Wein zapfen: Sprundelnder Apfelwein aus dem 4L-Keg

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KommandeurMumm
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Wein zapfen: Sprundelnder Apfelwein aus dem 4L-Keg

Beitrag von KommandeurMumm »

Hallo zusammen.

Der Wiedergänger ist wieder da! :-D Alle paar Jahre ein Posting... Ob sich noch jemand an mich erinnert?! :hmm:

Falls es jemanden geben sollte: in den letzten Jahren war weiterhin Funkstille, weil bei uns noch zwei weitere Kinder dazu gekommen sind. Daher war weiterhin wenig Zeit, Wein zu machen. Wir liebäugeln aber nach wie vor damit, irgendwann mit der ganzen Bande nochmal zu einer FWT zu kommen und hoffen, da einige der alten üblichen Verdächtigen wieder zu treffen. Sofern es die FWT weiterhin geben sollte, aber danach sieht es ja aus, wenn mich der Anmeldethread so anspringt.
Aber zurück zum Thema: Ich habe mich Ende 2020 dazu entschlossen, meine Utensilien erstmal einzumotten. Mein letzter Ansatz ist von 2017 oder so und ich habe sogar noch Flaschen von der Aktion 2014 (HIER zu lesen). Einige von denen sind auch der Grund, warum ich mich heute nochmal melde.

Es waren noch 6 Flaschen von dem zu süßen Apfelwein übrig, den ich z.T. mit Honig angesetzt hatte. Die habe ich nun alle geöffnet und direkt 2 wegen Oxidation in den Ausguss geschüttet. 2 waren noch gar nicht oxidiert und 2 nur leicht ("Das geht doch noch..."). Die 4 tauglichen Flaschen habe ich dann zusammen in ein isoliertes 4L-Fässchen gegeben und mit einer Sodastream-Flasche zwangskarbonisiert. Den Kram habe ich mir vor Kurzem zugelegt, da ich überlege, mal den ein oder anderen Ansatz Bier zu brauen. Hier mal ein Bild von dem Setup:

Bild

Hier als Link

Ich habe den Wein bei ~10 °C stehen und 15 PSI Druck eingestellt. Nach ca. 1,5 Wochen habe ich den Wein gestern probiert und es war schon gut prickelig, könnte aber auch noch etwas mehr gebrauchen.

Mein Fazit: Der zu süße Wein wurde über die Jahre ohnehin deutlich runder und die noch immer hohe Süße wurde durch die Kohlensäure auch viel gefälliger. Mit dem richtigen Equipment ist das "Aufsprudeln" von Wein wirklich möglich, die wichtigen Infos und Diskussionen findet man in den einschlägigen Brauer-Foren.

Ich habe das hier zwischen Tür und Angel geschrieben, daher haben ich vielleicht nicht alle interessanten Infos gepostet. Wenn jemand an dem Thema Interesse hat, dann gerne melden und ich ergänze dann hier.

Viele Grüße und vielleicht bis bald mal!

Hendrik
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apple87
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Re: Wein zapfen: Sprundelnder Apfelwein aus dem 4L-Keg

Beitrag von apple87 »

Hmm,
also ich habe ja ein ähnliches Setup. 19 l KEG mit z.Z. 3 Bar CO2. Kompensatorzapfhahn von CMB. Hatte das ganze schon bei knackigen Minusgraden drausen stehen. Drin ist ca. 8 L Apfel-Schwarze Johannisbeere, gefiltert bis <1µ (genaues müsste ich nachschauen)
Mein Problem: Egal wie ich Zapfe, ich habe immer nur geringfügig Prickeln im Wein... was mache ich falsch? Es schäumt auch immer ganz schön kräftig, egal wie ich den Kompensator einstelle.
Also vom Prickelerlebnis bin ich von einem Bier noch weit weg.
Hosch Du Ärger, brauchst Du Troscht,
no hock no ond drenk en Moscht

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KommandeurMumm
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Re: Wein zapfen: Sprundelnder Apfelwein aus dem 4L-Keg

Beitrag von KommandeurMumm »

Wie lange hast du denn den Druck drauf? Gelesen habe ich, dass das gut 2 Wochen dauern kann, bis genug CO2 sich gelöst hat. Welchen Druck du brauchst hängt von der Temperatur ab, wenn ich die Tools im Netz richtig bedient habe, dann müsste ich irgendwas um 15 PSI einstellen für 5 g/l CO2. Dann warten. Nach 2 Tagen war fast nichts, nach 1,5 Wochen schon okay. Noch eine wird nicht schaden.

