Vinometermessung merkwürdig

Vinometer, Acidometer, Oechslewaage, pH-Meter, Refraktometer usw.
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JasonOgg
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Re: Vinometermessung merkwürdig

Beitrag von JasonOgg » 04 Oktober 2019 08:43

SonOfGoku hat geschrieben:
04 Oktober 2019 01:16
nur irgendwie erschließt sich mir dann die Sinnhaftigkeit des messens mit dem Vinometer nicht.
Genau das ist der Punkt. Frage dich wozu du den genauen Alkoholgehalt wissen musst.

Während der Gärung ändert er sich sowieso. Die Messung dient zum Abschätzen, wie viel Zucker noch in den Ansatz muss, je höher der Alkoholgehalt, desto weniger. Bei einer normal verlaufenden Gärung kann man mit der Zeit sogar abschätzen, was Sache ist, da messe ich eigentlich nie ernsthaft.

Nach Ende der Gärung willst du den Alkoholgehalt auf die Flasche schreiben. Also 14% oder 15%. Willst du 14,8% draufschreiben, dann brauchst Du ein anderes Messinstrument, aber muss das sein?

Ich habe zwei billige Vinometer, die zeigen ziemlich identische Werte, abhängig davon, wie lange ich warte, bis es nicht mehr tropft. Das genügt mir vollkommen. Ich denke, dass die Genauigkeit der Messung überbewertet wird.

Und nicht vergessen, Vinometer brauchen Pflege, damit die Kapillarröhre nicht irgendwann dicht ist. Mein altes Vinometer ist immer noch das erste, also 12 Jahre alt.
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Re: Vinometermessung merkwürdig

Beitrag von Fruchtweinkeller » 04 Oktober 2019 18:51

Für die Nachzuckermethode braucht man streng genommen kein Vinometer. Aber es hilft ein wenig, und mit Erfahrung weiß man ja auch welcher Messert plausibel ist und welcher gar nicht passt. Und man kann etwas auf das Etikett schreiben :mrgreen:
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wickie
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Re: Vinometermessung merkwürdig

Beitrag von wickie » 07 Oktober 2019 12:40

Rein theoretisch kann man sich den Alkohlwert ja auch ausrechnen. Mann weiß ja wie viel Zucker man reingeworfen hat.

Für mich ist es zu einem Kontrol Gerät mutiert, um abzuschätzen ob meine Rechnung stimmt und wann in etwa der Zucker volständig vergoren ist.

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JasonOgg
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Re: Vinometermessung merkwürdig

Beitrag von JasonOgg » 07 Oktober 2019 13:03

wickie hat geschrieben:
07 Oktober 2019 12:40
Rein theoretisch kann man sich den Alkohlwert ja auch ausrechnen. Mann weiß ja wie viel Zucker man reingeworfen hat.
Hmh, da halte ich aber das, was mir das Vinometer anzeigt für genauer, da ich nie weiß, wieviel Zucker die Hefe noch überläßt.

Kontrollinstrument ja, aber mit ein bisschen Erfahrung eigentlich überflüssig. Ich schmecke ob noch Zucker vorhanden ist, wenn er nicht süß genug ist kommt etwas dazu. Anfangs mehr, gegen Ende (wenn die Gärung nachläßt) entsprechend weniger. Da ich normalerweise Restsüße haben will (bei Gärung bis Toleranzgrenze) kann ich den Ansatz immer etwas süßer halten. Dann passt es schon. Bei der Abfüllung nehme ich noch mal das Vinometer und wenn es 15% anzeigt, dann schreube ich halt 15% auf das Etikett.

... falls ich auch hier nicht messe (z.B. weil ich es vergesse), kommt trotzdem 15% aufs Etikett :pfeif:

Oder es ist mir wichtig, dann nehme ich das Ebulioskop :mrgreen:
Edit meint, ich sollte mal variieren, also 15,1% oder 14,9%, sonst glauben mir demnächst die Alkoholangabe genauso wenig Leute, wie es bei der Angabe "halbtrocken" ist :hmm:
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Re: Vinometermessung merkwürdig

Beitrag von Upgrayedd » 07 Oktober 2019 15:09

JasonOgg hat geschrieben:
07 Oktober 2019 13:03

Edit meint, ich sollte mal variieren, also 15,1% oder 14,9%, sonst glauben mir demnächst die Alkoholangabe genauso wenig Leute, wie es bei der Angabe "halbtrocken" ist :hmm:
Meine sind auch alle "halbtrocken" bei 15%, ich erkenne ein Schema :D :D

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Re: Vinometermessung merkwürdig

Beitrag von wickie » 07 Oktober 2019 15:19

JasonOgg hat geschrieben:
07 Oktober 2019 13:03
Hmh, da halte ich aber das, was mir das Vinometer anzeigt für genauer, da ich nie weiß, wieviel Zucker die Hefe noch überläßt.
Aus dem Grunde verwende ich ja auch das Vinometer, denn den Zuckergehalt der Früchte muss ich auch vorab schätzen. Auch wenn ich dazu ein Refraktometer benutze, bleibt doch alles nur eine Schätzung. Aber eine ziemlich genaue Schätzung halt.

Meine Weine würge ich bei 13,5% ab, mehr sollten Sie nicht haben, sonns t sind sie mir zu stark. Am Anfang habe ich auch bis zum Ende vergoren und da kam oft 17 - 18% raus (Portweinhefe). Jetzt schätze ich den Alkohol Wert bis zu den 13% und hoffe das ich den Punkt genau treffe, das der Wein untrinkbar sauer ist. Jetzt weis ich, das der Zucker ganz vergoren ist und habe mit meinem Vinometer und der schätzung die ich mir vorher ausgerechnet habe einen ziemlich genauen Wert. Ich schätze mal genauer kann man mit einem Vinometer nicht Arbeiten.

Erst kurz vor dem Filtern stelle ich die Restsüße ein. Früher noch mit Normalen Zucker jetzt mit Fruktose, die soll ja bei der Lagerung stabil bleiben. :D
Aber Trocken oder so schreibe ich noch nicht drauf, dafür bin ich mir noch zu unsicher.

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Re: Vinometermessung merkwürdig

Beitrag von SonOfGoku » 10 Oktober 2019 13:02

Naja beim Met ist es noch einfach mittels Berechnung in etwa die richtige Zucker/Honigmenge zu ermitteln.
Aber ich werde einfach mal eine rein geschmackliche Methode ausprobieren.
Ich gebe einfach wenn der Met pufftrocken ist soviel Zucker zu dass ich es erschmecke, und wenn der Zucker über einige Zeit stabil bleibt kann ich davon ausgehen dass die Alkoholtoleranzgrenze erreicht ist.
Oder seh ich da was falsch?
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Re: Vinometermessung merkwürdig

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 Oktober 2019 22:28

Grundsätzlich richtig, das erfordert beim Honigwein etwas mehr Feingefühl weil der niemals so trocken wird wie ein Fruchtwein. Aber ja, das kann klappen.
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