Saft noch nach 2 Wochen Gärung zugeben?

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Gärlinde
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Saft noch nach 2 Wochen Gärung zugeben?

Beitrag von Gärlinde » 09 Oktober 2017 20:38

Hallo,

ich habe erst vor kurzem mit der Weinproduktion begonnen. Meine Eltern sind beim Ausmisten und haben mich vor die Wahl gestellt, entweder die alten Weinballons mitzunehmen oder sie entsorgen sie. Ich habe mich für ersteres entschieden und fand es dann schade, sie so leer herum stehen zu lassen. Nun gluckern hier 3 verschiedene Weine im unterschiedlichsten Stadium. Mein letzter Wein ist ein Birnenwein (mit Steinberghefe), dem ich dank der Tipps hier im Forum Zierquitte zugesetzt habe. Nun habe ich aber wunderschöne Apfelquitten geschenkt bekommen, allerdings zu wenig für einen eigenen Wein. Deshalb überlege ich, ob ich die 10 l Birnenwein in einen einen 15 l Ballon umfülle und noch mit Quitten verbessere.

Ist das nach 2-3 Wochen Gärung noch möglich?

Danke schon mal für eure Antworten.

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Re: Saft noch nach 2 Wochen Gärung zugeben?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 09 Oktober 2017 21:36

Grundsätzlich kann man das machen, aber je früher in der Gärphase, desto weniger groß ist die Gefahr dass der Hefe "die Puste" ausgeht.
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Re: Saft noch nach 2 Wochen Gärung zugeben?

Beitrag von Gärlinde » 09 Oktober 2017 21:42

Danke an Fruchtweinkeller!
Aber warum geht der Hefe die Puste aus? Müsste sie nicht eigentlich wieder aufleben, wenn neue Nahrung kommt? Zumal ja etwas Abwechslung in den Speiseplan kommt. :P
Im Moment blubbert der Birnenwein noch sehr intensiv, auch wenn er schon eine Weile nicht geschüttelt wurde ...

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Re: Saft noch nach 2 Wochen Gärung zugeben?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 09 Oktober 2017 21:49

Die Zahl teilungsfähiger Zellen nimmt im Gärungsverlauf dramatisch ab (siehe Homepage Weinfehler -> Gärprobleme). Durch Zugabe von "frischer" Frucht kann das etwas aufgefangen werden, die Zellen sind aber durch den Alk schon gestresst. Wenn du bis bis an die Alkoholtoleranzgrenze gehen willst um Nachgärungen zu verhindern kann es dann hintenraus zickig werden.
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Igzorn
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Re: Saft noch nach 2 Wochen Gärung zugeben?

Beitrag von Igzorn » 09 Oktober 2017 22:11

Und Quitten sind so Problemfälle bei der Klärung, siehe anderer Thread von Dir. Wenn Du die entsaftest und zugibst, dann kann es passieren, dass der Wein trüb bleibt. Der Wein hat hier im Forum auch geteiltes Echo hervorgerufen.

Ich kann aus Quitten Membrillo empfehlen. Das ist Quittenbrot und schmeckt hervorragend unter mittelaltem Käse. Ansonsten sind Quitten über Wochen ein wunderbarer Duftspender im Wohnzimmer auf der Obstschale.
Ist das Trinkgefäß erst leer, macht es keine Freude mehr.

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Re: Saft noch nach 2 Wochen Gärung zugeben?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 09 Oktober 2017 22:41

Wobei Quittenwein schon lecker ist, der lohnt den Aufwand.

Ach ja: Zur Steinberghefe solltest du dir speziell auch das Kapitel "Zucker" auf der Homepage durchlesen. Du wirst hier vor der Herausforderung stehen, Nachgärungen sicher zu verhindern = den Wein haltbar zu machen. Eigentlich ist diese Hefe nichts für Anfänger. Eventuell wäre es schon allein deshalb sinnvoller, den neuen Ansatz mit einer geeigneteren Hefe anzusetzen.
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Re: Saft noch nach 2 Wochen Gärung zugeben?

Beitrag von Gärlinde » 10 Oktober 2017 18:03

Vielen Dank für eure Antworten.
Also ich werde darauf verzichten noch Quitten zuzugeben, zumal ja schon einige Zierquitten im Wein sind.

Für einen neuen Ansatz reichen die Apfelquitten leider nicht. Also werde ich sie anders verarbeiten.

Ja, Igzorn, der Duft ist herrlich und auch der Anblick, aber wie lange? Deshalb will ich sie lieber "haltbar machen".

