Zutaten aus dem Supermarkt

Verwendung der nötigen Zutaten
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Ulfson
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Zutaten aus dem Supermarkt

Beitrag von Ulfson » 23 Januar 2020 13:30

Ahoi,

ich bin nun schon seit geraumer Zeit kontinuierlich bei der Herstellung von Honig- und Fruchtweinen. Abgesehen vom Kaliumpyrosulfit und Hefenährsalz verwende ich dabei keine Chemie (mangels Erfahrung und Vertrauen). Entsprechend durchwachsen sind aber auch leider die Ergebnisse.

Klar: am besten schmeckten die Frucht- und Honigweine, wo ich frisches Obst versaftet habe. Ich denke aber, dass es eher ein psychologischer Effekt ist, weil ich weiß, wie viel Schweiß und Tränen im Wein sind, da ich aufgrund einer kleinen Wohnung weder Entsafter noch anderes großes Equipment zur Saftherstellung besitze.

Einfacher ist es da, Fertig-Saft zu kaufen. Sehr guten Erfolg hatte ich dabei mit dem Bio-Apfelsaft (direkt gepresst) aus dem Supermarkt.

Meine letzten zwei Mets waren aber nun eher misslungen - nicht wegschmeiß-misslungen, aber auch nicht gut.

Frage 1) Kann das an der Verwendung von billigen Supermarkt-Honig (2,50 € / 500 g) liegen?

Zuvor hatte ich einen persönlichen Imker, bei dem ich den Honig günstig abkaufen konnte. Da nun sowohl der Quitten-Met (mit frischen Früchten), als auch der Apfelmet (nach Basisrezept ) eher wie Oma unterm Arm schmeckten, der Apfelwein dazwischen aber lecker war, beginne ich mich zu fragen, woran es sonst liegen kann, wenn Hefe und alles Andere gleich geblieben ist.

Für mein nächstes Produkt möchte ich (erneut) einen Kirsch- oder Johannisbeer-Met machen. Dieses mal aber mit Obst / Saft aus dem Supermarkt.

Frage 2) Welche Säfte / welches Obst würdet ihr mir empfehlen?
Frage 3) Kann man Säfte / Nektars aus Fruchtsaftkonzentrat nutzen?
Frage 4) Habt ihr Erfahrungen mit Säften, deren Fruchtsaftgehalt kleiner als 100 % ist?
Frage 5) Was spricht gegen Obst aus Einweckgläsern?

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wickie
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Re: Zutaten aus dem Supermarkt

Beitrag von wickie » 23 Januar 2020 13:56

1. Honig ist ein schwieriges Produckt. Es gibt auf dem Weltmarkt nicht genug Honug wie verkauft wird, daher wird er oft mit Zuckersirup gestreckt. Auserdem sind billig Honig und Honig aus der Drückflasche oftmals hitzebehandelt, damit er nicht kristallisiert. Hier besser auf die Qualität achten, auch wenn es etwas teurer wird.

2. Zu empfelen sind die Säfte: KEINER
Hier sind ganz klar frische Früchte immer zu bevorzugen. Säfte haben oft das Problem das sie aus Konzentrat bestehen und daher kein geschmack daraus gewonnen werden kann. Auch sind die meisten Säfte behandelt was probleme machen kann. Auf so einer Saftpackung steht nicht immer alles drauf was drinnen ist. Daher gilt: finger weg von allem was nicht 100% direkt gepresst ist. Zu empfehlen ist eh fast immer eine Maischegärung.

3. Fruchtkonzentrat habe ich persönlich noch nicht getestet, kann also nichts dazu sagen.

4. Lass lieber die finger von solchen säften. Im Internet gibt es fast jeden Saft als 100% Direktsaft.

5. Obst in Gläser sind immer erhitzt. Durch das erhitzen entweichen alle Aromastoffe aus dem Obst. Es richt toll, wenn man es öffnet, aber man kann daraus nicht mehr viel extrahieren. Ein Wein daraus wird geschmacklich vielleicht gut sein, aber im vergleich zu frischen Obst wird er Fade, flach und eher Langweilig schmecken. Auch kann da teilweise ein sogenanter "Kochgeschmack" entstehen.

