Frustrierende Apfelsaft-Ausbeute mit Spindel-Presse

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willkomm2000
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Frustrierende Apfelsaft-Ausbeute mit Spindel-Presse

Beitrag von willkomm2000 » 06 Oktober 2019 00:16

hallo forumsfreunde,

die neue apfelweinsaison läuft an. ich hatte gottseidank gelegenheit bei einer bekannten, die eine streuobstwiese hat, an einer großen pflück-und entsaftungsaktion teilzunehmen....mit semi-professionelem equipment und 10-15 leuten wurden am donnerstag knapp 1000 l apfelsaft gepresst und mehrheitlich pasteurisiert und abgefüllt. da konnte ich gottseidank schon mal 50 liter frisch-saft abzweigen....

hoch motiviert hatte ich mir eine kleine obstmühle und eine 18 l spindelpresse gekauft... damit wollte ich nun heute weiteren sortenreinen saft von der bekannten und von den eigenen beiden apfelbäumen (die diese jahr eher ein vollausfall waren) pressen. puh war das schweisstreibend. jeden apfel in die hand genommen und halbiert, die mühle ging eigentlich recht gut... völlig frustiert war ich dann aber von der spindel-obstpresse.. hab die mit gut 10 kg apfel-schreder gefüllt.. und raus kamen maximal 2,5 l.... ich hab geschraubt wie ein weltmeister und bin nicht unkräftig...... hab dann bisschen experimentiert mit halb voller presse etc.... war ein bisschen besser, aber immer noch mega-schlechte ausbeute..... war alles rote sternrenette, mit der zweiten apfelsorte albrechtsapfel ging es etwas besser, aber immer noch eher 30 % ausbeute.. 3/4 tag malocht für 15 l-saft... das war vielleicht frustierend....kann mir auch kaum vorstellen, dass ich bei den low-tech-maschinen was falsch gemacht hab.. hab sogar ein paar klötzchen gesägt, damit ich die beim pressen unterlegen kannn.. nächstes jahr werde ich mir eine andere lösung suchen... das mach ich nicht noch einmal...

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klaus

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Re: Frustrierende Apfelsaft-Ausbeute mit Spindel-Presse

Beitrag von 420 » 06 Oktober 2019 01:00

Sei froh, dass Du keine Quitten gepresst hast. Das wäre wahrscheinlich worse case.

Spindelpresse und Äpfel... das Thema kenne ich. Früher habe ich es auch mal als Test gegenüber der Schleuder probiert. Ergebnis ist auch im Forum zu finden.

Weiterhin sehe ich auf dem Bild noch einen handbetriebenen Muser. Wenn ich im Netz schaue, ist die Körngröße der Zerkleinerung doch recht grob. Auf jeden Fall kann man Zeit einsparen und die Effektivität erhöhen. Eine bessere Ausbeute wirst Du mit einem Gartenhäcksler (natürlich mit Kelterlack vorbehandelt) als Muser haben. Da ist die Korngröße für das Abpressen (auch mit der Spindelpresse) erheblich besser.
Weitere Vorteile des Häckslers: Einfach, schneller und es brauchen keine Äpfel halbiert werden. Und mit einer Schleuder wird die Ausbeute dann leicht über 60 Prozent liegen.

Teste doch lieber einen Gartenhäcksler und eine Schleuder (beide mit Kelterlack ausstreichen). Da wirst Du sicherlich Deine Spindelpresse und Deinen Muser verkaufen. Die Einnahmen werden wohl größer sein, als die Ausgaben für Kelterlack, für einen gebrauchten Gartenhäcksler und eine gebrauchte Schleuder. Kopfkissenbezug dient als Presssack.

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JasonOgg
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Re: Frustrierende Apfelsaft-Ausbeute mit Spindel-Presse

Beitrag von JasonOgg » 06 Oktober 2019 09:40

Ich habe auch so eine Obstmühle und kann nur bestätigen, daß die dort entstehenden Schnipsel nicht so viel Saft von sich geben wie die aus einer elektrisch betriebenen. Man kann zwar den Spalt größer und kleiner machen, aber das war es. Mit etwas Mühe bekommt man damit auch Quitten klein.

Warum halbieren? Ist das ein Trick, den mir noch keiner erklärt hat?
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Re: Frustrierende Apfelsaft-Ausbeute mit Spindel-Presse

Beitrag von willkomm2000 » 06 Oktober 2019 18:04

JasonOgg hat geschrieben:
06 Oktober 2019 09:40


Warum halbieren? Ist das ein Trick, den mir noch keiner erklärt hat?
ohne das halbieren tanzen die äpfel eher nur auf den walzen rum - war meine kurze erfahrung bisher...
wird auch in diversen anleitungen und rezensionen empfohlen..

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Re: Frustrierende Apfelsaft-Ausbeute mit Spindel-Presse

Beitrag von Hofgut » 06 Oktober 2019 20:52

So haben wir auch mal angefangen, nur mit einer 70 Liter kelter. Nach 3 Jahren Apfelsaft haben wir es 1x mit dem gartenhäcksler gemacht ( nur gut ausgespritzt) und im darauf folgenden Jahr haben wir uns einen richtigen Muser gekauft. Jedes Jahr immer die selbe Menge Äpfel, Ausbeute circa 30-40 % mehr.
Nächste Investitionen wird wohl eine Hydropresse sein :D
Klein aber mein, oder so 🙈

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Re: Frustrierende Apfelsaft-Ausbeute mit Spindel-Presse

