NEULING Wer gibt etwas Start- oder Nachhilfe :-))

Verwendung der nötigen Zutaten
Spreewaelder
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NEULING Wer gibt etwas Start- oder Nachhilfe :-))

Beitrag von Spreewaelder » 27 August 2015 17:06

Ein freundliches Hallo an alle hier.
Da ich ein ABSOLUTER Neuling bin, hoffe ich hier auf ein paar Antworten.
Sind denn diese ganzen Zusätze wie Kaliumdisulfid, Milchsäure, Antigel und Hefenährsalz unbedingt notwendig ?
Ich habe dies Jahr so viele Brombeeren gehabt, das ich derzeit aus ca 80 kg Früchten, ca 60 ltr. Entsaftet habe und nun in 3 Ballons vor sich hinblummern. Derzeit ist nur Zucker und Hefe drin, weiter nichts.
Gestern habe ich ca 20 liter Pflaumenwein angesetzt die auch schon blubbern und Heute entsafte ich gerade Birnen.
Danke für Eure freundliche Unterstützung

Nathea
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Re: NEULING Wer gibt etwas Start- oder Nachhilfe :-))

Beitrag von Nathea » 27 August 2015 17:41

Ein freundliches Hallo zurück!

Man KANN einen Wein nur mit Hefe und Zucker produzieren. Man KANN den Säuregehalt des Weins außer Acht lassen. Man MUSS der Hefe NICHT optimale Start- und Existenzbedingungen schaffen. Die Gärung wird trotzdem stattfinden.

Man sollte dann aber mit Gärstockungen und Weinfehlern rechnen. Womöglich auch mit unerwünschten Fremdhefen oder Mikroben, die sich in einem für sie annehmbar(er)en Millieu besser vermehren als sie es unter nur für die Reinzuchthefe optimalen Bedingungen täten und die ihren "freiwilligen Einsatz" gern damit vergelten, dass sie dem Genießer des Weins durch Produzieren unerwünschter Stoffe im Wein einen "dicken Kopf bescheren" oder den Wein in eine ungeniessbare Suppe verwandeln.

Es KANN gut gehen, muss aber nicht.

Es ist letztlich Deine Entscheidung, diese zusätzliche Mühe zu investieren oder es zu lassen. Empfehlungen gbt es hierzu im Forum zuhauf.

Viele Grüße,
Sylvia

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Re: NEULING Wer gibt etwas Start- oder Nachhilfe :-))

Beitrag von Spreewaelder » 27 August 2015 17:50

Na dann bedanke ich mich und schau mal was die anderen dazu schreiben
Wenn es Sinn macht, nehme ich gerne Hilfsmittel, ich will ja nicht das man die "SUPPE" dann nicht geniessen kann
Freundliche Grüße aus dem Spreewald
Andreas

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Re: NEULING Wer gibt etwas Start- oder Nachhilfe :-))

Beitrag von vladdi78 » 27 August 2015 18:00

Sylvia hat den Kern der Sache schon getroffen, ich würde gerne ihre Ausführung etwas "nachschärfen".

Ich weiß nicht, wieviel Zeit Du zum sammeln, entsaften und ansetzen der Brombeeren verbraucht hast. Ich selbst schaffe pro Stunde vielleicht 2, vielleicht 3 kg Brombeeren von den wilden Sträuchern zu pflücken. Das macht ca. 30h Arbeit bei 80 kg, die Stunde mal sehr günstig mit 10 Euro angesetzt hast Du alleine fürs Pflücken 300 Euro investiert. Dazu das Verarbeiten, die Materialien, etc. Setzen wir mal 400 Euro alleine für den Brombeeransatz an.

Und jetzt stellst Du die Frage, ob Du WIRKLICH einen Euro (in etwa) für Hefenährsalz ausgeben sollst. Entsprechendes gilt für Kaliumpyrosulfit und Antigel (wobei Du das ja nicht brauchst, weil Du entsaftet hast - bei der Gelegenheit: warum eigentlich? Brombeeren werden üblicherweise als Maische vergärt). Ein Ebuliskop braucht kein Mensch, ein Vinometer tuts auch. Ein Acidometer-set kostet auch nicht die Welt. Beides zusammen vielleicht 20 oder 30 Euro. Damit wären wir bei 35 Euro Einsatz für 400 Euro Wert alleine an Brombeerwein. Gleiches gilt für die anderen Weine.

Ja, man kann es so machen wie vor 200 Jahren. Aber die Technik und das Niveau von heute würde ich nutzen, denn das macht den Unterschied zwischen "kann man trinken" und "scheißdieWandanistdasgeil!!!". Ein Chirurg würde ja auch nicht das Werkzeug des 19. Jahrhunderts nutzen...
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Re: NEULING Wer gibt etwas Start- oder Nachhilfe :-))

Beitrag von 420 » 27 August 2015 18:18

Den Vorrednern kann ich mich nur anschließen.

Kleine Hilfe:

HP Seite

Vielleicht helfen auch kleine Filmchen. Klicke dann dazu in meiner Signatur auf den Link.

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Re: NEULING Wer gibt etwas Start- oder Nachhilfe :-))

Beitrag von Holger » 27 August 2015 18:24

mal was anderes. 80kg brombeere? woher :D selbst geerntet?

bin auch neuling. '
grundausstattung, die ich mir zugelegt hab:
- vinometer
- hefenährsalz
- kaliumpyrosulfit
- hefe für 800l und die nächsten 1000 jahre
- presssack
- flaschenspüler
- milchsäure
- enzym
- standverkorker
- acidometerset
- simplexfilter
- diverses, weinheber, stopfen, gärröhrchen, aber das braucht man ja sowieso.

ich bin der meinung, wenn man schon anfängt, sollte man es richtig machen und keine angst um die gesundheit anderer und seiner eignen haben, wenn man trinkt und trinken lässt...