Ich habe auch eine Kleine Wohnung und nicht die Möglichkeit mir großes Equipment zuzulegen. Probiere es mal auf einem Markt, da kann man mit einige Obstbauern reden, die auch so eine Pressung anbieten. Ich habe schon mal nachgefragt und wenn ich 50L direkt kaufe, bekomme ich das auch entsaftet.

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Re: Zutaten aus dem Supermarkt

Beitrag von JasonOgg » 23 Januar 2020 14:55

Ulfson hat geschrieben:
23 Januar 2020 13:30
Frage 2) Welche Säfte / welches Obst würdet ihr mir empfehlen?
Bei Obst hat Wiki vergessen Tiefkühl-Beeren zu erwähnen. Wenn dort keine Konservierungsstoffe angegeben sind, dann gibt das schon etwas gutes.

Abgesehen davon würde ich die Säfte nicht rundheraus verteufeln. Klar, frisches Obst als Maischegärung bringt schon ordentlich Aroma. Aber wir haben auf den Fruchtweintagungen schon viele Maracuja-Weine getrunken, die gut und bestimmt nicht aus frischen Früchten waren.

Bei der Auswahl stimme ich zu, Direktsaft ohne Konservierungsstoffe und lieber selber verdünnen als aromatisiertes gefärbtes Wasser vergären.
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Re: Zutaten aus dem Supermarkt

Beitrag von Dorsch97 » 23 Januar 2020 15:54

Ich habe einen guten Maracujawein, mit der Hausmarke von den Supermarkt, der "Lebensmittel liebt" gemacht.
Mit Antigel hat der Wein auch sehr gut und schnell geklärt.

Ps. Darf man Supermarkt Namen in dem Zuge erwähnen?

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Chesten
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Re: Zutaten aus dem Supermarkt

Beitrag von Chesten » 23 Januar 2020 15:57

Ich glaube eher das es an deiner Herstellungsweise liegt das deine Erzeugnisse nicht schmecken !

Grundsätzlich gibt :
Je besser die Quallität der Zutaten desto besser kann der Wein werden !
Aber Quallität muss nicht teuer sein !
Einen leckeren wein z.B. aus Himbeeren kann man auch aus Tiefkühlware herstellen das ist nicht das Problem.
Bei Honig muss man in der Regel für Quallität bezahlen und selbst wenn der Honig sortenrein und somit teuer war kann der Met "flach" schmecken.

Beschreib mal bitte deine Vorgehensweise:
Z.B. dein Rezept, deine Gärführung.
Wie verhinderst du eine Nachgärung z.B. um eine stabile Restüße zu haben ?
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Zutaten aus dem Supermarkt

Beitrag von wickie » 23 Januar 2020 16:12

Natürlich habt ihr alle recht, ich habe die Tiefkülware fergessen. Da die in der regel reif geerntet werden, kann man da getrost zugreifen.

Wenn aber der Met flach schmeckt, trotz Hochwertigen honig, dann würde ich in erster Linie mal auf eine fehlende Säure tippen.

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Re: Zutaten aus dem Supermarkt

Beitrag von Fruchtweinkeller » 23 Januar 2020 22:30

Volle Zustimmung zu den Vorrednern. Aus verkochten oder anderweitig minderwertigen Rohstoffen kann man einen Wein herstellen, aber man darf kein Spitzenprodukt erwarten. Bestenfalls erhält man die Qualität der Rohwaren, man kann sie nicht verbessern.
Und zum Maracujasaft: Auch ich empfehle den, das ist eine der wenigen Ausnahmen die die Regel bestätigen. Aber: Das liegt womöglich daran dass wir den Geschmack frischer Maracuja nicht wirklich kennen. Leute bei denen das Zeug wie Unkraut im Garten wächst bringen dem von uns geschätzten Saft wohl sehr gemischte Gefühle entgegen, habe ich mir sagen lassen.
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Re: Zutaten aus dem Supermarkt

Beitrag von Ulfson » 24 Januar 2020 14:56

Chesten hat geschrieben:
23 Januar 2020 15:57
Ich glaube eher das es an deiner Herstellungsweise liegt das deine Erzeugnisse nicht schmecken !