Aufpassen muss man wohl auch, dass es nicht zu viel wird. Wenn man den Druck hat, dann abdrehen und nur zum Zapfen aufdrehen. Lässt man dann weiter mit Druck stehen löst sich weiter Gas im Wein und irgendwann zapft man nur noch Schaum. Zumindest beim Bier soll das problematisch sein, Wein ist da sicher gutmütiger.
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Re: Wein zapfen: Sprundelnder Apfelwein aus dem 4L-Keg

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Hi Hendrik, das auf jeden Fall interessant, auch wenn mir aktuell keine zusätzliche Frage einfällt :) Also Danke für den Beitrag!
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Re: Wein zapfen: Sprundelnder Apfelwein aus dem 4L-Keg

Beitrag von 420 »

Schließe mich an und Danke für die Bereitschaft da weitere Informationen zu geben.

Fragen.....
Wurde der Wein vorher steril gefiltert?
Drückst Du von einem ins andere Fass, damit die Hefe und der Trub abgesondert wird?
Hast Du den Wein auch schon mal mit einem Gegendruckabfüller auf Flaschen gezogen? Einfach deshalb, weil Flaschen zum Mitnehmen einfacher sind. 😎

Bei mir ist die Kohlensäureflasche ist vorhanden, aber der Rest fehlt noch.
Hinsichtlich des Equipments und der Beschaffung.... kommen dann sicherlich auch noch Fragen.

VG
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KommandeurMumm
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Re: Wein zapfen: Sprundelnder Apfelwein aus dem 4L-Keg

Beitrag von KommandeurMumm »

420 hat geschrieben: 07 März 2021 18:32 Wurde der Wein vorher steril gefiltert?
Ja, der Wein stand schon lange auf Flaschen, vorher "wie üblich" steril gefiltert. Ins Fass kam er erst jetzt (nach 5 Jahren) aus der Flasche.
420 hat geschrieben: 07 März 2021 18:32 Drückst Du von einem ins andere Fass, damit die Hefe und der Trub abgesondert wird?
Da dies mein erster Versuch war: bisher nicht. Ehrlich gesagt habe ich das nur gemacht, um mich dem "Zwangskarbonisieren" einmal zu nähern und der alte Tropfen ist das Versuchskaninchen. Wenn ich das irgendwann einmal zielgerichtet machen würde, dann sicher ohne den Umweg über die Flaschen, aber ansonsten gleich:
- Wein wie üblich herstellen
- Wein von der Hefe ziehen
- Wein steril filtern in das gereinigte und sterilisierte Fass.
- Druck drauf geben.
420 hat geschrieben: 07 März 2021 18:32 Hast Du den Wein auch schon mal mit einem Gegendruckabfüller auf Flaschen gezogen? Einfach deshalb, weil Flaschen zum Mitnehmen einfacher sind. 😎
Nein, bisher nicht. Ich würde vermutlich auch keine größeren Mengen im Fass lagern, da trinke ich ja Jahre dran und dann hätte ich zu viel Angst, dass mir da etwas verdirbt, weil ich unachtsam bin oder mangelnde Sterilität gleich den ganzen Ansatz verdirbt anstatt nur eine oder wenige Flaschen. In Flaschen weiß ich, dass sich der Wein Jahre hält.
Im Bierbrauerforum gibt es scheinbar einige, die in größeren Fässern lagern und dann zum Mitnehmen auf ein kleineres 2- oder 4-L-Fass umfüllen. Dann per Gegendruckabfüllung, das scheint einfach zu sein. Da ich nur das 4-L-Fass habe bisher kann ich das direkt für die irgendwann vielleicht wieder machbaren Familienfeierlichkeiten nehmen.

