Alternativen zu teuren Presstüchern

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Fruchtweinkeller
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Re: Alternativen zu teuren Presstüchern

Beitrag von Fruchtweinkeller » 03 September 2018 20:18

Aber wie man sieht sind die Trööts ja von Interesse und werden gelesen.
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Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

safter
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Re: Alternativen zu teuren Presstüchern

Beitrag von safter » 27 November 2018 12:44

Hi,
ich geb jetzt auch nochmal einen Gedanken rein und versuche das Thema zu reaktivieren.
Ich dachte als preiswerte Alternative an Siebdruckgewebe. Das ist aus 100% Polyester und extrem reißfest. Klar, sehr feinmaschig. Aber mench könnte das doch einfach "ausstanzen" mit einem Hammer und einem 10mm Lochwerkzeug. Bei ebay bekommt man den m² ab ca 5 € (https://www.ebay.de/itm/5-66-m-Siebdruc ... :rk:7:pf:0) . Bei der Presse die ich mir bauen möchte brauche ich 18 Tücher mit den ungefähren Maßen 100x100 (lieber bisschen größer als zu klein). Das heißt ich zahle für 18 große Tücher 90-100 Euro. Das ist im Gegensatz zu allem anderen was ich finden konnte viel preiswerter. Das Gewebe würde ich vor Benutzung natürlich nochmal gründlich waschen und reinigen, um sicherzugehen, dass eventuelle Chemie entfernt wird.
Hat das jemand von euch schonmal mit Siebdruckgewebe ausprobiert? Was meint ihr zu der Idee?

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Re: Alternativen zu teuren Presstüchern

Beitrag von Bahnwein » 27 November 2018 17:32

Keine Ahnung, ob das Zeug Lebensmittelecht ist . 10mm Löcher wären mir in meinen Presstüchern zu groß. Und ich würde nicht so eine riesige Stofffläche per Hand perforieren wollen.

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Re: Alternativen zu teuren Presstüchern

Beitrag von 420 » 27 November 2018 18:15

Siebdruckgewerbe wird auch im Lebensmittelbereich verwendet. Und das Material scheint, wie Du schon beschrieben hast, sehr fein zu sein. Ausstanzen wäre auch für mich keine Alternative.

Ist auf jeden Fall eine Idee Wert. Vielleicht werde ich es einmal testen. Mein Gardinenstoff ist ja auch sehr feinmaschig. Stelle später ein Foto davon hier rein, um so etwas zu vergleichen.

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Re: Alternativen zu teuren Presstüchern

Beitrag von 420 » 27 November 2018 20:31

Hier nun 2 Bilder von meinen Gardinensäcken. Farbe war mal weiß. :lol:

Man kann daran sehen, dass da schon viele Liter durchgeflossen sind. Häufig wurde damit Apfelsaft geschleudert. Aber Maischen ist und war auch nicht das Problem. Bei der Festigkeit sind mal die Nähte gerissen. Die konten natürlich wieder genäht werden. Sie sind sehr fein, Dennoch, wie schon geschrieben, bei gemusten Äpfeln war es kein Problem.

Wie sich solche Tücher bei einer Packpresse machen, kann ich nicht sagen.

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Re: Alternativen zu teuren Presstüchern

Beitrag von safter » 28 November 2018 14:04

Hallo, wunderbar dass die Reaktivierung geklappt hat :)

Ich habe die gleiche Frage mal an die Hobbymosterei Reinbeck geschrieben (sehr informative homepage!) und bekam folgende Antwort
---------------------------
nach meiner Einschätzung wird sich Ihr alternatives Presstuchgewebe als wenig geeignet herausstellen, weil ..

· die Maschenweite mit 153 my (0,153 mm) zu eng für ein Presstuch ist. Selbst als Vorfilter für den Saftablauf von der Presse wäre die Maschenweite noch zu klein. Siehe zum Vergleich den Filterbeutel bzw. Handpressbeutel mit 250 my auf
http://www.mostpresse.de/Plattenfilter/ ... eutel.html .

