Schnell und simpel, Weinpanschers Experimente

z.B. Dörrobst, Kräuter, Blüten
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Re: Schnell und simpel, Weinpanschers Experimente

Beitrag von 420 » 17 April 2017 09:13

Hallo Sylvia,

hast natürlich Recht. :oops:

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Weinpanscher
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Re: Schnell und simpel, Weinpanschers Experimente

Beitrag von Weinpanscher » 02 Juni 2017 08:38

Hallo zusammen,

ich bin in letzter Zeit weitgehend auf Biere umgestiegen (sind ja streng genommen auch nur Getreideweine ;) ) und habe hier, um die verschiedenen Malzsorten kennen zu lernen, diverse, sehr simple Rezepte gebraut, mit gutem Erfolg. Fokussieren moechte ich mich allerdings auf sogenannte "Gruit" Biere, das sind Biere wie sie urspruenlich gebraut wurden, meist ohne Hopfen, dafuer mit anderen Kraeutern. Das ist mega spannend, der Hopfen wurde aus steuerrechtlichen Zwecken und um die Menschen besser unter Kontrolle halten zu koennen (Hopfen wirkt leicht sedierend, Gruit Kraeuter oft anregend), von der Kirche gesetzlich vorgeschrieben. Da gibt's gute Literatur zum Thema, falls es wen interessiert, "Sacred Herbal Healing Beers" von Stephen Harrod Buhners waere ein solches, mit groooossem Rezepteil der bis ins 16. Jahrhundert zurueck geht.

Hat aber wohl kein Platz im Weinforum, evtl. mache ich noch einen Thread im Bierpart auf.

Der eigentliche Grund meines Schreibens, ich bin dem Phaenomen der verschwundenen Hopfenfruchtigkeit auf die Schliche gekommen. Das ist ein bekannter Effekt, unter den Bierbrauern. Hopfen hat, streng genommen, zwei gewuenschte Effekte auf den Sud. Er bittert und er gibt Aroma, das bittern geschieht durchs kochen sogenannter Alpha Saeuren und es ist recht stabil. Das Aroma allerdings, ist hoechst fluechtig und kann durch Hitze als auch durch CO2 ausgetrieben werden.

D.H. durchs kochen erhaelt man weitgehend nur Bitterkeit und wenn man den Hopfen waehrend der stuermischen Gaerungsphase hinzu gibt, wird ein Grossteil des Fruchtaromas schon waehrend der Gaerung wieder ausgetrieben. Das Raetsels Loesung ist den Hopfen NACH der Gaerung hizu zu geben und ein paar Tage drin zu lassen. Keine Angst vor Bitterkeit! Ohne Kochen bittert Hopfen nicht. Man kann also ruhig grosse Mengen Hopfen verwenden, nennt sich dann "dry hopping". Ein Bier das auf diesen Effekt zurueck greift und gerade recht beliebt ist in der Heimbrauerszene ist z.B. das "New England IPA", falls es wen interessiert. Auch keine Angst vor Infektionen, Hopfen ist naturgemaess schon fast steril.
Fuer Weine die gelagert werden sollen eignet sich diese Methode nicht, da die Aromastoffe mit der Zeit verschwinden/zerfallen/was auch immer. Der Geschmack aendert sich also mit der Zeit und geht verloren. Bei Bier stoert das nicht, das haelt ja meist eh nicht laenger als ein paar Monate.

VG!
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Re: Schnell und simpel, Weinpanschers Experimente

Beitrag von Fruchtweinkeller » 03 Juni 2017 10:31

Ach Gottchen, mit Hopfen wollte man die Leute "besser unter Kontrolle halten". Solche Schlussfolgerungen scheinen mir ein wenig dem Zeitgeist geschuldet zu sein. Andere argumentieren dass das eine frühe Variante eines (sinnvollen) Drogengesetztes war damit sich die Leute nicht mit Schlarfmohn, Tollkirsche und Co. wegschossen.
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Re: Schnell und simpel, Weinpanschers Experimente

Beitrag von Weinpanscher » 03 Juni 2017 18:22

Ist beides Korrekt. Es ging beim Gruit primaer um Steuerrechtliche Dinge. Sekundaer wirkte es auch als "Drogengesetz" was den Resten der urspruenglichen Religionen aus der Gegend (Schamanismus etc.) ein bischen den Riegel vorschieben sollte. Nicht jedes gruit Bier war extrem, die meisten waren einfach nur leicht aufputschend. Da war Gagel, Beifuss, Schaafgarbe, Heide und Nadelhoelzer drin. Klar gabs auch psychoaktive Ausreisser, war aber eher selten der Fall und dann meist auch eher fuer den Hausgebrauch bestimmt.

Letztendlich ist es halt so das Hopfen der gleichen Gattung angehoert wie Cannabis, es teilt sich auch einige Wirkstoffe damit. Es wirkt oestrogen, und macht "schlaff" (nicht nur in der Hose). Wenn man das ueber laengere Zeit regelmaessig zu sich nimmt, dann macht das was mit der Psyche, ob das nun gewollt war oder nicht. Allerdings sind Leute die nicht permanent leicht angedroehnt sind, definitiv schwieriger zu handhaben wenn du den Deckel drauf halten moechtest, und die Kirche wollte letzteres definitiv.

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Re: Schnell und simpel, Weinpanschers Experimente

Beitrag von Fruchtweinkeller » 03 Juni 2017 21:53

Ich weiß nicht ob die Theorie so stimmen kann... ich kenne viele Leute die aggressiv werden wenn sie Alkohol intus haben... Bier inklusive :geek:
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Re: Schnell und simpel, Weinpanschers Experimente

Beitrag von 420 » 03 Juni 2017 23:16

Fruchtweinkeller hat geschrieben:Ich weiß nicht ob die Theorie so stimmen kann... ich kenne viele Leute die aggressiv werden wenn sie Alkohol intus haben... Bier inklusive :geek:
gut, das ich dazu nicht gehöre. :D :D :D :D
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Re: Schnell und simpel, Weinpanschers Experimente

Beitrag von Fruchtweinkeller » 05 Juni 2017 20:38

Ich auch nicht, zum Glück. Aber ich kenne ein paar Leute die genau aus dem Grund nicht trinken sollten...
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Re: Schnell und simpel, Weinpanschers Experimente

Beitrag von Igzorn » 05 Juni 2017 21:52

Da das Thema noch weiter geht, geb ich auch noch was dazu. Alkohol macht nicht aggressiv. Er enthemmt. Und am Ende bleibt nur der nackte Mensch dort sitzen.

Oder tanzt, oder lacht oder pöbelt. :twisted:
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

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Re: Schnell und simpel, Weinpanschers Experimente

Beitrag von Fruchtweinkeller » 05 Juni 2017 21:59

Deswegen sagen Betrunkene auch immer die Wahrheit. Dumm nur dass sie meistens lallen :P
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