Falls sich jemand Zapf-Hardware zulegen möchte: es gibt eine Menge verschiedener Standards für Gewinde, aber auch genau so viele Adapter in den zahlreichen Fachversandläden. Mein Fass ist von einem australischen Hersteller (mit Lager in Berlin) und die Australier scheinen die US-amerikanischen Gewinde für Zapfhähne zu nutzen: 9/8 Zoll. In Deutschland ist 5/8 Zoll üblich und so konnte ich dort nur den Part bis zum 90°-Winkel kaufen. Aber der Fachhandel bzw. -versand hat entsprechende Adapter. In meinem Fall kommt der Wein aus dem Fass über den 90°-Winkel (Schnellverschluss), der einen "NC-Keg"-Anschluss (7/16 Zoll) hat. "NC" steht hier übrigens für "non-coke"...klar, der von Pepsi :D
Darauf sitzt ein Adapter 7/16 auf 5/8 Zoll und dann ein Kompensatorzapfhahn (gibt es auch ohne Kompensator, aber ihr wollt einen mit Kompensator).

Warum habe ich mir den Kram gekauft, obwohl ich erstmal keinen Wein mehr machen möchte und obwohl ich noch nicht weiß, ob ich mit dem Bierbrauen anfangen werde? Ganz einfach: für unsere 5-köpfige Familie kann man in das ordentlich isolierte Edelstahlfass mit 4 Litern Volumen auch gut Apfelschorle für den Sommer rausstellen und Zapfen. Sodastream haben wir eh zu Hause, also sind da auch immer Gasflaschen da und leicht nachzukriegen.
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Re: Wein zapfen: Sprundelnder Apfelwein aus dem 4L-Keg

Beitrag von 420 »

Danke für die Info
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apple87
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Re: Wein zapfen: Sprundelnder Apfelwein aus dem 4L-Keg

Beitrag von apple87 »

KommandeurMumm hat geschrieben: 07 März 2021 12:43 Wie lange hast du denn den Druck drauf? Gelesen habe ich, dass das gut 2 Wochen dauern kann, bis genug CO2 sich gelöst hat. Welchen Druck du brauchst hängt von der Temperatur ab, wenn ich die Tools im Netz richtig bedient habe, dann müsste ich irgendwas um 15 PSI einstellen für 5 g/l CO2. Dann warten. Nach 2 Tagen war fast nichts, nach 1,5 Wochen schon okay. Noch eine wird nicht schaden.

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Das war mein Fehler und entscheidet offenbar darüber wie das Prickelerlebnis ausfällt :clap:
Ich hatte da einen Denkfehler und nie bedacht, dass es beim Zapfen ohne zusätzlichen Druckaufschlag (also wenn sich ein Gleichgewicht zwischen Gasphase und Lösung (Wein mit CO2) eingestellt hat) bereits in der Leitung und noch mehr am Hahn zum ausgasen kommt, also bei der kleinsten Störung des Gleichgewichts. Die Verluste in Leitung und Hahn muss man etwas kompensieren, daher der Druckaufschlag beim Zapfen. Ist natürlich auch von der Temperatur abhängig. Ich hab dann etwas gespielt und bei niedrigen Außentemperaturen tatsächlich ganz manierliche Ergebnisse bekommen! :D

Da es aber für ein vernünftiges Prickelerlebnis (darf beim Wein schon etwas mehr sein als beim Bier) nur Frisch gezapft und bei niedriger Temperatur gut ist, hab ich mir nun noch einen Gegendruckabfüller gekauft. Muss ich noch mit Stativ und Schutzscheibe versehen, ebenso die Anschlüsse. Hab nun 7 Bar gesättigt. Bin gespannt wie es funktioniert. Bisher ist es besser gelaufen als erwartet. :pfeif:
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