Methanolbildung bei Zitrusfrüchten?

Verwendung der nötigen Zutaten
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Methanolbildung bei Zitrusfrüchten?

Beitrag von Has » 07 Mai 2012 11:57

Guten Tag liebe Leute

Ich habe bereits einige Male gelesen, dass beim Vergären von Orangensaft vergleichsweise viel Methanol entsteht. In einem Thread wird geraten, den Saft durch ein Sieb zu lassen, das soll helfen.
Nun habe ich bereits mehrere Weine mit Zitronensaft hergestellt und frage mich, ob das was für Orangen gilt, auch bei anderen Zitrusfrüchten der Fall ist? Und: Beim Sieben vom Saft gehen ja Trüb- und Nährstoffe für die Hefe verloren, die ich gerade beim Met lieber mit im Ballon hätte...
Gibt es also allgemein Probleme mit Zitrusfrüchten und ist das Sieben überhaupt auch bei Orangen notwendig?

Liebe Grüsse
Hansi

PS: Noch ein Ratschlag aus eigener Erfahrung: Weine mit Zitronensaft haben bei mir immer riiiieesige lockere Depots am Boden gebildet. Zumindest vor dem Absetzten der Hefe scheint mir ein Sieben des Ansatzes daher sinnvoll, um den Volumenverlust gering zu halten

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Methanolbildung bei Zitrusfrüchten?

Beitrag von Stipp » 07 Mai 2012 12:05

Gute Frage das würde mich auch mal interesieren .
Würde da gerne mal paar sachen mit Orangen, Zitronen und Limetten testen , bin dann aber in einen Beitrag von FWK drauf gestossen das es da wohl beim vergähren probleme geben soll? :?:

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Methanolbildung bei Zitrusfrüchten?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 07 Mai 2012 20:45

Oh, hier habe ich wohl einen Beitrag übersehen.

Ja, das gilt für alle Zitrusfrüchte.

Siehe auch:

Forum-Link … 472-0.html
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Methanolbildung bei Zitrusfrüchten?

Beitrag von Moneysac » 07 Mai 2012 23:49

Für mich stellt sich da eine andere Frage:

Wie in dem verlinkten Beitrag von Fruchtweinkeller auch steht, gibt es viele Faktoren, die zu einer erhöhten Methanol Produktion führen können. Gegenmaßnahmen werden auch genannt.
Fruchtweinkeller hat geschrieben:Sorge dafür dass es der Hefe gut geht, sprich sorge für Nährsalz und andere Nährstoffe.
Hefe braucht auch Trübstoffe um sich wohl zu fühlen. Deswegen müsstest du, wenn du die Fruchtstücke aus dem Orangensaft entfernst, 2-3 Äpfel in den Ansatz reiben. Was dann wieder aufs gleiche herauskommt ?! :schlecht: :schlecht: :schlecht:

Erscheint mir irgendwie Paradox, werde aber gern eines besseren belehrt.

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 08 Mai 2012 00:12

Der Gedankengang ist sicher nicht falsch. Hier kommt es freilich nicht nur auf die absolute Pektinmenge an, auch auf die Qualität... und wenn ich das richtig überblicke ist das Pektin aus Zitronen und Co. eben besonders methanolpotent. Wenn du klaren O-Saft verwendest und in diesen ein paar Äpfelchen hinein reibst wirst du wahrscheinlich immer noch sehr viel weniger Methanol erhalten als wenn du einen naturtrüben A-Saft vergärst.

Man darf sich nichts vormachen, einen gänzlichen methanolfreien Wein wird man eher nicht produziert bekommen. Was aber auch kein Problem ist, siehe Link ;) In dem Sinne. Regeln ruhig im Hinterkopf behalten, aber aber auf die Goldwaage können wir verzichten.
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Methanolbildung bei Zitrusfrüchten?

Beitrag von Has » 10 Mai 2012 23:21

guten Abend

danke für die beruhigenden Antworten! Ich wusste zwar, dass ich nur schwer durch Gegorenes Methanol-blind werden kann, aber wenn bei der ganzen Geschichte höchstens ein Kater und keine anderen bleibenden Organschäden oder Ähnliches rausschaut, sprich wenn es sonst nicht allzu ungesund ist, dann ist ja alles im Lot!

dann mal hoch die Tassen, dem allfälligen Nachbrand zum Trotz :twisted:

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Beitrag von Moneysac » 10 Mai 2012 23:34

Ich behaupte mal, dass sofern alle Regeln des Fruchtweinkellers eingehalten werden. Sprich gute,frische Hefe mit Görstarter + Hefenährsalz, ausreichend Ballon Bewegung und Temperatur, wir ein sehr sauberes Produkt herstellen, viel besser als manch kommerzielles Zeug.

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Methanolbildung bei Zitrusfrüchten?

Beitrag von Ehli » 10 Mai 2012 23:56

Tja und nun erklär mir bitte einer warum die Lohnbrennereien in BW für Zwetschgenmaische ohne Stein fast das doppelte verlangen als für die ohne :?:
Mir hat man vertickert dass das mit dem Steuergesetz zu tun hat. :schlecht: Klar, weniger Einnahmen bei der Alkoholsteuer dafür mehr Kosten bei der Krankenpflege :ugeek:
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Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 Mai 2012 23:59

Na super, happy Blausäure, happy EC :(
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Methanolbildung bei Zitrusfrüchten?

Beitrag von fibroin » 11 Mai 2012 08:34

Ehli hat geschrieben:Mir hat man vertickert dass das mit dem Steuergesetz zu tun hat.
Das kann sein. Steine gehör(t)en mit in die Maische. Jedenfalls habe ich das so bei Gesprächen mit Bekannten aus Schwaben herausgehört.
Merke: Steuergesetze aktualisieren sich nicht automatisch nach dem Stand der Technik. :-x
Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei.

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Beitrag von Moneysac » 11 Mai 2012 10:14

Von einem Kollegen weiß ich, dass Maische ohne Steine wirklich höher besteuert wird als mit Steinen. Da es hier um Geld geht, nimmt es unser Staat natürlich sehr genau. :schlecht:

Stell dir mal vor, du machst 100l Maische einmal mit und einmal ohne Steine.

Bei dem Ansatz ohne Steine ist die absolute Alkoholmenge höher als bei dem Ansatz mit Steinen.

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