Spundvolle Lagerung - wie genau?

Weinballons, Fässer usw.
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patrickv
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Spundvolle Lagerung - wie genau?

Beitrag von patrickv » 12 Juli 2016 15:46

Hi zusammen!

Ich den kommenden Tagen/Wochen werde ich früher oder später meinen ersten Ansatz (22l) aus dem Ballon heben um die Hefe los zu werden.

Das ganze sitzt momentan im 20l Ballon (da ist ja immer mehr Platz als Nennwert). Würde ich nun aber "spundvoll" Lagern, müsste ich ja wenn ich das richtig verstehe bis an den Stopfen hin füllen, damit so wenig wie möglich Luft darin verbleibt?! Im 20l Ballon sind aber gut und gerne noch 30cm Luft nach oben (so circa die komplette Verjüngung des Ballons). Das bekomme ich ja mit 22L - Hefebodensatz nie "spundvoll" oder?

Nehm ich stattdessen eher 10er Ballons zum befüllen und Klären oder macht die große Menge Luft nichts, wenn ich ein Gärröhrchen mit KPS-Lösung aufsetze?

Und wie ist das mit den geriebenen Äpfeln? Setzen die sich auch alle mit ab? Momentan bilden Sie nen Teppich auf dem Met.

Danke und Gruß

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Chesten
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Re: Spundvolle Lagerung - wie genau?

Beitrag von Chesten » 12 Juli 2016 17:48

patrickv hat geschrieben:Und wie ist das mit den geriebenen Äpfeln? Setzen die sich auch alle mit ab? Momentan bilden Sie nen Teppich auf dem Met.
Normalerweise setzen sich die Äpfel mit ab wenn die Gärung dem Ende entgegen geht.
Darum würde ich mir jetzt noch keine Sorgen machen.

patrickv hat geschrieben:Nehm ich stattdessen eher 10er Ballons zum befüllen und Klären oder macht die große Menge Luft nichts, wenn ich ein Gärröhrchen mit KPS-Lösung aufsetze?
Natürlich kannst du den Ansatz auf kleinere Ballone verteilen dann wird aber in der Regel der Verlust insgesamt größer.

Spundvoll muss man auch etwas relativ sehen 100%ig ist ein Ballon ja nie voll! Wenn du deinen Met nach dem abziehen von der Hefe schwefelst fällt etwas Luft in Ballon auch nicht ins Gewicht.
"Die einzig stabile Währung ist die alkoholische Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:
http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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NetDevil
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Re: Spundvolle Lagerung - wie genau?

Beitrag von NetDevil » 12 Juli 2016 21:08

patrickv hat geschrieben:Würde ich nun aber "spundvoll" Lagern, müsste ich ja wenn ich das richtig verstehe bis an den Stopfen hin füllen, damit so wenig wie möglich Luft darin verbleibt?!
Nein, zumindest nicht nach der Homepage:
Die HP hat geschrieben:Der 10 L-Ballon wird spundvoll gefüllt. Dies bedeutet, das im Ballon möglichst wenig Luft enthalten sein darf. Andererseits darf er nicht auslaufen, wenn sich der Wein im Ballon z.B. durch Temperaturschwankungen ausdehnt. Die Richtlinie ist: Der Freiraum sollte 1-0,5 L betragen.
Quelle (http://honigweinkeller.de/Met/met1.html)


Oder siehe auch:
Das HP hat geschrieben:Glashagel, Glasschrot: Weinballons, in denen fertige Weine z.B. zur Selbstklärung lagern, müssen immer spundvoll gefüllt werden damit möglichst wenig Sauerstoff an den Wein gelangt. Manchmal ist das schwierig, z.B. wenn 8 Liter Wein in einem 10L-Ballon gelagert werden sollen. In so einem Fall kann man das fehlende Volumen mit Glashagel auffüllen um die Leervolumen zu minimieren (siehe zu diesem Thema auch "oenologisches Öl")
Quelle (http://www.fruchtweinkeller.de/Wine/zutaten.html)


Und das führt uns zu:
Dem HP hat geschrieben:oenologisches Öl: Dies ist ein spezielles lebensmittelechtes Öl, das bei Kontakt mit Wein unbedenklich ist. Es kann verwendet werden, um den Kontakt des Wein mit Luft zu verhindern, wenn z.B. eine kleine Weinmenge in einen großen Ballon gefüllt wird. Dazu genügt einen etwa 1 cm dicke Ölschicht auf dem Wein. Mit diesem Öl können auch Geräte wie Verkorker oder Spindelpressen gefettet werden, es kann auch als wenig luftdurchlässige Sperrflüssigkeit für das Gärröhrchen bei der Selbstklärung verwendet werden.
Quelle (http://www.fruchtweinkeller.de/Wine/zutaten.html)


Erfahrungen habe ich damit leider noch nicht gemacht. Da werden die alten Hasen ran müssen. Bei mir hat es immer für "spunvoll" (0,5 bis 1 Liter) gereicht bei minimalem Schwund.
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Re: Spundvolle Lagerung - wie genau?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 12 Juli 2016 21:46

Der Stopfen soll nicht im Wein schwimmen, so "voll" muss es wirklich nicht sein ;) Andererseits finde ich 1 L Leerraum bei einem 10er inzwischen auch eher grenzwertig.... Klappt oft, aber bei empfindlichen Weinen ist das vielleicht doch zu viel.

Beim Verteilen auf kleinere Gebinde ist zu bedenken: Durch zwei Gärröhrchen dringt doppelt so viel Sauerstoff ein wie durch ein Gärröhrchen.
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

patrickv
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Re: Spundvolle Lagerung - wie genau?

Beitrag von patrickv » 13 Juli 2016 08:51

Fruchtweinkeller hat geschrieben:Der Stopfen soll nicht im Wein schwimmen, so "voll" muss es wirklich nicht sein ;) Andererseits finde ich 1 L Leerraum bei einem 10er inzwischen auch eher grenzwertig.... Klappt oft, aber bei empfindlichen Weinen ist das vielleicht doch zu viel.

Beim Verteilen auf kleinere Gebinde ist zu bedenken: Durch zwei Gärröhrchen dringt doppelt so viel Sauerstoff ein wie durch ein Gärröhrchen.
Stimmt wohl. Mich wunderte das nur von Anfang an, dass ich einen 20L Ballon habe in den min. 25-26L passen würden. Andererseits ist so ein bisschen Gärschaum/Sprudeln in nem engen Flaschenhals ruckzuck übergelaufen. Hier ist dann noch genug Fläche, dasses nur 2-3cm Schaum sind.

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