Obstpresse

Obstpressen, Fruchtmühlen, Ensafter usw.
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Tompson
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Beitrag von Tompson » 26 Mai 2004 07:46

Ich möchte hier gerne für alle, die sich sowas anschaffen wollen, mal meine Meinung zur Obst- und Beerenpresse Güde BP6 bekanntgeben.

Da ich überhaupt nix zum Pressen (außer Handpreßbeutel :schlecht: ) hatte, habe ich nach einigem hin- und herüberlegen das Ding bei Ebay incl. Preßbeuteleinsatz erworben.

+ geringer Platzbedarf wegen dem Aufräumen (hab nur ne Doppelhaushälfte)
+ erheblich bessere Saftausbeute wie mit HAndpreßbeutel 8-)
+ nicht allzu teuer (bei mir bei Ebay 40 Inflationsgeldeinheiten unter Herstelleronlinepreis)
+ Preßbeuteleinsatz war bei mir wegen Superdupersonderangebot schon mit bei

+-0 leidlich gut sauber zu kriegen, wird wohl bei keiner anderen Presse besser gehen :schlecht:

aber:
Die Größe 6Ltr. und auch noch die nächstgrößere ist absolut nicht zu empfehlen, da
- Korb ist derartig eng (höchstens 25cm) da kann man nur mit Trick 17 die Fruchtmasse an der Spindel vorbeimanövrieren, ich habe zuletzt eine Pappröhre drübergetan, damit mein Rhabarber nicht mit dem blanken Eisen in Berührung kommen kann
- eine Hand zum festhalten der Presse die andere zum Pressen nötig Wie soll man da was härteres wie gekochten Rhabarber pressen ? Muß ich mir noch was bauliches einfallen lassen
- nur ein Handspaken mitgeliefert (naja wenn man eh nur eine HAnd frei hat...)
- großzügige Mitlieferung von 2! ?-| Preßhölzern. Schätzungsweise 10 wären nötig, um verschiedene Füllmengen zu bedienen bzw. nochmal nachzuspannen.
- Das Wort Stabilität sollte nur ausgesprochen werden, wenn man unverzüglich irgendwo auf Hoz klopfen kann. Bin mal gepannt, wann ich die Spindel aus dem Trompetenblech des Bodenstücks gerissen habe.
- kein Kelterlack mitgeliefert. Sollte aber, der geht schon ab, wenn man scharf hinguckt.

Fazit: Kleinere Mengen Preßgut kann man schon mal ausquetschen. Das nonplusultra isses nich. Für die Reinigung sollte man schon einen Hochdruckreiniger (und ne Wiese, wo man die Fruchtreste breitkärchern kann) haben.
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Beitrag von Fruchtweinkeller » 26 Mai 2004 07:56

Wir haben mal billg eine Presse gebraucht gekauft (anderes Modell). aber das gute Stück steht noch unbenutzt im Keller... Ist etwas verdreckt und sieht auch schwierig zu reinigen aus. Wir nehmen noch immer den Handpreßbeutel, ist zwar lästig, aber funktioniert. Hat mal jemand eine Hydropresse ausprobiert?
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Beitrag von fibroin » 26 Mai 2004 17:19

Falls interessiert, meine Erfahrungen mit Maischen auspressen:

Zuerst habe ich mir den guten alten Handpreßbeutel zugelegt. Der tut auch noch heute seine Dienste aber nur bis 10 l Wein alles weitere ist doch zu anstrengend. Allerdings benötige ich zum Einfüllen des Beutels Hilfe. Und die muß organisiert werden. Das macht dann schon mal Sohn oder Frau, aber eben nicht immer. Es geht dann auch, den Beutel in einen 15 l Kunststoffbehälter von Graf zu binden, da paßt der Beutel genau rein.

