Kirschwein "aufhübschen"

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aljusa
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Kirschwein "aufhübschen"

Beitrag von aljusa » 10 Oktober 2017 08:12

Hallo zusammen,
ich habe mich dieses Jahr zum ersten Mal an Fruchtweinen probiert. Während der Johannisbeerwein mir gut gelungen zu sein scheint, bin ich ein bisschen über den Kirschwein enttäuscht. Nicht nur das die rote Farbe fehlt - eher braun, aber klar - auch der Geschmack lässt zu wünschen übrig. Nur wer es weiß wir da Kirschen erkennen. Ich hab dafür Süsskirschen der Sorte „Sunburst“ genommen, eine Saftmaische angesetzt und den Hefesatz nach der Gärung jetzt entfernt. Alkohol hat der Wein genug!
Meine Frage wäre jetzt: wie „hübsche“ ich den Wein mit Farbe und Geschmack noch ein bisschen auf? Holunder für die Farbe, Kirschsaft oder Extrakt für den Geschmack?
Für eure Vorschläge und Erfahrungen wäre ich euch sehr dankbar.
Danke und Grüße

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Tompson
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Re: Kirschwein "aufhübschen"

Beitrag von Tompson » 10 Oktober 2017 18:28

Ich weiß nicht genau, ob sich das, was Du erreichen willst, erreichen läßt. Süßkirschen werden immer wieder als zu geschmacksarm beschrieben, ich selber scheine eine Sorte zu haben, mit der es besser funktioniert ...
Folgende Möglichkeiten sehe ich:

1) Als Erfahrung werten, mit Sekt trinken oder so. Das nächste Mal mit einem Viertel Sauerkirschen zusammen ansetzen. Laß die Farbe so sein, kann nicht jeder Wein tiefdunkelrot aussehen.
2) Ja, o.k. mit Holunderwein verschneiden, könnte ich mir vorstellen. Gibt es noch Holunder? Auf jeden Fall würde ich getrennt vergären und nachher verschneiden, es hört sich so an, als wenn Dein Kirschwein sozusagen fertig ist.
3) Um mit der großen Enttäuschung fertigzuwerden ;-) empfhle ich als Winterprojekt einen Ansatz aus Tiefkühlobst - da gabs immer so eine dunkle Beerenmischung. :)
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Re: Kirschwein "aufhübschen"

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 Oktober 2017 20:32

Sehe ich ähnlich wie Tompson. Süßkirschwein kann sortenbedingt schon mal geschmacklich mau werden, um das aufzupeppen kann man schon beim Ansatz Tiefkühlsauerkirschen untermischen. So oder so: Die schöne rote Farbe sollte aber rot bleiben und nicht braun werden. Könnte der Ansatz noch ein anderes Problem haben?
Ich würde an solchen Ansätzen nicht mehr herumwurschteln, lieber einen neuen Ansatz starten und auf diesen gut Acht geben.
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Re: Kirschwein "aufhübschen"

Beitrag von Igzorn » 10 Oktober 2017 20:45

Ich hatte bei Braunfärbung an Oxidation gedacht. Stand der Ansatz ma offen rum?
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

aljusa
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Re: Kirschwein "aufhübschen"

Beitrag von aljusa » 11 Oktober 2017 09:48

Hallo zusammen,
erstmal vielen Dank für eure Vorschläge und Hinweise.
Ich hab gestern nochmal ein Gläschen „blind verkostet“, der Geschmack verändert sich hin zum Positiven (bilde ich mir vielleicht auch nur ein!?). Und ja, der Wein ist soweit fertig und hat wirklich genug „Bumms“, zumindest hab ich den Alkohol etwas später gleich gemerkt.
Das Fass war während der Gärung immer zu und mit einer Gärpfeife versehen. Ich glaub nicht dass da Luft reinkam das eine Oxidation verursachte. Aber wer weiß?
Leider – oder auch glücklicherweise – hatten wir dieses Jahr so viel Kirschen dass ich jetzt ca.15 Liter habe, also keine kleine Probe die ich angesetzt habe.
Das mit dem Tiefkühlobst für die Farbe ist eine gute Idee.
Ich halte euch auf dem Laufenden was weiter passiert ist.
Viele Grüße

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Re: Kirschwein "aufhübschen"

Beitrag von Tompson » 11 Oktober 2017 17:15

Äh - nein!

Tiefkühl-Sauerkirschen für einen volleren (Kirsch)Geschmack!
Bei der Farbe könnte es auch helfen ... sehe ich aber nebensächlich.

Mein Süßkirschenwein geht auch ins Bräunliche und da ist nix mit Oxidation.

Tiefkühl obst (Dunkle Beeren) für ein getrenntes Winterprojekt. Wobei Du natürlich gerne nachher verschneiden kannst, dem Experimentieren sind keine Grenzen gesetzt.

Der Geschmack sllte nach einem Vierteljahr etwa voll entfaltet sein. Kurz nach dem abfüllen gibt es fast immer einen "Geschmacksschock".
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Re: Kirschwein "aufhübschen"

Beitrag von Fruchtweinkeller » 11 Oktober 2017 20:50

Wenn's nur um die Farbe gehen sollte... Oenocyanin kaufen und reinkippen. Derlei "kosmetische" Eingriffe halte ich freilich für überflüssig.
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Re: Kirschwein "aufhübschen"

Beitrag von Ake » 17 Oktober 2017 19:01

Ich verarbeite eigentlich nur Süßkirschen, zu Kirschwein und -met. Farblich hat er ein wunderschönes dunkelrot bis tiefrot im Glas. Farbliche Probleme hatte ich noch nicht. Kann natürlich daran liegen, dass ich andere Sorten genutzt habe.

Bräunlich klingt für mich eher nach Oxidation, hatte ich wahrscheinlich mal bei Rotebeete, die ist mir von rot in braun umgeschlagen.

Geschmacklich muss man berücksichtigen, dass die Kirschen fast keine Säure haben. Da muss man gegensteuern, wenn man einen runden Geschmack haben möchte. MIt Säuremanagement finde ich ihn gut.

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Re: Kirschwein "aufhübschen"

Beitrag von Metinchen » 28 Oktober 2017 16:52

Da ich auch "nur"Süsskirschen im Garten habe, pimpe ich den Geschmack mit ca. 5% schwarzen Johannisbeeren auf. Die werden dann gemeinsam vergoren. Bei der kleinen Menge schmeckt man die Jo-Beeren kaum bis nicht heraus, aber es macht den Geschmack an sich deutlich voller und runder.
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Re: Kirschwein "aufhübschen"

Beitrag von Professore » 28 Oktober 2017 20:16

@aljusa
Wenn Du den Wein geschmacklich aufhübschen willst, dann würde ich Sauerkirschsirup
nehmen, irgendein höherwertiges (z.B. Darbo wenn es das bei Euch gibt).
Das kannst Du dann vorsichtig an einer kleinen Menge ausprobieren, ob es taugt.

Ist aber nicht die reine Lehre :mrgreen:

Gruß

Jochen
Ein Leben ohne Fruchtweinbereitung ist möglich. Aber sinnlos!

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