Grundsätzlich gibt :
Je besser die Quallität der Zutaten desto besser kann der Wein werden !
Aber Quallität muss nicht teuer sein !
Einen leckeren wein z.B. aus Himbeeren kann man auch aus Tiefkühlware herstellen das ist nicht das Problem.
Bei Honig muss man in der Regel für Quallität bezahlen und selbst wenn der Honig sortenrein und somit teuer war kann der Met "flach" schmecken.

Beschreib mal bitte deine Vorgehensweise:
Z.B. dein Rezept, deine Gärführung.
Wie verhinderst du eine Nachgärung z.B. um eine stabile Restüße zu haben ?
Also für den "Apfelmet" habe ich das Basisrezept mit Portweinhefe genutzt. Jedoch ohne Erwärmung des Honigs und auch ohne Antigel. Auch die Säure habe ich nicht zusätzlich eingestellt, weil der Apfelsaft mEn für genug Säure sorgt - darum mag ich das Rezept auch.

Am Ende der Gärung (Vinometer war jenseits der Skala) habe ich geschwefelt (2,4 g laut Kokswaage) und durchgeschüttelt. Eine Woche ruhen gelassen, abgezogen, mit Zucker noch etwas nachgesüßt und zur Selbstklärung ruhen gelassen. Ansonsten gab es keine weiteren Zugaben.

Den geschmacklichen Verlauf habe ich leider nicht protokolliert, werde ich aber bei zukünftigen Ansätzen auch irgendwie machen.

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Re: Zutaten aus dem Supermarkt

Beitrag von Chesten » 24 Januar 2020 16:10

Ja da steckt der Teufel in Detail !

Erstens stellt man die Säure nicht nach Geschmack ein das kann man für den Hobbybereich auch sehr einfach recht genau machen.
Und was du bei der Säure nicht machst machst du bei der Alkoholmessung !

Jetzt ohne zu sehr ins Detail zu gehen aber, dem Vinometer kannst du nicht trauen !
Das ist aufgrund des Messprinzips des Vinometers und wenn man ein schlecht produziertes Teil Zuhause kann das wenn man das ganz genau nimmt ins Altglas !

Deine Weine haben wennn du das so bisher gemacht hast keine stabile Restsüße und ohne Zucker und nur Alk. und Säure schmecken die besonders schlecht !
Kleiner Punkt als Extra:
Weine während der Gärung schmecken immer schlecht und nie wie der fertige Wein besonders bei Met !

Wie du ohne eine professinoellen Weinfilter , Kostenpunkt ca. 150 €, eine stabile Restsüße hinbekommst steht hier :
https://fruchtweinkeller.de/Wine/zucker.html
Kurz gesagt deine Weine waren einfach noch nicht fertig !
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Zutaten aus dem Supermarkt

Beitrag von Fruchtweinkeller » 24 Januar 2020 19:14

Ich habe jetzt nicht heraus gelesen dass Nachgärungen oder Zucker für Ulfson ein Problem gewesen wären. Säure ist natürlich ein Thema, ob die ein Problem ist können wir freilich nur spekulieren weil wir keine Messwerte haben (eventuell war der wohlschmeckende Met säurehaltiger?)
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Re: Zutaten aus dem Supermarkt

Beitrag von wickie » 28 Januar 2020 13:52

Was für ein Plumper Trollversuch. :lol:

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Re: Zutaten aus dem Supermarkt

Beitrag von Fruchtweinkeller » 29 Januar 2020 16:06

Der Beitrag, auf den sich Wickies Antwort bezog, habe ich gelöscht weil uns der Verfasser mit Werbung beglückt hat.
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