Nachdem ich größere Mengen Trauben ernten konnte, habe ich im nächsten Baumarkt eine Spindelpresse entdeckt und gekauft. Damals Kostenpunkt 100 DM, Fassungsvermögen 20 l. Der Korb ist aus Holz, die Auffangschale aus Kunststoff. Darum brauche ich keinen Kelterlack. Das reicht für den normalen Betrieb. Das Ding hat auch schon Johannisbeeren und Hagebutten gepreßt. Aber der Aufbau und die Reinigung sind nicht mal eben gemacht. In unserem Keller habe ich Dübellöcher gebohrt, damit ich das Ding festschrauben kann, sonst rutscht die Presse beim Drehen weg.

Mit diesen zwei Geräten habe ich alles bewältigen können. Natürlich wäre eine Edelstahlpresse besser, aber das kann ich mir nicht leisten.

Hoffentlich hilft das interessierten weiter.

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Beitrag von Tompson » 27 Mai 2004 08:39

Naja, für meine Verhältnisse wird es auch reichen, mehr Geld mag ich auch gar nicht ausgeben. Die billigste Presse, die nicht mit durchgehender Spindel war, kam ja gleich knapp 200€ :schlecht:

Mich regt bloß ein bißchen die schlampige Verarbeitung auf... :(
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Beitrag von Tompson » 13 Juli 2004 12:30

So, ich will jetzt zwar meine Beurteilung nicht widerrufen aber wenigstens ein wenig abschwächen.
Soll heißen, ich habe mich nach dem ersten Ärgern ein wenig mit dem Ding angefreundet.

Zum einen die Reinigung. Ich lasse mir einfach einen Asch (Wanne) voll Warmen Wasser voll. Durch die geringe Größe kann ich die Einzelteile der Presse nach Benutzung einfach da hineintun, ohne irgendiwe im Haus Schweinerei anzurichten. Ein wenig Arbeit mit der Aufwaschbürste und schon war es das. Damit kriegt man das Ding nicht annähernd steril sauber, nur eben oberflächenrein aber vor Benutzung kann man bewußten Asch mit kaltem Wasser und Pitt-Putzmittel (www.wein-selbstgemacht - verdammt scharf) benutzen und nachher abspülen. Ungefähr jedes Mal 10 Minuten Zeitaufwand, also machbar.

Dann die fehlenden Preßhölzer. Ich habe statt die Hartholzklötzchen nachzubestellen, einfach meine Holzbestände geplündert und von 2 Balken (50x60mm) 2 Stücken abgesägt, die ich jetzt hochkant benutze. Geht prima ohne Nachlegen von Hölzern oder so.

Beim Einfüllen wickel ich einfach Haushaltsfolie um das Gewinde der Spindel. Kein Metallkontakt.
Im Übrigen wickel ich die auch vor Beginn außen um den Preßkorb, sodaß unten höchstens 3-5mm Holzfreibleibt. Habe nämlich die Feststellung machen dürfen, daß bei steigendem Druck das Preßgut sich einen Weg durch Beutel und Korb sucht und vornehmlich auf den Hosenbeinen landet ?-| Sieht insbesondere bei Rhabarber lecker aus ?-|

Einzig das Problem mit dem Festhalten habe ich noch nicht gelöst aber daran gewöhnt man sich :|

Habe jetzt insgesamt so ungefähr für mich und Bekannte 50kg Maische ausgepreßt, als letztes meine 10 kg Johannisbeeren und finde es besser als mit dem Beutel. Man braucht nur etwas Routine :twisted:
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Beitrag von Gothmog » 10 September 2004 09:35

Mal so in die Runde gefragt, wie presst Ihr Äpfel? Die Dinger hängen bei uns wieder mal zentnerweise an den Bäumen - das zweite Jahr hintereinander :schlecht:

Ich Grossmaul hab versprochen dies Jahr Äbblwoi zu machen, jetzt hab ich den Salat... :!:
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Beitrag von Tompson » 10 September 2004 11:41

Hatte ich dieses Jahr auch vor.
Weiß aber nicht, ob ich es zeitlich schaffe.
Ich wollte die Äpfel durch den Gartenhäcksler schicken (mit "Probellerschnitzwerk" ;) aber der hat zwischenzeitlich aufgegeben. Jetzt habe ich einen mit Zahnradwalze, der ist besser fürs Schnittholzzerkleinern aber für die Äpfel eher nicht :(

Wenn Du einen Propellerhäcksler asborgen kannst und den sauber kriegst, wirst Du die Sache mit einer Korbpresse abgepreßt krigen, denke ich.

