Überlegung zur Säurebestimmung

Vinometer, Acidometer, Oechslewaage, pH-Meter, Refraktometer usw.
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onk3l
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Überlegung zur Säurebestimmung

Beitrag von onk3l » 16 Mai 2019 15:51

Viele benutzen ja ein Acidometer zur Säurebestimmung. M. E. ist das etwas ungenau.
Blaulauge bleibt am Finger hängen, der richtige Zeitpunkt vom Farbumschlag wird verpasst etc. pp.
Deswegen habe ich mir ein paar Gedanken gemacht.
Normalerweise kommt der Indikator ja in die zu bestimmende Flüssigkeit, d.h. in 10ml Wein käme dann Bromthymolblau und man titriert mittels Byrette eine 0,53%ige NaOH Lösung bis zum Farbumschlag.
Hier stossen die Grenzen dann allerdings an dunkle Weine.
Variation 3: 10ml Wein in ein Becherglas mit Magnetumrührer. ph Meter ins Glas und dann mit Blaulauge titriert bis ph 7. Verbrauch pro ml = Säure/l.
Die letzte Variation sprengt wohl den Hobbybereich, aber da hier durch lesen ja einige Freaks am Start sind, würde mich mal interessieren ob ihr mit dem ungefähren Wert zufrieden seid oder ob genauere Varianten gewählt werden, wenn ja welche?

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Chesten
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Re: Überlegung zur Säurebestimmung

Beitrag von Chesten » 16 Mai 2019 17:23

Klar kannst du mitteles pH-Meter den Umschlagspunkt im den Fall pH 7 bestimmen.
Aber bedenke das du dann deine NaOH sehr genau ansetzen muss und dein pH-Meter regelmäßig pflegen und kalibireren musst.

Genauer wird deine Säuremessug davon in der Regel nicht werden, da eine NaOH-Lösung altert selbst wenn die genau angesetzt wurde.
Auch beim kalibieren können Fehler passieren die du dann mitschleppst da auch die Kalibierlösung altert.

Aber auch dem genauen Säurewert wirst du nie kommen da die NaOH-Lösung auf Weinsäure eingestellt und nicht für verschiedene Fruchtsäuren.
Der Unterschied ist nicht groß aber es gibt einen ! Für unsere Zwecke reicht das aber aus.

Du hast schon recht bei sehr dunkeln Weinen sieht man keinen Farbumschlag mehr und da ist ein pH-Meter Gold, wenn es auch den richtigen Wert misst, siehe oben.

Bei dunkeln Weinen verdünne ich diese meist 1:1 und 1:2 dann muss ich das Ergebniss einmal mal 2 und einmal mal 3 nehmen. Klar hole ich mir da einen Verdünnungsfehler rein aber ob das Ergebniss nun schlechter ist als mit einen pH-Meter wenn man die oben genannten Sachen einbezieht glaube ich nicht.
Wenn ich mit meiner Methode ungefähr auf das gleiche Ergebnis komme vertraue ich einfach mal meinen Tritierkünsten und dann wird der Säuregehalt auch in dem Bereich liegen wenn meine Blaulauge noch gut ist !

Deweiteren muss du dich Fragen wie genau muss du diesen Wert bestimmen ?
Für mich reicht wennn ich den Säurewert auf ca. 0,3 - 0,5 g/L genau weiß da, wenn ich den noch genauer weiß das nicht die Quallität des Weins beeinfluss.

Wenn du dir sagst du willst es möglichst genau haben sei dir gesagt irgendwann wird der Aufwand so groß und somit teuer das es keinen Sinn mehr macht. Dieses Problem hat man in der Analytik immer Dewegen musst du dich vorher fragen wie genau muss ich diesen Wert wissen ? Das gilt für alle Messwerte die man erzeugt ! Was nützt es dir wenn du dir sagst ich will den Wert auf -/+ 0,05 g/L genau bestimmen un du somit genaue Aussagen über die 0,x Stelle machen kannst aber du aufgrund einer schlechten Einwaage des NaOH gar nicht diese Genauigkeit erreichen kannst ?
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Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Überlegung zur Säurebestimmung

Beitrag von Fruchtweinkeller » 16 Mai 2019 21:31

Ich betreibe die letztgenannte Methode und finde nicht dass das den Hobbybereich sprengt. Die nötige Ausrüstung bekommt man ja für wenige Teuros zB in der Bucht. Die Titrierlösung muss man freilich nicht unbedingt selbst ansetzten, selbstverständlich kann man auch die normale Blaulauge verwenden.
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