Kohlensäure ausschütteln

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herrfrick
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Kohlensäure ausschütteln

Beitrag von herrfrick » 02 Oktober 2019 17:12

Hallo,
mein Wein von Roten Johannisbeeren hat "geschmeckt" schon etwas zuviel Säure.
Habe darum mit Blaulauge titriert. Ergebnis 10 - 11 g Säure je Liter.
Dann fiel mir ein, man muß ja vorher die Kohlensäure ausschütteln.

Das habe ich dann im Meßzylinder etwa ne halbe Stunde gemacht, immer wieder geschüttelt, den Bläschen bei Platzen zugehört, dann wieder neu geschüttelt.
Konnte so gut wie keine Verminderung des Sprudels feststellen.
Dachte o.k. die Kohlensäure kann wahrscheinlich nicht aus dem Zylinder entweichen und mischt sich wieder mit dem Wein, darum das ganze mal in ner Schüssel rührt, danach zurück in den Zylinder, gefühlt kein Unterschied zu vorher.

Nach der gut 45 min Prozedur noch mal ne Tiration, Ergebnis genau wie am Anfang.

Frage, wie haltet Ihr das mit der Kohlensäure?

Prost
Thomas

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Re: Kohlensäure ausschütteln

Beitrag von 420 » 02 Oktober 2019 19:15

Da entnehme ich 10 ml Wein und verwende einen Milchschäumer. 10 bis 20 Sekunden reichen völlig, so meine Erfahrungen. Es geht einfach und ist effektiv. Danach wird per Einwegspritze Blaulauge zugegeben.

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Re: Kohlensäure ausschütteln

Beitrag von herrfrick » 02 Oktober 2019 20:11

o.k. soon Ding hab ich nicht.
Und dann is nix mehr mit Sprudel?

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Re: Kohlensäure ausschütteln

Beitrag von 420 » 02 Oktober 2019 21:17

Du kannst auch einen kleinen Löffel nehmen, aber so ein Milchschäumer / Schneebesen kostet incl. Versand keine 4 €. Es geht natürlich auch teurer oder auch günstiger.

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Re: Kohlensäure ausschütteln

Beitrag von herrfrick » 02 Oktober 2019 21:42

Werd ich probieren, danke.

Hab Dir noch ne PN zum Mob geschrieben.

Gruß
Thomas

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Re: Kohlensäure ausschütteln

Beitrag von Fruchtweinkeller » 02 Oktober 2019 22:18

Das schwedische Möbelhaus verkauft die Aufschäumer für 2,49. Da kann man auch zwei oder drei einpacken (das verhindert dass einer runterfällt und kaputt geht). Ansonsten packe ich die Proben gerne auf einen Magnetrührer und lasse den dann vor sich hin rühren bis ich gemütlich das pH-Meter aufgebaut habe.
Nicht vergessen: Wenn die Probe des werdenden Weins noch Restsüße hat gären die Hefchen natürlich weiter. Dann muss man einmal brutal und rasch möglichst viel Kohlensäure austreiben und dann messen.
Es kann natürlich sein dass dein Säuregehalt tatsächlich so hoch ist, Johannisbeeren können viel Säure mitbringen.
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Re: Kohlensäure ausschütteln

Beitrag von herrfrick » 02 Oktober 2019 23:30

Die Säure wird schon passen aber eben mit Kohlensäure.
Werd also mal Rühren bis nix mehr schäumt.

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Re: Kohlensäure ausschütteln

Beitrag von Insel_Andy » 03 Oktober 2019 15:33

Kann man eigentlich sagen, welchen Säurewert eine rein durch Kohlensäure gesättigte Flüssigkeit bei Raumtemperatur hat? Das wäre doch theoretisch der maximale Messfehler

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Re: Kohlensäure ausschütteln

Beitrag von Fruchtweinkeller » 04 Oktober 2019 00:00

Jaaa.... da könnte man sicher etwas ausrechnen. Die Löslichkeit ist sicher abhängig von Temperatur und gelösten Substanzen, vielleicht auch vom pH... aber irgendwelche Richtwerte wird man finden können. Dann noch umrechnen in Weinsäurequivalente.

Kann man, ich habe nur keine Lust :mrgreen: Morgen werde ich wohl eh titrieren müssen, dann messe ich einfach mal ein Fläschlein Sprudelwasser mit.
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Re: Kohlensäure ausschütteln

Beitrag von Fruchtweinkeller » 04 Oktober 2019 19:06

Habe heute mal 10 ml Sprudel "mit viel Rülps" titriert und bin auf gut 3 g/l Weinsäureäquivalente gekommen. Kann im Wein mehr oder weniger sein, zeigt aber sehr schön dass der Messwert signifikant beeinflusst wird durch Kohlensäure.
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Re: Kohlensäure ausschütteln

Beitrag von Bahnwein » 05 Oktober 2019 09:32

Das ist schon 'ne ganz schöne Menge. Danke für den Versuch.

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Re: Kohlensäure ausschütteln

Beitrag von herrfrick » 05 Oktober 2019 11:26

Jo, dann lohnt dich das Rausrühren tatsächlich, danke.

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