· .. die gewählte Tuchgröße mit 100 x 100 cm für 70er Presseinlagen zu gering ist. Die Mindestgröße der Presstücher sollte nach Tabelle auf
http://www.mostpresse.de/Presstuch/presstuch.html 120 x 120 cm betragen. Für einen zügigen Saftablauf sogar 130 x 130 cm. Denn nur in der Tuchebene fließt der Saft aus der Mitte ab. Je dicker bzw. mehrlagiger das Tuch, um so schneller der Saftablauf. Allein aus dieser Gegebenheit ist das dünne Siebdruckgewebe ungeeignet. Maische aus vollreifem Obst oder Lagerobst ließe sich mit dem Siebdruckgewebe nicht mehr abpressen. Siehe auch
http://www.obstpresse.de/Presstechnik.h ... ssleistung .

· .. das Siebdruckgewebe ein loses Flechtwerk ist und gestanzte Löcher das Tuch infolge Fadenunterbrechung zerstören. Außerdem wäre der 10 mm Lochdurchmesser zu groß. Maximal genügen 4 mm Löcher, die mit einem Lötkolben freigebrannt werden könnten. Dadurch wäre automatisch eine Randverschweißung bei jedem Loch gegeben. Diese Schweißränder wären aber hart und hinderlich im Umgang mit dem Tuch.

Abschließend rate ich Ihnen trotzdem zu einem Eignungstest, weil sich vorgenannte Ausführungen von mir auf reine Annahmen stützen, denn ich habe „Siebdruckgewebe“ noch nicht in den Händen gehalten. Ordern Sie also ein Stück Tuch von 100 x 100 cm und gehen Sie bitte genau so vor, wie Sie es sich gedacht haben. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir das Ergebnis Ihres Praxisdurchlaufes mitteilen.

-------------------------------------

Meine Erkenntnis: 4mm Löcher sind völlig ausreichend und das Gewebe sollte möglichst dick sein für einen guten Saftabfluss.
Ok, mit der Begründung sehe ich ein, dass Siebdruckgewebe vielleicht doch nicht so geeignet ist. Ich werde in den nächsten Tagen mal weiter nach passenden Geweben recherchieren und hier posten.

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Re: Alternativen zu teuren Presstüchern

Beitrag von JasonOgg » 28 November 2018 15:17

safter hat geschrieben:
28 November 2018 14:04
... und das Gewebe sollte möglichst dick sein für einen guten Saftabfluss.
Gewebt dick, da mit der Saft auch ablaufen kann. Da können die Lötlöcher Vorteile bringen, aber ich möchte die nicht machen :pfeif:
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Re: Alternativen zu teuren Presstüchern

Beitrag von 420 » 28 November 2018 20:53

@safter
könnte sein, dass ich das Tuch für einen Test kaufen werde. Nur per Schleuder den Saft zu gewinnen ist echt anders als das Pressen mit einer Packpresse. Deshalb kann man sicherlich keine so guten Rückschlüsse zur Presse ziehen. Schätze mal, dass so ein feinmaschiger Stoff, den ich oben als Bild eingefügt habe, bei der Packpresse Probleme bereiten könnte.

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Re: Alternativen zu teuren Presstüchern

Beitrag von 420 » 29 November 2018 22:17

@safter
So habe ich mal etwas nachgeschaut und festgestellt, dass es das Siebdruckgewebe in unterschiedlichen Feinheiten gibt. Was Du verlinkt hast sind Tücher mit 64 Fäden pro Zentimeter. Mit Sicherheit viel zu fein. Es gibt auch welche mit "nur" 15 Fäden pro Zentimeter. Da läuft gerade von mir eine Anfrage, ob diese
- weiß und
- lebensmittelecht sind

Mal schauen. Auf jeden Fall interessant. Danke für den Denkanstoß

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Re: Alternativen zu teuren Presstüchern

Beitrag von Bahnwein » 29 November 2018 23:14

Gib mal bitte Bescheid über das Ergebnis der Anfrage, danke.

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Re: Alternativen zu teuren Presstüchern

Beitrag von 420 » 30 November 2018 00:19

Klar, kein Problem.
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