Eichenchips

Verwendung der nötigen Zutaten
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Hank
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Eichenchips

Beitrag von Hank » 25 Oktober 2005 19:51

Ich wollte mal fragen ob schon jemand Eichenchips in seinen Weinen verwendet hat und wie das fertige Ergebniss geschmeckt hat. Wenn möglich auch Sorte und Dosierung.

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Fruchtweinkeller
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 25 Oktober 2005 22:36

Grüssle,

haben wir auch schon probiert. Die Ergebnisse waren ehrlich gesagt duchwachsen. Wir haben drei verschiedene Chipsorten ausprobiert, die jeweils zu unterschiedlich starken Aromatisierungen geführt haben. Vermutlich hängt das nicht nur von der Holzart ab, sondern auch vom Röstgrad und von der Größe der Holzstück (also vom Verhältnis Oberfläche zu Masse) Ein genaues Rezept kann und will ich Dir deshalb nicht liefern. Sonst bin ich es ja hinterher gewesen wenn es nicht klappt ?-|

So würde ich das aus unserer Erfahung heraus angehen: Der Wein wird fertig vergoren und geklärt und mit reichlich Oxidationsschutz versehen. Das ist notwendig weil Du Deine Gebinde mehrmals öffnen wirst. Dann Zugabe der Chips, zu Beginn könnte man 3 g/l einsetzten. Dann im Wochenabstand gut durchmischen und eine kleine Probe entnehmen. Diese verkosten und individuell entscheiden:

  • Der Geschmack ist OK oder zu stark: Die Chips sofort abseihen
  • Der Geschmack ist zu schwach: länger stehen lassen
  • Der Geschmack ist zu schwach und verändert sich nicht mehr: Mehr Chips zugeben

Der Geschmack ist zunächst nicht so doll, etwas harzig-bitter. Mit der Reifung rundet er sich ab, und mit ewas Glück bekommt man irgenwann eine Vanillenote.

Eine gute Alternative ist flüssiger Eichenextrakt (z.B. Oak-A-Vin von Brouwland). Hier könnte man mit 1 ml/L Wein beginnen und sich dann je nach Geschmack in der Konzentration steigern. Das geht unschlagbar schnell und einfach im Vergleich zu den Chips.



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Beitrag von wok » 01 November 2005 22:33

Hallo Hank,
Chateau Giscours, Bordeaux Grand Cru Classé hat durch Eichenchips fast seine Klassifizierung verloren. War ein toller Scandal . . . :!:

Gruss WOK
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Beitrag von Tybald » 12 November 2005 09:48

Das ist aber schon laaaange her, da war der Trick mit den Chips noch ganz neu und sie haben den Wein als Fassgelagerten verkauft...
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Beitrag von Dreizehn » 12 November 2005 10:17

wok hat geschrieben:Chateau Giscours, Bordeaux Grand Cru Classé hat durch Eichenchips fast seine Klassifizierung verloren. War ein toller Scandal . . .
Richtig so. Nee, falsch: das Chateau hätte sie verlieren MÜSSEN. Sowas segelt bei mir unter Pantscherei. Hatte vor einigen Jahren mal eine entlarvende Diskussion mit den Kellerleuten in Geisenheim zu diesem Thema, da experimentierten sie gerade mit dem Eichenholzextrakt ("...die teuren Barriquefässer, da gehen die deutschen Winzer im internationalen Wettbewerb ja unter..."). Darauf anschließend die Weinbauleute angesprochen: "...wenn die ihre Reben und Weinberge in Ordnung hielten, hätten sie so ein Zeug nicht nötig...".

Also, sauber bleiben, meint

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Beitrag von Erdenkind » 30 Juli 2006 17:18

Kann mir den jemand sagen was so seine Erfahrungen mit Eichenschips sind?
Und mit wie viel gram auf ein Liter hattet ihr die besten Erfahrungen bzw wie lange hattet ihr den Met stehen? Bevor ihr die Eichenschips abgezogen habt?
Ich weis:
· Der Geschmack ist OK oder zu stark: Die Chips sofort abseihen
· Der Geschmack ist zu schwach: länger stehen lassen
· Der Geschmack ist zu schwach und verändert sich nicht mehr: Mehr Chips zugeben
Aber würde gern eure Erfahrungen lesen die ihr mit den Schips so gemacht habt?

