westfälischer Zufallsburgunder

Der Lohn der Mühe: Was trinkt ihr gerade, und wie beurteilt ihr den Wein?
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derToppi
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westfälischer Zufallsburgunder

Beitrag von derToppi » 04 Oktober 2017 03:35

Ich stell mich mal zu später Stunde nach Verkostung des roten Jungweins vor: Maische 2 Wo, danach Saftgärung.
Zu süß ist er! noch nicht durchgegoren. Ich habe die Nachzuckermethode angewandt, in der Hoffnung, 15 % Alc zu erhalten,
aber ich mußte die letzten Tage verreisen und konnte den Behälter nicht schwenken. (wie oft sollte ich ihn schwenken?)
Geschmack: durchaus lecker, überraschend wenig "Hefigkeit", aber Restsüße, die dem Endprodukt- schwerer gerbstoffreicher Rotwein-
einfach nicht steht. trotzdem -lecker und süffig.
Bitte um Nachsicht, Zeit und Verkostungspegel lassen keine weiteren Einzelheiten zu, später mehr, plus viele Fragen.
Ich hoffe , dieses U-Forum ist OK wenn der akademische Background durch die Verkostung etwas aufweicht.....
ps das Glas aist ziemlich klar, lag die Hefe faul am Boden, als ich weg war?

Igzorn
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Re: westfälischer Zufallsburgunder

Beitrag von Igzorn » 04 Oktober 2017 07:59

:mrgreen: Na das klingt ja nach ner harten Session. Willkommen Topi!

Schwenken solltest Du ihn jeden Tag drei Mal. Wenn das nicht möglich ist, dann dauert es halt länger und wird nicht so hoch in den Prozenten. Diese Aussage gilt für die perfekte Welt.
Es gibt noch viel mehr Faktoren, die genau diese beiden Zielgrössen (Zeit, Alkohollevel) beeinflussen. Temperatur, Luftdruck, Nährstoffe, Alter der Hefe, Gärstarter, Schwefel im Ausgangspunkt.... etc

Einfach weiter schwenken und schauen, ob noch Gäraktivität zu erkennen ist.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

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Re: westfälischer Zufallsburgunder

Beitrag von Fruchtweinkeller » 04 Oktober 2017 21:07

Und wenn man nur zwei mal oder sogar vier mal schüttelt explodiert der Ballon :lol:

Um die Lage besser einschätzen zu können wären mehr Infos hilfreich (Messwerte, verwendete Zuckermengen...)
90% of everything is crap... Except crap. 100% of crap is crap.
(Too much coffee man)

Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

derToppi
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Re: westfälischer Zufallsburgunder

Beitrag von derToppi » 08 Oktober 2017 18:46

So, vorgesterrn erneute Verkostung. Ich stelle fest, 3x mal täglich schön geschwenkt, dazu noch die Luftdusche durch das Öffnen haben der Hefe neue Vitalität geschenkt. Ich Dussel wußte das mit dem Faktor Bewegung, habs aber hier bei der Nachgärung einfach verpennt. Danke nochmal für die Erinnerung! Ich komme mal stückchenweise mit Infos rüber, muß nebenbei immer mal vom Platz weg .
Zunächst- der Geschmack, vieel besser, die Restzuckermenge ist zu einem guten Teil vergoren und meine Befürchtung, die Hefe stirbt den Alkoholtod, ist schonmal vom Tisch. Hefe: Burgund flüssig von Arauner mit 1l Gärstarter. Maische bestand aus einem hier am Zaun wachsenden, geschätzt 10 Jahre alten Stock, Sorte unbekannt. Beerengröße eher klein, Vermutung Keltertraube. Der brachte schon mal 15 L ungemaischt.
Weitere Reben brachten Kleinkleckersdorf, wie man hier sagt. Meine Sorgenkinder, also. Gut, daß es eine Rubrik Reben,etc.gibt!
Weiters hab ich eine wilde (auch blaue) Sorte in der Nachbarschaft entdeckt, sehr kleine Beeren, sichtlich reif, auch schön süß, allerdings mit einem Säureton, angenehm, komisch nur , das Innere war gelartig, kaum flüssig. Egal-rein damit!
Dann haben meine braven Schwiegereltern einen Riesenbeutel Trauben aus der Pfalz angeschleppt (vermutlich nachts gestohlen, :tsts: aber das macht das Endprodukt bekanntlich noch besser :mrgreen: )
Dann sind noch einige Liter FertigTraubensaft drin, so hab ich immer Zucker und Nährsalz eingerührt. Ferner ein paar Sauerkirsch und sw.Joh Säfte.
leider nur 60 Oe., Zuckerzusatz vorgenommen.
Als Maische knapp 2 Wochen vergoren, nach Pressung problemlos weitergegoren.
Zum Zucker komm ich gleich...

derToppi
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Re: westfälischer Zufallsburgunder

Beitrag von derToppi » 08 Oktober 2017 20:45

Die Verkostung war schon heftiger als vermutet. Der Alc kann sich doch manchmal fies hinter den Aromen verstecken. Den nächsten Tag habe ich dann schonend mit viel Lesen im Forum verbracht.

GANZ GROSSE KLASSE :clap: Forum sowie auch die Weinseiten, da danke ich allen Beteiligten von Herzen!
Ich hab noch ein Zitat im Kopf : Das Leben vor dem Forum und das "jetzt" . Ein anderer User hats dann mit alten und neuenTestament verglichen :D
Naja, die Analytik habe ich bisher rein nach altem Testament mit Gaumen und Gleichgewichtsorgan vorgenommen.
Zucker: Da hab ich immerhin mal ausgerechnet, daß ich in die Region 105 Oe kommen will und 2,7 kg Zucker in 3 Chargen zugegeben.
Der Ansatz hat jetzt 22 L und nach dem kleinen (Arauner Spielzeug-) Vinometer 14%. Säurebestimmung nach AT=Gaumen.
:hmm: AAAber- ich hab Ätznatron hier und sogar ein el. pH-Messgerät, da könnt ich ja mal Säure messen, dank des Chef´s Anleitung, man braucht ja keine überteuerte Blaulauge kaufen. Wenns geklappt hat, meld ich mich nochmal mit einem Probeschlückchen.

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Re: westfälischer Zufallsburgunder

Beitrag von derToppi » 08 Oktober 2017 21:04

Nachtrag zur Gärung:
ich mußte einiges an Stielen in der Maische lassen, habe dann bewußt langsam bei gleichmäßigen 19 Grad vergoren und die Hefe nur knapp ernährt. Die Beeren sind mit einem einfachen Stempel täglich gedrückt / untergerührt, sodaß vor der Pressung auch so manche pralle Beere oben schwamm. Interessanterweise hat die optisch unzerdrückte Beere beim Zerkauen vergoren geschmeckt. Antigel war direkt anfangs dabei.

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Re: westfälischer Zufallsburgunder

Beitrag von Igzorn » 09 Oktober 2017 09:55

Hallo Toppi,

die Traube nimmt durch Osmose den Alkohol auf. Die Lösung in der Traube und ausserhalb möchte gleich sein.

Aber die Haut hält dicht und wird nicht vom Antigel aufgelöst. Isso.

Die kalte Hungersnot empfehlen wir nicht, da sie zu Problemen führen kann. Das bedeutet für Dich: bei Gärstockung und Fehlgeruch warm stellen und Nahrung geben.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

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