Leftover Honey Jack

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Re: Leftover Honey Jack

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Es geht hier Schlag auf Schlag :engel:

Ein Tag später, diverse Einfrierzyklen später.

Zuerst zum Ansatz im Gefrierschrank: Die oben abgebildeten Flaschen sind für die Gefrierextraktion hervorragend geeignet: Recht niedrig, aber großer Querschnitt, die passen gerade eben aufrecht in das kleine Fach meines Gefrierschranks. Dadurch kann die Flüssigkeit hervorragend ablaufen, wenn man die Flaschen kopfüber in ein Glas stellt.
Die Bilanz ist bisher "aus dem Freezer" (alle Angaben Pi mal Daumen):
Start: 4500 ml
1. Zyklus: 2500
2. Zyklus: 1700 ml, auf 4 Flaschen verteilt und wieder im Eisfach

Die aktuelle Bilanz "aus der Eismaschine":
Start: 4500 ml
1.Zyklus: 2700 ml
2. Zyklus: 1700 ml
3. Zyklus: gut 1000 ml, wirklich äußerst randvoll in die Eismaschine gepackt für den nächsten Zyklus
4. Zyklus: 700 ml, werden erstmal zwischengeparkt

Das aufgetaute Eis schmeckt ein wenig wässrig, aber nachhaltig wie ich bin kann ich natürlich nichts wegschütten: Mit ein klein wenig Waldmeistersirup aufgepeppt schmeckt das eiskalt sogar richtig gut (hicks; Nachhaltigkeit scheint auch in neuen Fruchtweinbüchern ein Thema sein, siehe die neuesten Buchkritiken auf der HP... bei der Tiefe, mit der das Thema behandelt wird, kann man nur noch saufen vor
Verzweiflung).

Ich möchte anmerken: Die Mengen, die man mit beiden Methoden bei jedem Zyklus gewinnt, sind nicht wirklich miteinander vergleichbar. Die gewonnene Menge hängt schlicht davon ab, wie lange man das Eis abtropfen und dabei antauen lässt.
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Re: Leftover Honey Jack

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Heute berichte ich von einem weiteren Einfrierzyklus.

Die Flaschen aus dem Gefrierfach habe ich wieder umgedreht auslaufen lassen. Diesmal war das nicht die cleverste Lösung: Das Eis war sehr fluffig, und beim Ablaufen lassen flutschte dann schon mal ein Eisbröckchen durch die breite Öffnung ins Auffanggefäß. Beim nächsten Mal muss ich da vorsichtiger sein und ein Sieb verwenden. Aufgefangen habe ich etwa 1200 ml, die ich auf drei Flaschen verteilt habe. Diese sind wieder im Gefrierfach gelandet.

Die 700 ml vom Ansatz "Eismaschine" habe wieder in dieselbe gegeben, diesmal gab ich der Maschäng rund 90 min Zeit. Am Rand des Gefäßes hat sich erstaunlich viel voluminöses, aber eben auch lockeres Eis abgesetzt. Beim ersten Abschütten habe ich vielleicht 200 ml erhalten, das Eis war aber noch sehr dunkel gefärbt. Über einen Trichter mit Siebeinsatz habe ich es weiter abtropfen lassen, bis ich gut 400 ml aufgefangen habe. Diese Endmenge ist mehr oder weniger willkürlich: Faktor 10 der Aufkonzentration erscheint mir erstmal rund, zudem habe ich genug Material um zu Messen, kosten und es auf der Tagung zu präsentieren.

Die aktualisierte Bilanz sieht also wie folgt aus:
"aus dem Freezer"
Start: 4500 ml
1. Zyklus: 2500
2. Zyklus: 1700 ml
3. Zyklus: 1200 ml

"aus der Eismaschine"
Start: 4500 ml
1.Zyklus: 2700 ml
2. Zyklus: 1700 ml
3. Zyklus: gut 1000 ml
4. Zyklus: 700 ml
5. und letzter Zyklus: gut 400 ml
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Re: Leftover Honey Jack

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Heute habe ich mich nochmals um den Stoff im Gefrierfach gekümmert. Heute Morgen war der Inhalt der Flaschen noch recht flüssig, heute Abend erschien er auf den ersten Blick durchgefroren. Auf den zweiten Blick war der Inhalt durchsetzt durch ein sehr fluffiges Eis, Flüssigkeit steckte dazwischen förmlich fest. Entsprechend schwierig war es, die Flüssigkeit effizient ablaufen zu lassen, ohne das Eis unnötig antauen zu lassen. Ich habe die Flaschen in ein Sieb gestürzt und habe das Abtropfen dann nicht unnötig hinausgezögert. Mit der Methode habe ich etwa 500 ml erhalten. Auch hier gilt: diese Grenze ist relativ willkürlich, ich hätte auch wesentlich weniger oder sehr viel mehr sammeln können, je nachdem wie lange man die Chose antauen lässt.

