte Silbe des Substrates) Mal gucken vieleicht gibts so was ja in der Apotheke.

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 07 Oktober 2009 22:44

Gibt es, für Leute mit Lactoseintoleranz.
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Beitrag von Hanisch » 08 Oktober 2009 11:05

Das mit den Lärchennadeln ist ein einfacher aufgesetzter:
Also im April/Mai die frischen Triebe von Nadelbäumen abrupfen (Achtung - könnte als "Waldfrevel" gelten hab ich mal gelesen)
und das ganze in einem neutralen Alkohol eingelegt.
Irgendwo im Netz hab ich auch schon Tips gefunden, welche Nadelbäume dafür geeignet sind, und welche nicht.
OK - eigentlich mehr unter der Rubrik Sirup - da kommt das ganze mit Zucker in ein Glas...
--> das ganze zum Zwecke der Studie über ein "Met-Derivat" ohne Honig...

Für Mohn würd ich nach Amylase schauen (falls Du die Stärke umwandeln willst)- gibts gelegentlich in der Rubrik für Bierbrauer...
Milch vergären klingt für mich recht mutig...
aber da gibts glaub ich noch keine Versuche zu...
(also ich stell mir das ziemlich gruslig vor... könnte auch olfaktorisch ein Erlebnis sein...
aber will Dich keinesfalls in Deinem Pioniergeist aufhalten...)
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Beitrag von JasonOgg » 08 Oktober 2009 12:30

Gab es da nicht in der Mongolei so etwas wie vergorene Stutenmilch?
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 08 Oktober 2009 12:50

Jupp, Kumys, schmeckt aber angeblich gewöhnungsbedürftig...

siehe auch

www.mongolfood.info/de/rezepte/airag.html
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Beitrag von vladdi78 » 08 Oktober 2009 13:06

Also ich bin ja sonst auch für jeden Scheiß zu haben (hat jemand von euch schonmal eingelegte Gurken in Nutella gestippt? :schlecht: :D ), aber Milchwein ... ich glaube wenn das Zukunft hätte, hätten viele Milchbauern schon längst umgesattelt. Ich glaube auch nicht, daß Milch schnell genug vergärt - bevor da Wein rauskommt, kommt die Milch selbst raus und fängt an, existenzphilosophische Fragen zu diskutieren... :schlecht:

Mohnwein klingt schon interessanter - aber ich meine mal gehört zu haben, daß Mohn in ausreichender Menge evtl. bei einen Drogentest zu einem Alpha-Fehler führen kann (also das Ding zeigt ein positives Ergebnis, obwohl man nie Drogen konsumiert hat). Tricky... :ugeek:

Vielleicht könnte man aus Oliven Wein machen? Oder aus Wasser? Ach ne, das konnte nur einer... :D

Oder ein Nutella-Wein... oder ein Sonnenblumenkernwein? Oder ein Kürbiskernwein? Gibts eigentlich auch schon Kürbiswein??

[Dieser Beitrag wurde am 08.10.2009 - 13:07 von vladdi78 aktualisiert]
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 08 Oktober 2009 14:09

Kürbiswein gab es schon auf einer Tagung, kam auch ganz gut an (erinnert an Weißwein). Hier liefert die Forumssuche ausnahmsweise brauchbare Ergebnisse :)

edit: Nee, so brauchbar sind die nicht...

[Dieser Beitrag wurde am 08.10.2009 - 14:10 von Fruchtweinkeller aktualisiert]
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Beitrag von Thorwaler » 08 Oktober 2009 14:21

Das mit der Amylase klingt nicht schlecht. Hab ich heute auch noch drüber nachgedacht. (für alle: Amylase ist ein Enzym das stärke spaltet. So z.B. in unserem Mund)

Desweiteren kamen mir noch ein paar Ideen: Ein Pilzwein, Eine flüssige Rosienenschnecke: Rosienen mit Zitrone, Maziepan und etwas Puderzucker/Zucker wobei ich noch über keinen Unterschied bescheid weiß.
Kalte Grüze (die Packung aus dem Aldi, Erdbeershake (Erdbeereis mit ein paar frischen Erdbeeren aufgeppushed, Kakaowein.

So das geht ja noch aber jetzt:
Kann ich auch Fleisch Und Nüsse vergären? Also sprich ein pfund Hackfleisch (Rind) mit Sonnenblumenöl kurz anbraten und in den Gärbehälter. Ich schätze da werden mal wieder ein paar Enzyme fällig. Mit einer Tomate und ein paar gewürzen (quasie ne Hackfleischsoce).

Erdnusswein: Das Problem ist glaubig der hohe Fett und Eiweißanteil oder etwa nicht?

Wie der Körper Eiweiße und Fette aufspaltet lernen wir leider erst im Zweitenhalbjahr. ^^ Aber ich kann ja mal nachgucken.
Kann aber ne menge Glycerin bei raus kommen wenn das aufgespalten wird.

Möpkenbrotwein: Kennt vieleicht nicht jeder, hab ich gerade aber noch gegessen. Wir sprechen hier von einem Brot aus Blut, Speck, Mehl und Brühe. Giibts auch als weißen Möpkenbrot ohne Blut. Da werden aber vieleicht auch ein paar Enzyme fällig.

Dabei viel mir ein (nichts für Vegetarier) ein Blutwein. Das klingt schon ein wenig düster aber warum nicht.

Also weiß jemand wie man Fleisch vergärt?
Weiß jemand was passiert wenn der Fett und Eiweißgehalt zu hoch ist?

Zur Milch kommt Laktase hinzu und zu Substraten mit langkättigen Kohlenhydratketten (Mohn) [Stärke] sollte man Amylase hinzu geben.

Desweiteren frag ich mich gerade ob man in einer 1L/0,75L Flasche wo vorher Wasser drin war auch vergären kann oder gibt es besondere Ansprüche an das Glas?

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Beitrag von fibroin » 08 Oktober 2009 15:00

Geht es bei der Aufzählung um die Möglichkeit ob eine Vergärung überhaubt funktioniert, oder ist ein schmackhaftes Endprodukt das Ziel?

Ich habe diverse Versuche schon durch, allerdings war das Aromatisierung von Zuckerwasser durch Blüten, Brot und Gewürzen. Das geht in jedem Fall, aber es lohnt einfach nicht, weil das Endprodukt für die viele Arbeit nicht entsprechend schmeckt.

Bei deinen Vorschlägen habe ich die Sorge, dass die Gärung den Geschmack des Grundproduktes bis zur Unkenntlichkeit verflacht.

Experimentiere, du wirst es merken.
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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