Beitrag von 420 » 06 Oktober 2019 21:18

Hofgut hat geschrieben:
06 Oktober 2019 20:52
So haben wir auch mal angefangen, nur mit einer 70 Liter kelter. Nach 3 Jahren Apfelsaft haben wir es 1x mit dem gartenhäcksler gemacht ( nur gut ausgespritzt) und im darauf folgenden Jahr haben wir uns einen richtigen Muser gekauft. Jedes Jahr immer die selbe Menge Äpfel, Ausbeute circa 30-40 % mehr.
Nächste Investitionen wird wohl eine Hydropresse sein :D
Und wieviel kg Äpfel habt ihr dann verarbeitet? Natürlich ab einer gewissen Menge rüstet man halt auf. :D

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Re: Frustrierende Apfelsaft-Ausbeute mit Spindel-Presse

Beitrag von Martinve7 » 06 Oktober 2019 23:08

In meiner Region gibt es einige Obst- und Gartenbauvereine, die an ihre Mitglieder für einen kleinen Obulus Hydropresse und Muser verleihen. Damit pressen wir mehr als 35l aus einem Zentner. Das ist mehr als die Lohnkelterei schafft.
Vielleicht wäre das ja eine Möglichkeit.
Gruß
Martin

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Re: Frustrierende Apfelsaft-Ausbeute mit Spindel-Presse

Beitrag von willkomm2000 » 07 Oktober 2019 00:40

JasonOgg hat geschrieben:
06 Oktober 2019 09:40
Ich habe auch so eine Obstmühle und kann nur bestätigen, daß die dort entstehenden Schnipsel nicht so viel Saft von sich geben wie die aus einer elektrisch betriebenen. Man kann zwar den Spalt größer und kleiner machen, aber das war es. Mit etwas Mühe bekommt man damit auch Quitten klein.
je länger ich über die misslungene saft-aktion nachdenke... ich habe auch die mühle in verdacht....die äpfelschnipfel wirkten eher furztrocken, während ich mich am vortag bei der großaktion mit dem super häcksler an eher schön matschiges material erinnere. die presse lief quasi wie von selbst. kann natürlich auch an der apfelsorte liegen. rote sternrenette ist eher klein und diese jahr vielleicht mangels regen wenig saftig.... wenn es an der mühle liegen sollte. gibt ja 1000 ähnliche mühlen, die annähernd gleich aussehen (vielleicht kommen sie auch alle aus der gleichen chinesischen produktion?), mal mit kleiner mal mit großer kurbel. meine hat zumindest schon mal keine weillen aus kunsstoff. kann mir aber kaum vorstellen. viele berichten aber von positiven erfahrungen mit diesem mühlen, kann mir aber nicht vorstellen, dass da so verschiedene ergebnisse rauskommen bei der baugleichheit...

bin momentan noch ratlos, ob und wie ich weiter vorgehe bzw. aufrüste.
ps: bei uns in der region gibt es m.e. keinen der häcksler/obstpresse verleiht....

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Re: Frustrierende Apfelsaft-Ausbeute mit Spindel-Presse

Beitrag von Fruchtwasser » 07 Oktober 2019 07:02

Mit einer Spindelkorbpresse haben viele angefangen. Ich auch. Die habe ich nach ein oder zwei Jahren ersetzt.
Sie werden gerne von Anfängern gekauft, weil sie immer wieder angeboten werden und man den Eindruck hat, das ist die richtige Presse zum Entsaften. Auf alten Fotos und in den Weinbauregionen sieht man ja immer noch Korbpressen in groß. Für Mengen bis 500 kg kann ich eine Packpresse oder Hydropresse empfehlen.

Die Maische darf nicht zu fein und nicht zu grob sein. Ich empfehle immer Stücke zwischen Erbsen- und Bohnengröße (plus kleinerem Matsch).

Der Saftanteil in den einzelnen Apfelsorten ist sehr ähnlich. Lediglich einige Wochen gelagerte Äpfel haben eine geringere Saftausbeute.
Die Saftausbeute sollte bei mindestens 60% (Liter Saft im Verhältnis zu KG Äpfel) liegen.

Liebe Grüße

P.S.: Ich begrüße es, wenn die deutsche Rechtsschreibung Anwendung findet (hoffentlich ist oben kein Fehler drin).
Texte sind einfacher zu lesen, wenn nach einem Punkt groß geschrieben wird und Hauptwörter auch mit einem Großbuchstaben beginnen.

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Re: Frustrierende Apfelsaft-Ausbeute mit Spindel-Presse

Beitrag von Hofgut » 09 Oktober 2019 06:31

Guten Morgen, wir Pressen im Schnitt circa 300 Kilo Äpfel pro Jahr.
Klein aber mein, oder so 🙈

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Re: Frustrierende Apfelsaft-Ausbeute mit Spindel-Presse

Beitrag von willkomm2000 » 09 Oktober 2019 12:04

Hofgut hat geschrieben:
09 Oktober 2019 06:31
Guten Morgen, wir Pressen im Schnitt circa 300 Kilo Äpfel pro Jahr.
welchen muser habt ihr euch denn zugelegt.... 300 kg wären auch ungefähr meine maximale zielmenge...
dieses jahr war aber schwer schlechte apfelernte bei uns, und unsere sternrenette schwächelte komplett wg alternanz.
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Re: Frustrierende Apfelsaft-Ausbeute mit Spindel-Presse

Beitrag von Hofgut » 09 Oktober 2019 19:00

Ist ein Bayer Fruchtmuser bj. 1970🙈😂 den hat ein Schnapsbrenner aus unseren Ort mir günstig vermacht

Grüße aus Rheinhessen
Klein aber mein, oder so 🙈

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