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Re: NEULING Wer gibt etwas Start- oder Nachhilfe :-))

Beitrag von vladdi78 » 27 August 2015 19:18

Ich muss meinen vorherigen Post relativieren: die Ausrüstung nutzt Du ja mehrfach, auf Die Menge vernachlässigbar. Macht in Summe 1 Euro für Hefenährsalz, 1 Euro für Das Sulfit, 2,5 Euro für Hefe und nochmal paar Cent für Antigel und Säure. Lass es 5 oder 6 Euro pro Ansatz sein. Jetzt setz das ins Verhältnis zu dem Einsatz von 400 Euro und beantworte die Frage selbst. ;-)

Ein anderes Problem ist übrigens, dass man von dem Geschmack des Ansatzes nicht auf den des Endproduktes schließen kann. Man braucht ein gewisses Maß an Analytik, um ein halbwegs genießbares Endstadium zu erreichen. Wenn erstmal das Endstadium erreicht ist, hast Du praktisch Keine Möglichkeiten mehr, noch etwas Am Ergebnis zu korrigieren. Du wirst Dich tierisch ärgern.
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Re: NEULING Wer gibt etwas Start- oder Nachhilfe :-))

Beitrag von Chesten » 27 August 2015 19:23

Antigel, Hefenährsalz Schwefelpulver usw. sind für die Gärung kein muss aber bei der richtig Dosierung und Handhabung helfen diese bei der Herstellung eines schmackhaften und lagerungsstabilen Wein ungemein.

Und das "Argument" das man keine "Chemie" im Wein haben will ist Fadenscheinig, da die Gärung pure Bioschemie ist.

Wir wollen hier reproduzierbar stabile und leckere Weine herstellen.
Dafür gibt es ein paar Voraussetzungen z.B.: ein schnelles sauberes angären der Reinzuchthefe, dabei hilft z.B. Hefenährsalz sehr gut dabei , da z.B. in Honigweinen vieles einfach fehlt was die Hefe braucht.

Diese ganzen "Mittelchen" können dabei helfen reproduzierbar stabile Weine herzustellen, nicht alles was es zu kaufen gibt ist sinnvoll oder nötig, aber um wie ich jetzt schon oft sagte: reproduzierbar stabile Weine herzustellen, wirst du nicht ganz um diese Mittelchen rum kommen.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: NEULING Wer gibt etwas Start- oder Nachhilfe :-))

Beitrag von Spreewaelder » 28 August 2015 11:56

Hallo an alle die so nett geschrieben haben.
Vielleicht bin ich etwas unvorbereitet an die ganze Sache gegangen.
Es ging mir nicht darum, ob Chemie oder nicht, eher darum, was ist angebracht und wieviel. Ich denke ich muß doch noch mehr lesen um vernünftigen Wein zu machen :lol:
Ich werde mir die entsprechenden Zutaten heute besorgen und dazu geben.
Vorerst muß ich nur noch schauen, wieviel ich dann in den bereits blubbernden Ansatz geben sollte. Auch wenn ich weiß, das man den Korken jetzt nicht ziehen sollte, ich bekomme das schon hin, ob nun mit Anfängerglück oder mit Feingefühl :D
Da es hier ja so viele Beiträge gibt, werde ich sicher etwas Zeit benötigen um für Brombeerwein, Pflaumenwein und Birnenwein die Mengen zu finden.Was ich bisher gefunden habe, genügt nicht da in den meisten fällen zwar von Süße, Säuregehalt oder Alkoholgehalt geschrieben wird, jedoch nicht wie groß der sein sollte und was und wieviel man dazugeben muß, um die gewünschen Daten zu erreichen. :?:
Wie gesagt ich bin Neuling :roll:
Danke nochmal
Andreas aus dem Spreewald

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Re: NEULING Wer gibt etwas Start- oder Nachhilfe :-))

Beitrag von Holger » 28 August 2015 12:45

süße hängt mit alkohol zusammen, die hier wohl am sinnigsten und meistpraktizierteste methode ist nachzuckerung. alles nachzulesen auf der hp.
anzustrebender säurewert steht auch bei den rezepten mit dabei ;)

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Re: NEULING Wer gibt etwas Start- oder Nachhilfe :-))

Beitrag von Spreewaelder » 28 August 2015 13:19

nun ja, da ich ja sicher Anfängerglück habe, wirds schon werden :?
Vielleicht findet sich ja auch jemand, der in der nähe wohnt und mir mit Rat und vielleicht auch mit Tat zur Seite steht :-))
wie sagte mein Vater schon, "Versuch macht kluch" :mrgreen:
Gibts hier jemand aus dem Spreewald zwischen Lübben und Cottbus ?????????????????????

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Re: NEULING Wer gibt etwas Start- oder Nachhilfe :-))

Beitrag von Spreewaelder » 28 August 2015 14:07

Da ich einen wundervollen Keller habe, alles gefliesst selbst im winter immer um die 8 grad und im sommer kaum mehr als 12 wäre das doch eien Ideale zusammenarbeit, ausserdem benötigt man je nur ein Gerät / Pumpe usw.
Einer macht schon mit, der hat aber leider genauso viel (besser gesagt wenig) Ahnung wie ich :-))

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