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 30 Juli 2006 21:57

Es gibt die Chips von vielen verschiedenen Holzsorten mit unterschiedlich starkem Toasting. Meine Erfahrung: Da lässt sich nichts verallgemeinern.
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Beitrag von rds » 07 August 2006 18:48

Ist ja wirklich ein Problemfall
Das es klappt ist ja bewiesen obwohl man es nicht verheimlichen soll!

Ich werde mit grosser Sicherheit kein Edelwein in den nächsten X Jahren aus meinen 97 Reben in Kübel produzieren können :( . Da hilft auch meine tägliche Boden-optimierung aus Kaffesatz,Kamienholz Asche, Clalium und Magnesium sowie Kupferspritzen nichts.
Ich will mein eigenen Tischwein produzieren ... der das Optimum an dem was es ist darstellt. Schliesslich haben meine Pflanzen auf der Dachterasse genûgend Sonne.

Holzfässer kann ich mir nicht leisten aber wie kann ich dieses wirklich optimal simulieren ( in der Tiefgarage welche Temperaturstabiel ist )?
Ich hâtte Zugriff auf frische Späne aus der Schulschreinerei ... oder wird davon abgeraten ?

Was bringt diese Technik wirklich bei trokenem Weiswein? Kann ich damit die Qualität steigern ?

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 07 August 2006 20:29

Du kannst ja keine X-beliebigen Chips oder Späne nehmen. Es gibt nur wenige gebräuchliche Eichensorten die für Fässer oder Chips benutzt werden. Die Herkunft und die Art bestimmt wie schnell welche Aromen in den Wein übertreten. Vorher muß das Holz getrocknet und getoastet werden. Eh Du Dich da auf einen Blindflug begibst solltest Du Holzchips kaufen. Gibt es in verschiedener Qualität im Brennereibedarf.
Ob sich das geschmacklich lohnt kannst nur Du selbst entscheiden. Mir persönlich geht bei dem momentanen Barrique-Hype viel zu oft die Fruchtigkeit und Frische des Weins abhanden. Und das emfinde ich gerade bei Weißwein so. Aber, wie gesagt, das ist alles Geschmackssache.
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Beitrag von rds » 07 August 2006 21:44

Genau da liegen meine Bedenken
Was sind das genau an Pellets und WAS IST DA WIRKLICH DRINN und welche genaue dosis führt zum Erfolg bei welchen werten

Gibt es da nichts Wissenschaftliches ??? Wird doch so oft in der EU missbraucht *grummel*

Die Qualität an Holz treibe ich notfalls auf und stelle sie selbst her ... traue keinem :P nicht einmal mir selbst :!:


Meine Pflanzen kommen von einem Pensioniertem *Moseler* aus dem Luxemburger Weinbau Institut(Querdenker)der mir die Reben auf mein Bedarf gekreutzt hat und meinte das könnte ein *lustiges*. Terassenwein in der Stadt Luxemburg :)
Auch wenn dazu ein Mehraufwand nötig ist.
Im Moment bin ich noch beim Pflegen des Wertvollen Gutes .... Aber es geht schon wieder richtung Herbst

[Dieser Beitrag wurde am 07.08.2006 - 21:52 von rds aktualisiert]

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 07 August 2006 22:33

Klar

www.fruchtweinkeller.de/Wine/literaturwiss.html

"Barriqueausbau" von Robert Steidl und Georg Leindl
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Beitrag von Birgit » 08 August 2006 08:13

rds hat geschrieben:Was bringt diese Technik wirklich bei trockenem Weiswein? Kann ich damit die Qualität steigern ?
Wenn ich das Ganze recht verstehe hast Du noch nie Wein gekeltert? Dann laß die Finger vom Holz :schlecht: Weisswein ist in der Zubereitung und Stablisierung schon nicht ohne. Er sollte ausschließlich unter CO2 gelagert werden usw., um die im Moment so gefragte Frische zu haben und zu erhalten. Von den üblichen Sachen wie Säuremessung, Säurefällung, Verhinderung von BSA, Weinsteinstabilisierung und Abfüllung mit Fritte mal abgesehen, ist bis auf wenige Ausnahmen Holz bei Weisswein auch geschmacklich absolut daneben.

Gruß Birgit
Aus dem Feuerquell des Weines, aus dem Zaubergrund des Bechers,
sprudelt Gift und süße Labung, sprudelt Süßes und Gemeines;
nach dem eig'nen Wert des Zechers, nach des Trinkenden Begabung! (Friedrich von Bodenstedt)

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