Messung mit Vinometer - Ansatz vorher schwenken oder nicht?

Vinometer, Acidometer, Oechslewaage, pH-Meter, Refraktometer usw.
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Uzu
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Messung mit Vinometer - Ansatz vorher schwenken oder nicht?

Beitrag von Uzu » 09 Juli 2015 22:20

Hallo FWK-Gemeinde,
ich war bis jetzt immer stiller Mitleser und das Forum hat mir bis dato immer sehr geholfen, danke für diese tolle Community. (: Habe heute aber auch mal eine Frage, auf die ich bis jetzt nur sehr begrenzt Antwort finden konnte.

Zur Sache, ich habe einen Met nach FWK Rezept angesetzt der seit 06.06.15 schön vorsichherblubbert. Ich messe ein bis zwei mal wöchentlich den Alkoholgehalt mit meinem Vinometer. Bis jetzt habe ich meinen 10l Ballon mit 9l Ansatz immer nochmal kräftig geschwenkt, bevor ich eine Probe gezogen habe und bei dieser den Alkoholgehalt gemessen habe. Jetzt laß ich mal irgendwo, dass es wohl besser wäre vorher nicht zu schwenken, um weniger Trübstoffe, Feinhefe usw in der Probe zu haben, welche den Messwert verfälschen. Also habe ich heute mal eine Probe ohne Schwenken gemessen, 11% Alkohol. Gestern habe ich einen Messwert von 14-15% erreicht, habe vor'm Messen allerdings wieder kräftig geschwenkt, sodass der komplette Bodensatz wieder aufgewirbelt war.

Meine Frage also, wie macht ihr es? Welchen der beiden Messwertte kann ich am ehesten trauen? Ich weiß zwar, dass das Vinometer nicht zu einer sehr genauen Messung zu gebrauchen ist, aber das ist dann doch ein recht großer Unterschied. Kann auch nur Einbildung sein, oder eine Überschatzung meiner "Fähigkeiten" :lol: , aber der Ansatz schmeckt mir auch eher nach 14-15% als nach "nur" 11%...

Danke euch schon im Vorraus, Uzu. (:
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Vine
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Re: Messung mit Vinometer - Ansatz vorher schwenken oder nic

Beitrag von Vine » 10 Juli 2015 00:44

Schnell noch ein Willkommen dir, bevor ich Ade vom Forum sagen muss :roll:

Muss ich beim nächsten Wein direkt mal ausprobieren und eine Vergleichsmessung machen. Ich schwenke immer den Ansatz und filtriere dann mein Pröbchen durch einen Kaffeefilter, bevor ich es dem Vinometer zuführe. Die Überlegung ist halt die, dass ich eine möglichst gute Mischung haben möchte - nicht dass Konzentrationsunterschiede vorliegen zwischen den verschiedenen (ungschwenkten) Schichten. Ob das so richtig ist, weiß ich allerdings auch nicht. Auf jeden Fall komme ich so mit meinen Messungen gut klar und wichtig ist es wohl, dass man seine Messungen immer möglichst nach dem gleichen Schema durchführt (gereinigtes, trockenes Vinometer, möglichst gleiche Temperatur, gleicher Handlungsablauf, ...).

LG
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tiga
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Re: Messung mit Vinometer - Ansatz vorher schwenken oder nic

Beitrag von tiga » 10 Juli 2015 08:27

Ich nehme erst die Probe und schwenke dann.
Wenn es Konzentrationsunterschiede gibt, liegen sie wohl deutlich unter der Messgenauigkeit vom Schätzometer.
Beim jetzigen Ansatz habe ich noch gar nicht gemessen und werde wohl auch erst den fertigen Met, ganz am Ende mal durch die Analytik jagen
Gruss
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Re: Messung mit Vinometer - Ansatz vorher schwenken oder nic

Beitrag von Chesten » 10 Juli 2015 11:43

Ich schätze mal das die Unterschiede vom gelösten CO2 kommen könnten.
Eine Idee wäre eine große Probe zu ziehen diese aufteilen , einen Teil z.B. mit einem Michschäumer zu entgasen und den anderen Teil so zu messen wenn es dann einen Unterschied gibt sollte der vom CO2 kommen.
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Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Messung mit Vinometer - Ansatz vorher schwenken oder nic

Beitrag von Fruchtweinkeller » 11 Juli 2015 10:09

Richtig. Kohlendioxid stört die Messung ebenso wie Trübstoffe. Eines wird durch die Schüttelei erniedrigt, das andere erhöht.

Mein Workflow:

-Probenentnahme (oft vor dem Schütteln des Ballons)
-Im Glas heftig schwenken (eventuell Milchaufschäumer einsetzen) um das CO2 "auszutreiben"
-dann ein paar Minuten stehen lassen (Trübstoffe setzen sich ob, wenn du nur ein paar mL im Glas hast geht das sehr schnell)
-Vorsichtig und möglichst "trubfrei" aus dem Glas in das Vinometer schütten

Wenn die Trübstoffe hatnäckig sind bastle ich mir auch schon mal einen "Mini-Filter" aus einer Mini-Ecke Küchenpapier, den ich direkt in das Vinometer-Auffanggefäß stecke. Muss nur vor der Messung wieder entfernt werden ;)
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Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

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Re: Messung mit Vinometer - Ansatz vorher schwenken oder nic

Beitrag von CJH » 11 Juli 2015 14:42

Hm, den Trick mit dem Küchenpapier als Filter würde ich gerne mal ausprobieren. Verstehe ich es richtig, dass ein Stück Papier in den Trichter des Vinometers geknüllt wird? Erst wenn der Wein durch ist, wird es rausgezogen und das Vinometer zur Messung umgedreht, oder?

Gruß, CJH

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Re: Messung mit Vinometer - Ansatz vorher schwenken oder nic

Beitrag von Nathea » 11 Juli 2015 16:00

Also wenn ich solch kleine Mengen "filtern" möchte, schneide ich ein kleines Stück Küchenpapier zu einem Quadrat und falte es dann in Form einer Mini-Tüte zusammen, so dass ich es mit der Spitze nach unten in das Gefäß stecken kann.

Viele Grüße,
Sylvia

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Re: Messung mit Vinometer - Ansatz vorher schwenken oder nic

Beitrag von Uzu » 11 Juli 2015 18:40

Danke für die vielen und schnellen Antworten. (:
Ich habe heute mal eine Testreihe mit 5 Proben durchgeführt.
Ergebniss wie folgt:

Ballon vorher stark geschwenkt - Probe ungefiltert - 14%
Ballon vorher stark geschwenkt - Probe gefiltert - 14%
Ballon 5 Stunden ruhen lassen - Probe ungefiltert - 13%
Ballon 5 Stunden ruhen lassen - Probe gefiltert - 13%
Ballon vorher stark geschwenkt - Probe ungefilter und MIT Kohlensäure - 16%

Der Messunterschied fiel also heute gar nicht so groß aus, außer natürlich bei der Probe welche noch sehr mit Kohlensäure angereichert war. Wer weiß was da los war. (:

Grüße, Uzu.
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