Das Kapitel mit den Nachgärungen hatte ich mir schon vorher durchgelesen. Ich hatte da wegen der Steinberghefe da auch einige Bauchschmerzen. Zumal ich jetzt nicht sofort in einen Filter investieren will. (Da muss ich erst mal sehen ob und wie intensiv ich dieses Hobby weiter betreiben will.)
Aber Birnenwein soll ja eigentlich leicht sein und wegen dem flüchtigen Aroma auch nicht länger gelagert werden ... So habe ich das zumindest, wo auch immer, gelesen.
Ich weiß selbst noch nicht genau, wie das mal wird. Wahrscheinlich sollte ich am Gärende eine große Weinprobe veranstalten und den Wein da "vernichten".

Ich werde auf jeden Fall fleißig weiterlesen. Vielleicht finde ich ja doch noch eine andere Lösung.

Für meine anderen beiden Weine Himbeer-/Johannisbeer und Mirabellen habe ich übrigens Portweinhefe genommen. Die sind auch beide schon ziemlich weit und haben beide ein herrliches Aroma.

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Chesten
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Re: Saft noch nach 2 Wochen Gärung zugeben?

Beitrag von Chesten » 10 Oktober 2017 19:37

Die Steinbergheferasse ist eine Heferasse mit geringer Alkoholtoleranz und bei denen ist das Problem das sie in der Regel kein sauberes Gärende finden.
Die Portweinhefe ist eine super Einsteigerheferasse wenn du damit schon Erfahrungen gesammelt hast nimm diese doch weiter !
Ich habe jetzt falsch verstanden das der Ansatz schon angesetzt ist mit der Steigberghefe ?

Auf der Homepage findest du alle sinnvollen Möglichkeiten auch ohne Filter deinen Wein stabil zu bekommen.
Wir verstehen schon das man sich nicht sofort eine solch teuere Anschaffung wie einen richtigen Weinfilter mit Drucktank/Pumpe holt bei den ersten Ansätzen.

Auch wenn du dich gut durch den eigenen Garten gut selbstversorgen kannst ist die Weinherstellung kein billiges Hobby das solltest du wissen.
"Die einzig stabile Währung ist Alkoholsche Gärung" (Das Känguru-Manifest)

Hier findest du einen Anleitung wie man seinen ersten eigenen Wein herstellt:

http://www.forum.fruchtweinkeller.de/viewtopic.php?f=33&t=12175

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Re: Saft noch nach 2 Wochen Gärung zugeben?

Beitrag von Gärlinde » 10 Oktober 2017 20:15

Hallo Chesten, du hast das schon richtig verstanden - wahrscheinlich habe ich etwas durcheinander geschrieben.
Also jetzt noch mal zur Klarheit: Bei mir blubbern 3 verschiedene Weine: Ein Mirabellenwein, angesetzt Anfang August mit Portweinhefe, ein Himbeer-Johannisbeerwein, angesetzt Ende August mit Portweinhefe und ein Birnen-/Zierquittenwein, vor ca. 2 Wochen angesetzt mit Steinberg-Hefe (eben weil der nicht so schwer werden soll).

Die Kosten für die Weinherstellung hielten sich, mal abgesehen von der Anschaffung einiger kleinerer Gerätschaften, bisher für mich in Grenzen. Das Obst war alles selbst gepflückt.

Was ich vor diesen Versuchen allerdings nicht geahnt habe: Wieviel Obst notwendig ist (da habe ich geglaubt, von 1-2 kg kriegt man ne Menge Wein) und wie arbeitsintensiv das doch ist. Aber vielleicht liegt letzteres auch daran, dass mir einfach die Erfahrung fehlt.

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Re: Saft noch nach 2 Wochen Gärung zugeben?

Beitrag von Josef » 10 Oktober 2017 20:28

Gärlinde hat geschrieben:
10 Oktober 2017 18:03

Aber Birnenwein soll ja eigentlich leicht sein und wegen dem flüchtigen Aroma auch nicht länger gelagert werden ... So habe ich das zumindest, wo auch immer, gelesen.
Das kann ich so nicht bestätigen. Meine Birnenweine hatten bisher, auch nach Jahren noch, ein recht kräftiges Aroma.

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Re: Saft noch nach 2 Wochen Gärung zugeben?

Beitrag von Fruchtweinkeller » 10 Oktober 2017 20:47

Scheint bei Birne sortenabhängig zu sein. Ich hatte mal einen gemacht der nach wenig bis nichts geschmeckt hat, aber von Kollegen habe ich schon wunderbar schmeckende Birnenweine bekommen.
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Re: Saft noch nach 2 Wochen Gärung zugeben?

Beitrag von 420 » 10 Oktober 2017 21:30

Fruchtweinkeller hat geschrieben: Scheint bei Birne sortenabhängig zu sein. ....
Kann ich auch bestätigen. Meinen Birnenwein konnte man (total) vergessen.

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