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Beitrag von fibroin » 10 September 2004 14:17

Hallo Gothmog

bei der klassische Herstellung von Apfelwein werden die Äpfel in einer Obstmühle zerrissen und dann in einer handelsüblichen Spindelpresse entsaftet. Die Obstmühle besteht aus einem Trichter, unter dem zwei Walzen sind die Stacheln haben und die Äpfel maltetieren. Die entstandene Matsche läßt sich dann gut auspressen.

Gut, die Geräte müßte man haben. Und die sind meiner Meinung auch nicht gerade billig. Jedes Gerät kostet jedenfalls über 120 €, gute auch 200 €.

Ganz simpel geht es natürlich auch mit Kleinschneiden der Äpfel, durch die Küchenmaschine und in den Pressbeutel. Dann sollte der Baum aber nicht so voll hängen.

Oder vielleicht Ebay?

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Beitrag von Fruchtweinkeller » 12 September 2004 23:04

Wir haben so eine Obstmühle gebraucht gekauft, steht aber in der Garage, weil wir sie noch nicht sauber gemacht haben ?-|
Kleinere Mengen kann man sehr gut mit einem elektrischen Ensafter verarbeiten. Die Apfelgehäuse ausschneiden, rein ins Gerät, anschließend den Saft und den Trester in den Ballon geben.

[Dieser Beitrag wurde am 12.09.2004 - 23:05 von Fruchtweinkeller aktualisiert]
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Beitrag von MEMENTO_MORI! » 13 September 2004 10:18

hallo zusammen,

ich hab heuer apfelwein angesetzt und zu diesem zweck einen elektrischen entsafter angeschafft, in den ganze äpfel passen.
eigentlich wollte ich auch eine spindelpresse und entsprechendes zubehör, das war mir dann aber zu teuer für ein bis zweimal benutzen im jahr :|

habe meine äpfel entsaftet und nur den saft in meinen ballon gefüllt. momentan klärt der wein gerade im keller, vom abziehen und vorkosten (ich bin immer neugierig und kann nicht auf die vollständige fertigstellung warten ?-| ) kann ich sagen, daß er wirklich gut nach apfel schmeckt und beim klären keinerlei schwierigkeiten macht.
es ist also wirklich zu überlegen was man sich anschafft.

gruß,
mm
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Beitrag von Gothmog » 13 September 2004 13:32

hi MEMEMTO_MORI,

was haste für das Ding hingeblättert? Bei uns haben sie noch nen elektrischen Entsafter für 18 Euronen bei Lidl rumstehen, aber da vermute ich dass der nach 20 Liter die Grätsche macht.

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Beitrag von suomianitram » 15 September 2004 14:54

Hallöchen,

wir haben uns im letzten Jahr eine Fruchtsaftzentrifuge von Gastroback gekauft. Da steht auch drauf, dass man ganze Äpfel reintun kann, aber ich guck vorher lieber nach Apfelbewohnern...
Aber das Maschinchen ist ganz nett, es schleudert den Trester ziemlich trocken, die Saftausbeute ist also relativ hoch, und der Reinigungsaufwand hält sich in Grenzen. Wir haben vorher viele andere Zentrifugen ausprobiert, die hatten alle kleinere Einfüllstutzen, ließen feuchten Trester zurück oder waren schlecht zu reinigen. Den von Gastroback fand ich mit kurz über ? 100 auch nicht zu teuer, man benutzt ihn ja jedes Jahr ein paar Mal. Aber für drei, vier vollhängende Apfelbäume sollte man schon zu andern Methoden greifen, denke ich...

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