Die absolut finale und endgültige Bilanz lautet somit:

"aus dem Freezer"
Start: 4500 ml
1. Zyklus: 2500
2. Zyklus: 1700 ml
3. Zyklus: 1200 ml
4. und letzter Zyklus: 500 ml

"aus der Eismaschine"
Start: 4500 ml
1.Zyklus: 2700 ml
2. Zyklus: 1700 ml
3. Zyklus: gut 1000 ml
4. Zyklus: 700 ml
5. und letzter Zyklus: gut 400 ml

Am WE werde ich mal die Säure bestimmen um eine Idee zu bekommen, wie erfolgreich die Konzentration war. Und zur Tagung kann der Jack dann genossen werden als Absacker :mrgreen: Soviel kann ich jetzt schon sagen: Selbst das aufgetaute Eis aus dem letzten Zyklus knallt respektabel 8-)
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Re: Leftover Honey Jack

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Hier sind sie nun, abgefüllte und etikettiert:

Bild

Die Flaschen mit den Konzentraten sowie "geretteter" Grundwein zum Vergleich. Das ist sozusagen voll total der Naturwein :mrgreen: Keine extra Säureeinstellung, Restsüße nur mit Honig, trüb und hässlich anzusehen, ganz wie sich das gehört :lol: Werde ich zur Tagung mitbringen für die Verkostung in der Runde.

Die Säure habe ich noch gemessen:

Grundwein: 3,2 g/l
Gefrierschrank: 7,1 g/l
Eismaschine: 6,8 g/l

Das Zeil, im magenschonenden Bereich zu bleiben, ist somit voll erreicht. Die Säurezunahme zeigt die erfolgreiche Konzentration an, beide Methoden sind geeignet. Auf den ersten Blick scheint die Methode im Gefrierschrank besser funktioniert zu haben (größeres Endvolumen, etwas höher konzentriert), aber das könnte man bei der Eismaschine womöglich noch optimieren, je nachdem wie und bei welchen Zyklen man das Eis besser abtropfen bzw. antauen lässt. Ob die beiden Ansätze sich geschmacklich etwas tun... werden wir gemeinsam herausfinden 8-)
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Re: Leftover Honey Jack

Beitrag von Josef »

Sieht doch gar nicht schlecht aus. Mich würden die %% noch interessieren, die bei der Aktion heraus gekommen sind. Nicht bis hinters Koma, aber so ungefähr.
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Re: Leftover Honey Jack

Beitrag von Fruchtweinkeller »

würde mich auch interessieren :) Das Zeug ist aber richtig dickflüssig, weder Vinometer noch Senkspindel machen da Sinn. Jaaa, ich könnte das Ebullioskop verwenden, aber da habe ich ehrlich gesagt weder Lust drauf noch die Zeit dafür. Und nach der Tagung ist er hoffentlich alle :mrgreen:
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Re: Leftover Honey Jack

Beitrag von Fruchtweinkeller »

Soderle, auch hier noch eine abschließende Notiz. Ich hatte die beiden Jacks sowie den Grundwein mit zur Tagung genommen und herumgereicht. Zu dem Zeitpunkt waren wir alle schon etwas beschickert, allzu viel direktes Feedback habe ich nicht bekommen.
Dramatisch positiv wurden das Zeug jedenfalls nicht aufgenommen. Ein Grund war wohl das eine Honigglas, dessen Inhalt von Anfang an nur mäßig gut geschmeckt hatte (ganz oben mit "leicht ätherisch" beschrieben). Leider hatte das Glas kein Etikett, aber wir sind nochmal durchgegangen was wir vor Urzeiten gekauft haben: Womöglich war das ein Erdbeerbaumhonig, dem von manchen ein "bittersüß-scharfer," intensiver Geschmack nachgesagt wird. Könnte passen, irgendwann hatten wir die exotische Honigsorten durchprobiert, und bei dem hatte ich mir eine entsprechende Notiz gemacht. Vielleicht war der zusätzlich überlagert: Mein Fall war der Geschmacklich jedenfalls auch nicht. Insofern leidet das gesamte Experiment unter der Honig-Resteverwertung, und man müsste das vielleicht mit leckerem Honig wiederholen. Seufz, man könnte so viel machen 🤦‍♂️

Die Jacks wurden trotzdem als trinkbar eingeordnet, der aus dem Gefrierschrank wurde in der Runde als vergleichsweise "sprittig" bezeichnet. Wer die Verkostung noch in Erinnerung hat: Immer heraus damit.

Zur Alkoholbestimmung hätte ich vielleicht eine Idee... Wenn es funktioniert werdet ihr es erfahren :mrgreen:
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